Weniger Firmenübernahmen durch chinesische Investoren


DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Die Zahl der Übernahmen deutscher Unternehmen durch chinesische Investoren ist einer neuen Untersuchung zufolge in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken. 2020 sei es bei elf Unternehmen zu einer Übernahme durch Geldgeber aus China gekommen, heißt es in der am Freitag veröffentlichten Studie des Instituts für Mitbestimmung und Unternehmensführung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Das sei der niedrigste Wert seit zehn Jahren und nicht einmal ein Viertel der 48 mehrheitlichen oder vollständigen Übernahmen im Jahr 2016.

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Nach der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise habe das Engagement aus China zunächst deutlich an Dynamik gewonnen. Unternehmen aus der Volksrepublik hätten 2016 zum ersten Mal mehr Geld in Deutschland als deutsche Unternehmen in China investiert. Allerdings sei seit Mitte des Jahrzehnts auch die Skepsis gegenüber Aufkäufern aus dem Reich der Mitte gewachsen. Mittlerweile würden ausländische Direktinvestitionen in Europa strenger geprüft. Die Corona-Krise hat der Untersuchung zufolge die chinesischen Aufkauf-Aktivitäten weiter gebremst.

Zwischen 2011 und 2020 haben laut Studie Investoren aus der Volksrepublik China deutsche Unternehmen in 173 Fällen komplett übernommen, bei weiteren 70 Firmen sind sie mit mindestens 50 Prozent eingestiegen. Als Privatunternehmen firmierten 151 Investoren, 42 würden vom Staat kontrolliert. Die große Mehrheit der übernommenen deutschen Unternehmen werde aktuell weiter vom ursprünglichen chinesischen Käufer gehalten. Insgesamt trennten sich chinesische Investoren nur selten von ihren deutschen Tochterunternehmen. Falls doch, sei der Hintergrund fast immer eine starke finanzielle Schieflage bei der Tochter oder der Mutter in China gewesen.

/hff/DP/nas

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