WOCHENAUSBLICK: Dax behauptet sich auf hohem Niveau


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FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach den jüngsten Rekorden dürfte der Dax (DAX 30) in der Woche nach Pfingsten seine Gewinne zumindest verteidigen. Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck, traut den Aktienmärkten sogar trotz zunehmender Schwankungen weitere Höchststände zu. Dem deutschen Leitindex spiele die zunehmende wirtschaftliche Aktivität dank der schneller als erwartet verlaufenden Öffnungsschritte in Europa in die Hände. Derweil profitiere der marktbreite US-Index S&P 500 davon, dass die amerikanischen Unternehmen für knapp eine halbe Billion US-Dollar eigene Aktien zurückkaufen wollten.

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Etwas vorsichtiger ist Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank: Er sieht die geplanten Aktienrückkäufe als Kursstabilisator, geht jedoch davon aus, dass die Börsen erst einmal eine Denkpause einlegen und keine weiteren Höchststände erreichen dürften. Die schnellen Gewinnmitnahmen nach dem jüngsten Dax-Rekord zeigten, dass die Dynamik im Sommer nachlasse. "Für Panik besteht aber überhaupt kein Anlass", betont Halver. Er rechne mit einer Fortsetzung der zuletzt volatilen Seitwärtsbewegung.

Das "Zauberwort" für die nächste Zeit lautet dem Experten zufolge Branchen- und Einzelwertrotation: "Die kurzfristig interessante Story bringt die Rendite. Unabhängig davon haben Fluglinien beziehungsweise Flughafenbetreiber, Touristikunternehmen und Banken weiterhin viel Potenzial. Jede Wiedereröffnung beschert ihnen massive Skaleneffekte."

Inflations- und Zinssorgen - früher Gift für Aktien - haben laut Halver ihren Schrecken weitgehend verloren. Denn "die Finanzmärkte vertrauen darauf, dass die US-Notenbank jede Einschränkung ihrer Liquiditätsspritzen beziehungsweise Zinsdiät mit äußerster Vorsicht und auch begrenztem Umfang angeht". Zudem fielen angesichts weiter tiefroter Realzinsen Anlagealternativen zu Aktien aus, was die Börsen nachhaltig stabilisiere.

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Ähnlich sieht es dem aktuellen "Platow-Brief" zufolge bei der Europäischen Zentralbank (EZB) aus, die "mit aller Macht versucht, die lodernde Diskussion um eine Rückkehr der Inflation zu ersticken". "Noch können die Währungshüter auf Sondereffekte wie die extrem niedrige Vorjahresbasis, deutlich gestiegene Energiepreise und die Knappheit bei Speicherchips verweisen, um die Inflationsgefahren kleinzureden." Bei einem dauerhaften Preisauftrieb könnten allerdings den Notenbankern dies- wie jenseits des Atlantik die Argumente für eine unverändert lockere Geldpolitik ausgehen, warnen die Platow-Autoren.

Unternehmens- und konjunkturseitig bleibt das Geschehen am deutschen Aktienmarkt in der verkürzten neuen Woche sehr überschaubar. Am Pfingstmontag sind die hiesigen Bösen geschlossen, wogegen an einigen europäischen Märkten sowie an der Wall Street gehandelt wird. Tags darauf sollte vor allem das deutsche Geschäftsklima des Ifo-Instituts Aufmerksamkeit finden. Etwas mehr los ist am Donnerstag mit der Bilanzpressekonferenz der Baumarktkette Hornbach, Quartalszahlen des amerikanischen SAP (SAP SE)-Konkurrenten Salesforce und dem deutschen GfK-Verbrauchervertrauen./gl/tav/he

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

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