WOCHENAUSBLICK: Dax droht Gefahr von überzogenen Zinserwartungen


WOCHENAUSBLICK: Dax droht Gefahr von überzogenen Zinserwartungen
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FRANKFURT (dpa-AFX) - Quartalsbilanzen von US-Tech-Giganten, Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) und wegweisende Konjunkturdaten - die neue Woche bietet einiges für die Börsianer. Die Nervosität an den Aktienmärkten, die sich zuletzt etwas gelegt hatte, könnte also wieder steigen. Das Geschäft mit Aktien dürfte sich in der vierten Handelswoche des neuen Jahres deutlich beleben, zumal auch erste deutsche und europäische Schwergewichte ihre Quartalsberichte vorlegen.

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Im Fokus dürften zunächst jedoch noch die Bilanzen großer US-Tech-Konzerne stehen. Mit Netflix, Texas Instruments, IBM und Intel stehen gleich mehrere Branchengrößen auf der Agenda. Hier hatten Anleger zuletzt überwiegend eine abwartende Haltung an den Tag gelegt. Positive Überraschungen der Unternehmen könnten also mit Aktienkäufen quittiert werden. Das gilt auch für den E-Auto-Hersteller Tesla, dessen Aktien zuletzt auf den tiefsten Stand seit zwei Monaten gefallen waren.

Gefahr droht dem deutschen Leitindex Dax (DAX 40) derweil von möglicherweise überzogenen Erwartungen an Zinssenkungen in der Eurozone. Die EZB dürfte die Leitzinsen am Donnerstag unverändert belassen. Marktexperte Ronald Gehrt vom Broker Lynx verwies darauf, dass die Notenbank erst im kommenden Jahr mit einem Rückgang der Inflation in ihre Zielzone um zwei Prozent rechnet. "Damit dürften Zinssenkungen 2024 wenn, dann moderat ausfallen, mehr als Geste (...) Und so manchem Bullen wird auch langsam bewusst, dass nicht der Beginn, sondern erst die Endphase einer Serie von Zinssenkungen das Wachstum stimuliert."

Am Anleihemarkt hatten Investoren ihre großen Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen zuletzt schon etwas korrigiert: Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen war in den vergangenen Wochen von Tiefständen unter 2 Prozent wieder gestiegen. Sollte die EZB die noch immer hochgesteckten Erwartungen enttäuschen, droht ein weiterer Anstieg der Renditen - und möglicherweise weitere Rücksetzer an den europäischen Aktienbörsen.

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Einen Blick wert dürften in der neuen Woche auch der ifo-Geschäftsklimaindex und Umfragen unter Einkäufern in Unternehmen in Europa und den USA sein. Beide Konjunkturdaten gelten als wichtige Frühindikatoren. Experten rechnen damit, dass sich hier die moderate Erholung der vergangenen Monate fortsetzt. "Allerdings könnte die Gefährdung der Schifffahrt durch die Huthi-Miliz zu einer zurückhaltenderen Einschätzung der Unternehmen vor allem im Verarbeitenden Gewerbe führen", gibt die Landesbank Helaba zu bedenken.

Auch in Europa kommt die Saison der Quartalsberichte in der neuen Woche allmählich ins Laufen. Mit SAP (SAP SE) und Sartorius (Sartorius vz) stehen zwei Dax-Konzerne im Rampenlicht. Während SAP-Aktien zuletzt stark gestiegen waren und ein Rekordhoch nur knapp verpasst hatten, geht es für Sartorius seit Jahresbeginn abwärts. Neue Impulse für die europäische Halbleiterbranche könnten von den Geschäftszahlen des Chip-Ausrüsters ASML (ASML NV) und des Halbleiterproduzenten STMicroelectronics ausgehen./bek/tav/jha/he

--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---

Bildquellen: PhotoSTS / Shutterstock.com

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