Angeloni: EZB sollte trotz Zinsanhebungen Anleihen kaufen können


Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte nach Aussage eines ehemaligen hochrangigen Mitarbeiters auch in einer Phase steigender Leitzinsen die Bereitschaft zu Staatsanleihekäufen signalisieren können. Ignazio Angeloni, ehemals Mitarbeiter der EZB-Bankenaufsicht und für Finanzstabilität zuständig, schrieb in einem Beitrag für die Website des Leibniz Institute for Financial Research Safe: "Während die EZB richtigerweise mit den dringend notwendigen Zinsanhebungen fortfährt, sollte sie zugleich bei ihren Wertpapierkäufen ausreichend Flexibilität erhalten und dabei 'konstruktive Zweideutigkeit" walten lassen."

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Wertpapierkäufe müssen Angeloni zufolge nicht tatsächlich stattfinden, um wirksam zu sein. "Die bloße Möglichkeit, dass sie stattfinden könnten, schafft auf dem Anleihemarkt die Art von zweiseitigem Risiko, das Händler vorsichtig werden lässt", schrieb er. Die von der EZB festgelegte Schrittfolge ("Sequencing"), nach der die Anleihekäufe zu beenden seien, bevor sie die Zinsen anhebe, müsse aufgegeben werden. "Fragmentierung ist für den Euro ein existenzielles Risiko, das entschlossen angegangen werden muss, damit es nicht die gesamte Geldpolitik gefährdet."

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/brb

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