VIRUS: Strenge Ausgangssperre für mehr als 100 Millionen Inder
NEU DELHI (dpa-AFX) - In Indien gilt für mehr als 100 Millionen Menschen in mehr als 80 Städten, darunter auch der Hauptstadt Neu Delhi, eine Ausgangssperre. Diese ist vorerst bis Ende des Monats in Kraft. Die Regierung wies am Montag die Bundesstaaten an, die Verbote hart durchzusetzen. Wer dagegen verstoße, könne mit einer Geldbuße oder einer Gefängnisstrafe von bis zu sechs Monaten bestraft werden.
Nur noch Lebensmittelläden, Banken, Krankenhäuser und Apotheken dürfen in den betroffenen Städten weiter öffnen. Öffentliche Verkehrsmittel - darunter die Bahn und Metro - sowie Taxis fahren derzeit in mehreren Bundesstaaten nicht mehr. Außerdem verbot die Polizei in mehreren Städten Versammlungen von mehr als vier Leuten. Auch Inlandsflüge soll es ab Dienstagabend vorerst nicht mehr geben. Flüge ins Ausland sind bereits bis Ende März ausgesetzt. Nur noch Cargo-Flüge sind erlaubt.
Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle in Indien hat sich in den vergangenen drei Tagen mehr als verdoppelt - auf inzwischen 415. Sieben Menschen sind bislang an den Folgen gestorben. Das ist aber im Vergleich zur Bevölkerung Indiens zwar noch relativ klein - Indien ist nach China das bevölkerungsreichste Land der Welt mit 1,3 Milliarden Einwohnern.
Zu den niedrigen Zahlen könnte es aber auch deshalb kommen, weil Indien vergleichsweise wenig testet, wie einige Ärzte kritisieren. Andererseits hat das Land schnell und früh strenge Maßnahmen ergriffen - war unter den ersten Nationen, die fast allen Ausländern die Einreise untersagten.
Am Montag zeigten Fernsehbilder noch viele Menschen an Busstationen und auf Märkten, wie sie keinen Abstand hielten und letzte Hamsterkäufe erledigten. Premier Narendra Modi warnte auf Twitter: "Bitte schützt euch und eure Familien und nehmt die Anweisungen ernst."
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