Wirbelstürme & Co.

Munich Re fürchtet starke Hurrikan-Saison im Atlantik


Munich Re fürchtet starke Hurrikan-Saison im Atlantik

Die bevorstehende Hurrikansaison im Nordatlantik wird in diesem Jahr nach Einschätzung von Geowissenschaftlern vermutlich heftiger als üblich ausfallen.

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Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie wären schwere Sturmtreffer auf Land besonders problematisch, warnte der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft am Freitag.

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Durch die Pandemie seien Länder und Gesellschaften nun anfälliger im Fall einer Naturkatastrophe, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens. "Länder wie die Bahamas, über denen im vergangenen Herbst Hurrikan Dorian mit extremen Windgeschwindigkeiten über 300 km/h wütete, wären besonders verletzlich, zumal das Land nicht nur die damaligen Schäden, sondern auch finanzielle Einbrüche durch das Ausbleiben von Touristen verkraften muss."

Die meisten bisherigen Prognosen gehen davon aus, dass sich in diesem Jahr im Nordatlantik sechzehn oder mehr tropische Wirbelstürme bilden können. Im langfristigen Durchschnitt von 1950 bis 2019 lag die jährliche Zahl der Wirbelstürme im Nordatlantik nach Zahlen der Munich Re bei zwölf. Auftakt der Hurrikansaison an der US-Ostküste und in der Karibik ist der 1. Juni - tropische Wirbelstürme brauchen für ihre Entstehung warmes Wasser.

Nach den diesjährigen Prognosen könnten acht Stürme Hurrikanstärke erreichen, vier davon sogar schwere Hurrikane der Kategorien 3-5 mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 178 Stundenkilometern. Die Munich Re betreibt ihre eigene Geowissenschaftsabteilung und dokumentiert seit Jahrzehnten Naturkatastrophen rund um den Erdball, da die Daten für die Abschätzung der Risiken und die Berechnung der Versicherungsprämien von großer Bedeutung sind.

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Wie jede Vorhersage ist auch die Hurrikanprognose mit Unsicherheiten behaftet. Die tatsächliche Sturmaktivität sei schwer vorherzusagen, da sie von vielen Faktoren beeinflusst werde, hieß es in der Mitteilung. Von großer Bedeutung ist die unter dem Begriff El Niño bekannte natürliche Klimaschwankung im Pazifik, von Fachleuten "El Niño-Southern Oscillation" (ENSO) genannt. Während El-Niño-Phasen ist die Hurrikanaktivität im Nordatlantik eher gedämpft.

Für die nun beginnende Saison gehen die aktuellen Vorhersagen laut Munich Re davon aus, dass die nur sehr geringe El-Niño-Intensität ganz verschwinden wird. Gleichzeitig wird erwartet, dass die Wassertemperaturen im tropischen Nordatlantik über dem Durchschnitt liegen könnten. Eine Prognose der Schäden ist nach Angaben des Unternehmens wie üblich nicht möglich - denn die Schäden hängen ganz wesentlich von den Zugbahnen der Stürme ab, die sich nicht längerfristig vorhersagen lassen.

MÜNCHEN (dpa-AFX)

Bildquellen: photobyphm / Shutterstock.com

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