Euro am Sonntag deckt auf

Hier stimmt was nicht! Renminbi mit gefährlichen Relationen


Hier stimmt was nicht! Renminbi mit gefährlichen Relationen

Die Aufnahme des chinesischen ­Renminbi in den Währungskorb des IWF gilt als ein Meilenstein. Die Regierung in Peking findet darin ihre Politik der Marktöffnung bestätigt.

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von Jörg Lang, Euro am Sonntag

In der Bevölkerung ist die Skepsis gegenüber den Politikern und dem Finanzsystem allerdings eher gewachsen. Erkennbar ist das unter anderem daran, dass immer mehr Mittel in Immobilien fließen, selbst wenn damit keine Mieten verdient werden. Nach dem Motto: Lieber ein nicht vermietetes Apartment in einer Geisterstadt als ein verzinsliches Bankkonto bei einer Staatsbank. Auffällig ist ebenfalls, dass die Importe aus Steuerparadiesen wie Samoa, den Bahamas oder den Seychellen dreistellige Zuwachsraten haben. Über hohe Verrechnungspreise werden wohl Gelder ins Ausland kanalisiert.

Die Skepsis der Bevölkerung ist verständlich. China fällt es immer schwerer, die nötigen Wachstumsraten zu erwirtschaften. Die Verschuldung im System steigt deutlich schneller als das nominale Inlands­produkt. Laut den Analysten der japanischen Investmentbank Nomura hat sie mehr als 300 Prozent des Inlands­produkts erreicht. Das ist eine Größenordnung, die höher ist als in der Asienkrise 1997 oder bei der US-Subprimekrise.

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China dürfte den Punkt, ab dem eine schmerzfreie Trendwende noch möglich gewesen wäre, lange hinter sich gelassen haben: Weder eine Begrenzung des Schuldenzuwachses unter das Wirtschaftswachstum noch eine Inflationierung der Wirtschaft sind realisierbare Wege. Der einzige Ausweg Ist der Abbau der Schulden über Insolvenzen. Ob das geordnet über die Bühne gehen kann? Vor allem die staatseigenen Betriebe haben Schulden im großen Stil aufgebaut. Fiele ein zunehmender Teil von ihnen aus, würde dies das Wirtschaftswachstum Chinas dämpfen und wohl auch seine Währung trotz IWF-Adelung stark belasten. Für Anleger heißt das: Vorsicht bei Währungen wie dem Austral-Dollar oder dem brasilianischen Real, die vom Wachstum Chinas maßgeblich abhängen.

Unser Kolumnist Jörg Lang beschäftigt sich seit 1988 mit dem Thema Aktien.

Bildquellen: William Ju / Shutterstock.com, Aleksey Klints / Shutterstock.com

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