Rocket Lab-Aktie schwächer: Rekordumsatz, aber Margenausblick und Neutron-Verzögerung belasten
Rocket Lab hat für das abgelaufene Jahresviertel einen Rekordumsatz gemeldet, doch die Prognose zur Bruttomarge trübt die Stimmung.
Werte in diesem Artikel
- Auftragsbestand von Rocket Lab erreicht neue Höchststand, doch der Ausblick bremst die Euphorie
- Neutron-Erstflug rückt in Frage, Iridium-Übernahme schafft neue Dimension
- Kasse füllt sich deutlich, Investoren richten Blick auf Margenentwicklung
Rocket Lab hat am Montag Zahlen zum zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres vorgelegt und einen Rekordumsatz von 234,1 Millionen US-Dollar gemeldet, ein Plus von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Aktie geriet an der NASDAQ nachbörslich dennoch unter Druck und verlor 7,25 Prozent auf 74,24 US-Dollar, da die Prognose zur Bruttomarge für das dritte Quartal unter den Erwartungen blieb und sich der Erstflug der Rakete Neutron weiter verzögern könnte. Im regulären NASDAQ-Handel am Dienstag geht es dann zeitweise um 0,91 Prozent abwärts auf 79,31 US-Dollar.
Rekordzahlen bei Umsatz und Auftragsbestand
Rocket Lab, ein vertikal integriertes Raumfahrtunternehmen mit den Standbeinen Launch Services und Space Systems, verbuchte im zweiten Quartal 2026 einen GAAP-Bruttogewinn von 84,6 Millionen US-Dollar nach 46,4 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Die Non-GAAP-Bruttomarge kletterte von 36,9 Prozent im Vorjahr auf 41,5 Prozent. Der Netto-Quartalsverlust reduzierte sich auf 49,3 Millionen US-Dollar beziehungsweise 0,08 US-Dollar je Aktie, nach 66,4 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Das bereinigte EBITDA verbesserte sich auf -8,8 Millionen US-Dollar von zuvor -27,6 Millionen US-Dollar.
Der Auftragsbestand stieg auf einen Rekordwert von 2,36 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 137 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Rechnet man nach Quartalsende unterzeichnete Verträge hinzu, summieren sich die neuen Aufträge in Launch und Space Systems im laufenden dritten Quartal auf über 1 Milliarde US-Dollar. Dazu zählt ein Auftrag der U.S. Space Force im Volumen von bis zu 397 Millionen US-Dollar für Flatellite-Satelliten, die auf der wiederverwendbaren Rakete Neutron gestartet werden sollen, sowie mehr als 160 Millionen US-Dollar aus zwei Verträgen zum Bau von drei geostationären Satelliten. Die liquiden Mittel stiegen zum 30. Juni diesen Jahres auf 2,13 Milliarden US-Dollar, nach 828,7 Millionen US-Dollar zum Jahresende 2025.
Margenausblick und Neutron-Verzögerung belasten die Rocket-Lab-Aktie
Für das dritte Quartal stellte Rocket Lab einen Umsatz zwischen 250 und 265 Millionen US-Dollar in Aussicht, verbunden mit einer GAAP-Bruttomarge zwischen 29 und 31 Prozent und einer Non-GAAP-Bruttomarge zwischen 35 und 37 Prozent. Der Adjusted-EBITDA-Verlust soll zwischen 17 und 23 Millionen US-Dollar liegen. Reuters berichtete, die Prognose zur GAAP-Bruttomarge liege unter einer Analystenschätzung von 37,6 Prozent.
Rocket Lab peilt nun an, die Rakete Neutron im vierten Quartal des laufenden Geschäftsjahres zur Startrampe zu bringen, nennt aber kein neues Datum für den Erstflug selbst. CFO Adam Spice äußerte laut Reuters, man werde hoffentlich im selben Zeitraum starten. CEO Peter Beck erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur, das Zeitfenster für einen Start noch in diesem Jahr werde enger, das Unternehmen konzentriere sich nun stärker darauf, nach dem Erstflug direkt eine hohe Startkadenz zu erreichen. Es handelt sich um die zweite Verschiebung innerhalb von gut einem Jahr, nachdem ein Fehler bei einem Stage-1-Tanktest im Januar diesen Jahres bereits die vorherige Zeitschiene zunichtegemacht hatte.
Iridium-Deal als strategischer Rahmen
Am 29. Juni hatte Rocket Lab eine endgültige Vereinbarung zur Übernahme von Iridium Communications getroffen. Iridium-Aktionäre erhalten 27,00 US-Dollar in bar sowie Rocket-Lab-Aktien nach einem Umtauschverhältnis mit einem Collar zwischen 67,50 und 112,50 US-Dollar, der Transaktionswert je Iridium-Aktie liegt bei 54,00 US-Dollar. Der Unternehmenswert der Transaktion beläuft sich auf rund 8,0 Milliarden US-Dollar, der Abschluss wird für Mitte 2027 erwartet. Zur Finanzierung des Barteils sicherte sich Rocket Lab Zusagen für eine 364-tägige besicherte Brückenfinanzierung über 3,6 Milliarden US-Dollar von Deutsche Bank und Wells Fargo.
Im zweiten Quartal wurden zudem die Übernahmen von Mynaric und Motiv abgeschlossen.
Am Markt bewerten Analysten die Aktie überwiegend positiv: Der Konsens von 18 Analysten lautet StrongBuy, mit 14 Kaufempfehlungen und 4 Halteeinstufungen. Das mittlere Kursziel liegt bei 111,13 US-Dollar, die Spanne reicht von 60 bis 135 US-Dollar. TD Cowen bestätigte heute eine Buy-Einstufung mit Kursziel 120 US-Dollar, Clear Street sieht das Kursziel bei 129 US-Dollar. KGI Securities hatte die Aktie Ende Juli von Neutral auf Buy hochgestuft mit Kursziel 107 US-Dollar, während Piper Sandler die Bewertung Mitte Juli mit Hold und einem Kursziel von 83 US-Dollar neu aufnahm.
Im weiteren Jahresverlauf dürfte sich die Aufmerksamkeit auf zwei Punkte richten: Ob Rocket Lab tatsächlich noch im vierten Quartal 2026 zur Startrampe für den Neutron-Erstflug vorrückt und wie sich die Bruttomargen nach dem dritten Quartal entwickeln, nachdem das Management laut Reuters auf stützende Produktverkäufe verweise. Auch der Fortschritt bei der Iridium-Übernahme bleibt ein Beobachtungspunkt für die weitere Bewertung des Unternehmens.
Julia Walter, Evelyn Schmal, Bettina Schneider, Carolin Ludwig, Redaktion finanzen.net
Ausgewählte Hebelprodukte auf Iridium Communications
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf Iridium Communications
Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
Bildquellen: PJ McDonnell / Shutterstock
Aktuelle Rocket Lab Aktie News
Rocket Lab Analysen
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Rocket Lab nach folgenden Kriterien zu filtern.
Alle: Alle Empfehlungen
Keine Analysen gefunden.
