PEPP-Anleihekäufe sinken in August und September


Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Anleihekäufe des Eurosystems im Rahmen des Pandemiekaufprogramms PEPP sind über den Sommer deutlich gefallen, wobei sich die Abweichungen vom Kapitalschlüssel der Europäischen Zentralbank (EZB) etwas verringerten. Erneut wurden italienische Staatsanleihen übergewichtet und französische untergewichtet. Nach Mitteilung der EZB kauften alle Zentralbanken gemeinsam im August und September Anleihen für netto 126,774 (Juni/Juli: 205,744) Milliarden Euro, darunter öffentliche Anleihen für 126,832 (198,214) Milliarden Euro.

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Davon entfielen 26,5 (25,1) Prozent auf öffentliche Anleihen Deutschlands, 20,5 (19,5) Prozent auf Frankreich, 18,0 (19,6) Prozent auf Italien und 12,3 (12,9) Prozent auf Spanien. Die Ankäufe italienischer Staatsanleihen überstiegen damit den Anteil Italiens am eingezahlten EZB-Kapital (17,0 Prozent) damit nicht mehr so deutlich wie in den vorangegangenen zwei Monaten. Zu einer deutlichen Abweichung nach unten gegenüber dem EZB-Kapitalschlüssel kam es dagegen erneut bei Frankreich, das einen Anteil am eingezahlten EZB-Kapital von 20,4 Prozent hat.

Der Kapitalschlüssel der EZB ist die Orientierungsgröße für das PEPP, allerdings dürfen die Zentralbanken des Eurosystems zumindest kurzfristig in dem Maße davon abweichen, wie die Finanzmarktlage das erforderlich macht.

Am Ende des PEPP allerdings sollen die Staatsanleihebestände die Anteile der Länder am eingezahlten EZB-Kapital spiegeln. Kumuliert ergab sich Ende September folgendes Bild: Auf deutsche Staatsanleihen entfielen 26,2 (Ende Juli: 26,1) Prozent, auf französische 17,6 (16,7) Prozent, auf italienische 19,9 (20,6) Prozent und auf spanische 12,8 (12,9) Prozent.

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Frankreichs Kapitalanteil beträgt 20,4 Prozent, Italiens 17,0 Prozent und Spaniens 12,0 Prozent. Damit haben sich die Abweichungen von EZB-Kapitalschlüssel im August und September etwas verringert. Allerdings bleibt die Abweichung Frankreichs nach unten weiterhin deutlich. Italiens Anleihemarkt profitiert unter den großen Ländern weiterhin am stärksten.

Durch einen verstärkten Ankauf italienischer Staatsanleihen senkt die Zentralbank deren Rendite, was sich auf andere Anleihemärkte und Finanzierungsformen auswirkt. Dadurch sinken die Zinsen für den Staat und die Unternehmen, die derzeit hohe zusätzliche Ausgaben wegen der Corona-Pandemie haben.

Die Eurosystem-Zentralbanken erwarben im August und September außerdem Unternehmensanleihen für netto 2,707 (7,043) Milliarden Euro, während netto Commercial Papers für 2,765 (0,544) fällig wurden. Covered Bonds oder ABS wurden erneut nicht erworben.

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Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/jhe

(END) Dow Jones Newswires

October 05, 2020 10:19 ET (14:19 GMT)

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