Devisen-Trader Kolumne

Fällt der Euro weiter?


Fällt der Euro weiter? | finanzen.net

Die EU-Finanzminister berieten heute in einer Telefonkonferenz, wie denn die in der letzten Woche auf dem EU-Gipfeltreffen getroffenen Beschlüsse umzusetzen seien.

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Vor allem ging es darum, wie die 200 Mrd. Euro für den IWF zusammengekratzt werden können. Diese Stärkung des IWFs soll der Türöffner für weitere Geldgeber sein, die sich an der Rettung des Euro beteiligen wollen – oder besser gesagt müssen, wenn sie nicht selbst in den Abwärtsstrudel geraten wollen. Vor allem auf China wird gehofft, aber auch Russland, Indien und Brasilien sollen sich beteiligen. Die USA sind allerdings nicht dabei und damit wahrscheinlich auch Großbritannien nicht. Und das gefällt weder der EZB noch der Bundesbank, denn eine Aufstockung der IWF-Mittel ist nur sinnvoll, wenn sich alle wichtigen Geldgeber des Fonds beteiligen.

EUR/USD testet weiter die Unterstützung bei 1,3000 USD

Die Beschlüsse der EU-Gipfels werden daher immer weiter zerpflückt und wohl kaum einer glaubt daran, dass die ambitionierten Zielsetzungen umgesetzt werden können. So gilt für den 200-Mrd.-Euro-Kredit an den IWF eine Deadline bis heute 23:00 Uhr. Wie soll das eingehalten werden? Weitere Beschlüsse werden ebenfalls in den Mahlsteinen der politischen Realität zerrieben werden. Und so schwindet das Vertrauen in den Euro weiter. Gut möglich, dass EUR/USD im dünnen Handel der vorweihnachtlichen Zeit unter die charttechnische Unterstützung bei 1,2970/1,3000 USD fällt. Die mittelfristige Kursrichtung wird aber erst Anfang 2012 festgelegt werden, denn viele Marktteilnehmer halten sich derzeit einfach zurück.

Dr. Detlef Rettinger ist Chef-Redakteur von Deutschlands einzigem reinen Devisen-Börsenbrief mit Musterdepot, dem Devisen-Trader. Der promovierte Volkswirt besitzt langjährige Erfahrung in der Analyse des Devisenmarktes und im Handel mit Derivaten. Weitere Infos: www.devisen-trader.de. Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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