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Bitcoin verliert Schwung: Kaufmauer bei 81.000 Dollar im Blick


Bitcoin verliert Schwung: Kaufmauer bei 81.000 Dollar im Blick

Unter dem Bitcoin-Kurs warten Käufer mit dicken Orders, doch direkt darüber liegt ein Bereich, der einen Rückgang erst richtig in Fahrt bringen könnte.

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  • Glassnode sieht die größten Kaufaufträge auf Binance bei 81.000 US-Dollar
  • Neues Kapital erklärt weniger als zwei Fünftel des Anstiegs der Realized Cap
  • Die Fed hält eine weitere Zinserhöhung bis Jahresende für wahrscheinlich

Der Bitcoin hat die Marke von 85.000 US-Dollar wieder aufgegeben und verliert heute gut ein Prozent auf rund 82.550 US-Dollar. Damit rückt eine Zone in den Blick, die das Analysehaus Glassnode in seinem Wochenbericht vom 7. Oktober als nächsten Prüfstein benennt: 81.000 US-Dollar, wo auf der Kryptobörse Binance die größten Kauforders liegen.

Bitcoin lebt von Umschichtung statt von frischem Geld

Der Ausbruch stand von Beginn an auf schmaler Basis. Am Sonntag beendete Bitcoin den Handelstag erstmals über der Verkaufswand bei 85.000 US-Dollar, bei nur rund der Hälfte des Umsatzes eines normalen Sonntags und ohne die an diesem Tag geschlossenen US-Spot-ETFs. Ausgerechnet kurzfristige Anleger mit einer Haltedauer unter 155 Tagen nutzten den Sprung zum Ausstieg: Rund 86 Prozent der Coins, die an jenem Tag an Börsen flossen, stammten aus ihren Gewinnpositionen. Einen höheren Anteil hat Glassnode an keinem Tag der vorangegangenen zwölf Monate gemessen.

Auch die Geldströme tragen die Erholung kaum. In den 30 Tagen bis zum 5. Oktober flossen über ETFs, wachsende Stablecoin-Bestände und Käufe von Unternehmen rund 4,9 Milliarden US-Dollar zu. Die Realized Cap, die jede Münze zu ihrem letzten Bewegungspreis bewertet, stieg im selben Zeitraum um etwa 12,8 Milliarden US-Dollar. Den Großteil des Zuwachses liefern also Anleger, die einander Coins zu höheren Preisen abkaufen.

Warum 81.000 US-Dollar zur Schlüsselmarke wird

Im Orderbuch von Binance hat sich das Bild gedreht. Verkäufer platzierten einen neuen Block bei 86.500 bis 86.750 US-Dollar, an dem der Kurs am Dienstag, am frühen Mittwoch fielen dann die Kaufaufträge bei 85.000 US-Dollar. Der größte Block an Kauforders liegt seit Samstag bei 81.000 bis 81.250 US-Dollar. Direkt darüber, zwischen etwa 81.700 und 83.300 US-Dollar, ballen sich Liquidationsschwellen gehebelter Kaufpositionen, und genau in diesem Band notiert Bitcoin am heutigen Handelstag. Erzwungene Verkäufe dort könnten einen Rückgang beschleunigen, die nächste größere Häufung sieht Glassnode erst bei rund 75.000 US-Dollar.

Von außen kommt kein Schub. Nach drei US-Konjunkturdaten, die Glassnode auswertet, verpuffte ein kurzer Anstieg jeweils binnen zwölf Stunden, während sich der S&P 500 über seinem Ausgangsniveau hielt. "Nach der Inflation im Zusammenhang mit den Konsumausgaben gab Bitcoin seinen anfänglichen Anstieg von 2 % wieder ab. Nach den Arbeitsmarktdaten vom 2. Oktober lag er zwölf Stunden später 2,3 % niedriger", hieß es in dem Bericht. Das am Mittwochabend veröffentlichte Protokoll der Septembersitzung der US-Notenbank Fed bringt keine Entlastung. Wie CNBC berichtet, hielt die Mehrheit der Notenbanker eine weitere Zinserhöhung bis Jahresende für wahrscheinlich angemessen.

Optionshändler setzen auf die Gegenrichtung

Ein reines Abwärtsszenario zeichnen die Daten dennoch nicht. Am Optionsmarkt standen gestern nur rund 0,56 Puts je offenem Call, und die größte einzelne Liquidationszone auf der Einjahreskarte von Glassnode liegt oberhalb des Kurses, zwischen etwa 87.100 und 95.900 US-Dollar mit Schwerpunkt bei 92.000 US-Dollar. Hält sich Bitcoin nachhaltig über 85.500 US-Dollar, wäre die verlorene Marke laut Glassnode zurückerobert. Die Positionierung der Händler ist damit deutlich optimistischer als die tatsächliche Nachfrage, und genau diese Lücke dürfte über die Richtung entscheiden.

Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net

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