Nestlé-Aktie knickt dennoch ein: Wachstumstempo im ersten Halbjahr gesteigert - Joint Venture für Wassergeschäft
Der weltgrößte Lebensmittelkonzern Nestlé hat sein Wachstumstempo aus eigener Kraft im ersten Halbjahr 2026 wegen Preissteigerungen und höherer Absatzmengen gesteigert.
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Dem standen allerdings negative Wechselkurseffekte gegenüber. Während der Umsatz aus eigener Kraft in den sechs Monaten bis Ende Juni im Jahresvergleich um 3,6 Prozent zulegte, ergab sich nominal ein Umsatzminus von 2,5 Prozent auf 43,1 Milliarden Franken (46,4 Mrd Euro), wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.
Der Konkurrent von Danone und Unilever profitierte insgesamt vom Wachstum in aufstrebenden Märkten und einer größeren Nachfrage nach Kaffee und Heimtiernahrung. Zudem beschleunigte sich das organische Wachstum im zweiten Quartal etwas im Vergleich zum Jahresauftakt. Für das Gesamtjahr erwartet die Unternehmensführung nun ein Wachstum aus eigener Kraft von sicher 3 bis 4 Prozent, bisher war von rund 3 bis 4 Prozent die Rede gewesen. Zudem soll das Wachstum der Absatzmengen gegenüber 2025 zunehmen. Für die operative Marge rechnet Nestlé weiterhin mit einer Verbesserung gegenüber den 16,1 Prozent des Vorjahres.
Im ersten Halbjahr fiel die operative Marge im Jahresvergleich leicht auf 16,4 Prozent, das operative Ergebnis ging um fast 3 Prozent auf knapp 7,1 Milliarden Franken zurück. Auf der Profitabilität lasteten anhaltend hohe Kosten für Kaffee und Kakao, hinzu kamen die US-Zölle sowie höhere Investitionen in Werbung.
Unter dem Strich verdiente Nestle mit knapp 3,5 Milliarden Franken sogar fast ein Drittel weniger als vor einem Jahr. Belastet wurde das Ergebnis durch Wertberichtigungen von rund 1,4 Milliarden Franken im Zusammenhang mit als zum Verkauf gehalten klassifizierten Vermögenswerten, darunter Teile des Eiscreme- und Vitamin- beziehungsweise Nahrungsergänzungsgeschäfts.
Nestlé gliedert Wassergeschäft in Joint Venture aus
Nestlé hat eine Lösung für sein Wassergeschäft gefunden: Der Nahrungsmittelriese bildet dafür ein Gemeinschaftsunternehmen namens Peranel mit der US-Beteiligungsgesellschaft Platinum Equity. Der Unternehmenssitz ist Paris. Der Deal bewertet das Geschäft mit Marken wie Perrier und San Pellegrino mit 4,9 Milliarden Euro beziehungsweise 4,5 Milliarden Franken.
Beide Partner werden je die Hälfte an dem Joint Venture halten. Mit dem Teilverkauf nimmt Nestlé 2,8 Milliarden Franken ein, wie der Nahrungsmittelkonzern am Donnerstag mitteilte. Die Transaktion ist keine Überraschung: Nestlé hatte bereits 2024 angekündigt, sich vom Wassergeschäft trennen zu wollen. Die Sparte wurde im vergangenen Jahr organisatorisch ausgegliedert, Anfang 2026 bestätigte der Konzern den laufenden Verkaufsprozess. Am Vorabend hatte die "Financial Times" bereits berichtet, ein Deal mit Platinum Equity stehe kurz bevor.
Die Transaktion stehe noch unter dem Vorbehalt von Mitarbeiter-Konsultationsprozessen sowie regulatorischen Genehmigungen und soll bis im ersten Halbjahr 2027 abgeschlossen sein, hieß es.
Das Wassergeschäft war schon länger ein Sorgenkind von Nestlé. Belastet wird das Geschäft unter anderem durch den Skandal um unzulässige Aufbereitungsmethoden bei Mineralwasser in Frankreich. Das Wassersegment steuerte im vergangenen Jahr rund 3,5 Milliarden Franken oder knapp 4 Prozent zum Konzernumsatz bei.
Die Auslagerung in ein Gemeinschaftsunternehmen ist Teil des Konzernumbaus unter dem neuen Nestlé-Chef Philipp Navratil. Nestlé will sich auf weniger Geschäftsfelder konzentrieren und sucht auch einen Käufer für Teile seines Vitamin- und Nahrungsergänzungsgeschäfts.
So reagiert die Nestlé-Aktie
Die Aktien von Nestle sind am Donnerstag im frühen Handel deutlich gefallen. Der sonst wenig volatile Wert brach um 6,4 Prozent ein. Damit beendete die Aktie ihre jüngste Aufwärtsbewegung, die zuletzt neue Jahreshochs gebracht hatte. Der Rücksetzer beförderte den Wert wieder an den oberen Rand der Seitwärtsspanne von rund 75 bis 80 Franken, in der sich der Kurs im Frühjahr bewegt hatte und aus der er erst gegen Ende Juni ausgebrochen war.
Als möglichen Wermutstropfen machten Analysten die Profitabilität aus. So wiesen die Experten der UBS auf einen Sondereffekt hin, der zur Verbesserung der operativen Marge beigetragen haben: Änderungen im Zusammenhang mit einem Pensionsplan steuerten nämlich 30 Basispunkte bei. Ohne diesen Effekt wäre die Marge also insgesamt um 40 Basispunkte gesunken.
Die Analysten der ZKB verwiesen zudem auf den Ausblick für die Marge, der etwas vorsichtiger ausgefallen war. So soll die Marge im zweiten Halbjahr auf einem ähnlichen Niveau wie im ersten liegen und nicht mehr darüber.
Den Teilverkauf des Wasser-Geschäfts bezeichneten Analysten unterdessen als erfreulich. Mit umgerechnet 2,8 Milliarden Franken bewege sich der Erlös im Rahmen der von Experten zuvor genannten Größenordnung. Dasselbe gelte auch für die angekündigten Abschreibungen in Höhe von 1,3 Milliarden Franken.
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VEVEY (dpa-AFX)
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| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 11:06 | Nestlé Sector Perform | RBC Capital Markets | |
| 22.07.26 | Nestlé Neutral | JP Morgan Chase & Co. | |
| 22.07.26 | Nestlé Buy | Jefferies & Company Inc. | |
| 07.07.26 | Nestlé Equal Weight | Barclays Capital | |
| 06.07.26 | Nestlé Hold | Deutsche Bank AG |
