Commerzbank beurlaubt Händler wegen Manipulationsverdacht
Erstmals macht auch die Commerzbank wegen Manipulationsversuchen am Devisenmarkt Schlagzeilen.
Werte in diesem Artikel
Die Bank hat zwei ihrer Währungshändler suspendiert. Informationen des Wall Street Journal Deutschland zufolge sollen die beiden im Januar versucht haben, den Wechselkurs des Euro zum polnischen Zloty bei einer Transaktion für einen Kunden zu manipulieren. Die Bank bestätigte die Suspendierung.
"Die Bank verfolgt eine Null-Toleranz-Politik hinsichtlich der Verletzung von Compliance-Richtlinien, dies gilt auch schon beim Versuch vorschriftswidrigen Verhaltens. Daher hat die Commerzbank sofort gehandelt, nachdem Vorbereitungen zum Verstoß gegen Compliance-Richtlinien erkannt wurden", sagte ein Sprecher von Commerzbank Corporates & Markets. Die Bank gehe von einem Einzelfall aus und davon, dass weder die Bank noch die beiden Mitarbeiter von der versuchten Manipulation profitiert haben.
Die Aufsichtsbehörden untersuchen seit dem vergangenen Jahr weltweit alle möglichen Manipulationen am Devisenmarkt sowie an den Referenzzinssätzen Libor und Euribor durch Mitarbeiter von Banken. Während es sich bei der Commerzbank den Informationen zufolge um eine versuchte Manipulation im Rahmen eines Kundenauftrages handelte, steht bei anderen Banken auch die Manipulation der Referenzkurse für bestimmte Währungspaare im Raum.
Zuletzt hatte etwa die Deutsche Bank im Januar Händler in New York suspendiert und später entlassen, von denen mindestens einer den Handel mit argentinischen Pesos manipuliert haben soll. Auch britische und amerikanische Banken haben bereits Mitarbeiter entlassen, denen nach der Analyse von internen Chatprotokollen Fehlverhalten nachgewiesen werden konnte. Die Institute, darunter auch die Deutsche Bank, haben im Rahmen all dieser Ermittlungen bereits Strafen in Milliardenhöhe an die Aufseher gezahlt.
Die Ermittlungen der deutschen Finanzmarktaufsicht beweisen nach bisherigem Stand Manipulationsversuche bei lateinamerikanischen und asiatischen Währungen, wie Bafin-Direktor Raimund Röseler am Dienstag auf einer Veranstaltung der Aufsichtsbehörde sagte. Er bezeichnete die bisherigen Ermittlungsergebnisse als "beunruhigend". Allerdings handele es sich um viele Einzelfälle und es gebe keine Hinweise auf ein organisiertes, von oberen Führungsebenen angeordnetes Verhalten.
Die betreffenden Händler haben demnach bei der Festsetzung des Währungsniveaus um höhere oder niedrigere Preise gebeten, wie Mitschriften von Telefonaten und Emails zeigen. Die Gegenseite habe sich dann entsprechend verhalten, um den Markt in die gewünschte Richtung zu bewegen, sagte Röseler. Die Ermittlungen erstrecken sich auf alle Banken, die mit Währungen handeln, wenngleich hierzulande bisher die Deutsche Bank im Fokus gestanden hat. Offenbar gestalten sich die Ermittlungen schwieriger als gedacht. Röseler hofft, die Untersuchungen "deutlich vor 2018" abzuschließen.
Mitarbeit: Madeleine Nissen Kontakt zur Autorin: isabel.gomez@wsj.com DJG/igo/sha Dow Jones Newswiressj.com DJG/igo/sha Dow Jones Newswires Jones Von Isabel Gomez
Ausgewählte Hebelprodukte auf Commerzbank
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf Commerzbank
Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
Aktuelle Commerzbank Aktie News
Commerzbank Analysen
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Commerzbank nach folgenden Kriterien zu filtern.
Alle: Alle Empfehlungen
| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 07.08.26 | Commerzbank Buy | Deutsche Bank AG | |
| 07.08.26 | Commerzbank Neutral | JP Morgan Chase & Co. | |
| 06.08.26 | Commerzbank Kaufen | DZ BANK | |
| 06.08.26 | Commerzbank Neutral | JP Morgan Chase & Co. | |
| 06.08.26 | Commerzbank Outperform | RBC Capital Markets |
