ZVEI: Elektro- und Digitalindustrie 2021 mit Erlösen von 200 Milliarden Euro
Von Andreas Kißler
FRANKFURT/BERLIN (Dow Jones)--Die Erlöse der deutschen Elektro- und Digitalindustrie kamen nach Angaben ihres Branchenverbandes ZVEI im Dezember 2021 auf 18,1 Milliarden Euro - ein Plus von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Für 2021 insgesamt verzeichneten die aggregierten Branchenerlöse damit ein Plus von 9,7 Prozent und erreichten den Rekordwert von 199,5 Milliarden Euro. Im Dezember 2021 verzeichnete die Elektro- und Digitalindustrie ein Auftragsplus von 34,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Dieser nochmals deutliche Anstieg ist dabei nicht zuletzt auch einigen Großaufträgen zu verdanken", sagte ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann. Für das gesamte Jahr 2021 steht damit dem Verband zufolge ein Bestellplus von 23,9 Prozent in den Büchern.
Die Inlandsorders erhöhten sich im Dezember laut den Angaben um 42,0 Prozent, die Auslandsorders um 27,6 Prozent. Aus dem Euroraum gingen 19,8 Prozent mehr Aufträge ein als im Vorjahr. Kunden aus Drittländern steigerten ihre Bestellungen um 32,0 Prozent. Im Gesamtjahr wuchsen die Auftragseingänge aus dem Inland um 20,1 Prozent und die aus dem Ausland um 27,0 Prozent. Während Kunden aus der Eurozone ihre Orders im vergangenen Jahr um 23,1 Prozent heraufsetzten, legten die Bestellungen aus Ländern außerhalb des gemeinsamen Währungsraums um 29,2 Prozent zu.
Die preisbereinigte Produktion elektrotechnischer und elektronischer Güter lag im Dezember 3,4 Prozent über Vorjahr. Insgesamt wuchs sie im vergangenen Jahr um 8,8 Prozent und machte damit den Verlust aus dem Jahr 2020 von 6 Prozent mehr als wett. "Für 2022 rechnet der ZVEI mit einem realen Produktionswachstum von vier Prozent", sagte Gontermann. Mit 88,5 Prozent sei die Kapazitätsauslastung in der Branche zu Beginn des ersten Quartals 2022 genauso hoch gewesen wie am Anfang des vierten Quartals 2021. Die Auftragsreichweite sei leicht von 5,4 auf 4,8 Produktionsmonate zurückgegangen, bleibe damit aber historisch hoch.
Die Unternehmen der Branche haben ihre Produktionspläne laut ZVEI im Januar dieses Jahres nur leicht heraufgesetzt. "Allerdings erschweren Versorgungsengpässe weiterhin deren Umsetzung", sagte Gontermann. Während zuletzt nur 8 Prozent der Firmen über unzureichende Aufträge berichtet hätten, belasteten Materialknappheiten und Fachkräftemangel 88 Prozent respektive 41 Prozent der Branchenunternehmen. Das Geschäftsklima in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie ist laut ZVEI auch zu Jahresbeginn gestiegen: Sowohl die Beurteilung der aktuellen Lage als auch die allgemeinen Geschäftserwartungen seien im Januar 2022 nochmals deutlich besser ausgefallen als im Vormonat.
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February 08, 2022 02:43 ET (07:43 GMT)