Zypern fordert EU-Hilfe - Tausende Migranten angekommen


NIKOSIA (dpa-AFX) - Angesichts hoher Migrantenzahlen hat die kleine Inselrepublik Zypern die anderen EU-Mitgliedsstaaten um Hilfe gebeten. "Das Problem ist äußerst beunruhigend", sagte der zyprische Innenminister Nikos Nouris am Donnerstag im Staatsfernsehen. Er werde in den kommenden Tagen in einem Brief die EU-Kommission detailliert informieren.

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Die meisten Migranten - in ihrer Mehrheit Afrikaner - kommen aus der Türkei. Viele von ihnen fliegen aus Istanbul oder Ankara zunächst in den von der Türkei besetzten Norden der Insel. Anschließend werden sie in den Süden der Republik Zypern geschleust, wo sie gemäß der EU-Gesetze Asyl beantragen können, wie der Minister mitteilte.

Zypern ist seit 1974 in einen größeren griechisch-zyprischen Teil im Süden und einen türkisch-zyprischen Teil im Norden geteilt. Nur die Türkei erkennt Nordzypern als Staat an. Die Türkei unterhält im Norden tausende Soldaten.

Bislang seien dieses Jahr auf dieser Route knapp 5000 Menschen im Süden Zyperns angekommen. Zum Vergleich: Im ganzen Vorjahr passierten 13 500 Migranten die Trennungslinie zwischen dem Norden und Süden der Insel. "Die Republik (Zypern) kann nicht mehr die Kosten der Unterbringung tragen", sagte der Innenminister weiter. Zypern hat gemessen an der Einwohnerzahl die meisten Asylanträge aller EU-Länder.

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Im Februar hatte der Chef der EU-Grenzschutzagentur Frontex, Fabrice Leggeri, nach einem Besuch eines Flüchtlingscamps erklärt, Zypern sei mit einer "außerordentlichen Herausforderung" konfrontiert. Das Land brauche deshalb auch außerordentliche Unterstützung. Anfang Februar waren bei Tumulten in einem Migrantenlager nahe der Hauptstadt Nikosia 36 Menschen verletzt worden.

/tt/DP/nas

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