30 Prozent Aufwärtspotenzial bei Bitcoin? Weshalb Anleger die Risiken nicht ignorieren dürfen
Eine Großbank, die im Sommer noch kräftig auf die Bremse trat, rechnet plötzlich wieder viel höher, doch ein Detail ihrer Studie dürfte Bitcoin-Anleger nachdenklich stimmen.
Werte in diesem Artikel
- Bitcoin zieht weiter an
- Citigroup hebt ihr Ziel für Bitcoin auf 113.000 US-Dollar an
- Neue Prognose liegt weiter unter dem Rekordhoch vom Oktober 2025
Der Bitcoin zieht laut CoinMarketCap zeitweise um 2,2 Prozent auf rund 85.948 US-Dollar an und bekommt dabei Rückenwind von der Wall Street. Die US-Großbank Citigroup traut der größten Kryptowährung deutlich mehr zu als noch im Sommer.
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Citi rechnet wieder mit deutlich höheren Bitcoin-Kursen
In einer Studie, über die Reuters berichtete, hob Citi das Ziel für Bitcoin auf Sicht von zwölf Monaten von 82.000 auf 113.000 US-Dollar an. Für Ethereum stieg die Prognose von 2.240 auf 3.028 US-Dollar. Als Gründe nennt die Bank laut der Nachrichtenagentur eine lebhaftere Aktivität am Kryptomarkt, ein unterstützendes makroökonomisches Umfeld und wieder einsetzende Zuflüsse in börsengehandelte Fonds. Für die kommenden zwölf Monate erwarten die Analysten Zuflüsse von rund fünf Milliarden US-Dollar, und zwar langsamer, aber stetiger als in früheren Phasen, weil Vermögensberater und Broker ihre Bitcoin-Quoten schrittweise erhöhen.
Vom Sommertief zur Kehrtwende
Die Anhebung ist eine bemerkenswerte Rolle rückwärts. Anfang Juli hatte Citi das Bitcoin-Ziel noch von 112.000 auf 82.000 US-Dollar gekappt und die erwarteten ETF-Nettozuflüsse von zehn Milliarden auf null gesetzt. Bitcoin kostete damals rund 58.900 US-Dollar, so wenig wie seit September 2024 nicht mehr. Seither hat sich das Bild gedreht: Reuters zufolge belebte ein schwächerer US-Dollar nach den Rückkäufen langlaufender Anleihen durch das US-Finanzministerium den gesamten Kryptomarkt. Gemessen am Julitief notiert Bitcoin inzwischen fast um die Hälfte höher.
Was die neue Bitcoin-Prognose für Anleger bedeutet
Auf dem Papier signalisiert das neue Ziel von Citi ein Aufwärtspotenzial von rund 30 Prozent. Drei Punkte relativieren das allerdings. Erstens bleiben 113.000 US-Dollar klar unter dem Allzeithoch von gut 126.200 US-Dollar vom Oktober 2025, von dem Bitcoin noch gut 30 Prozent entfernt ist. Zweitens erreichen die erwarteten fünf Milliarden US-Dollar an Zuflüssen nur die Hälfte der zehn Milliarden, mit denen Citi vor dem Julischnitt kalkuliert hatte. Drittens zeigt der Schwenk um mehr als 30.000 US-Dollar binnen eines Quartals, dass solche Prognosen der Kursentwicklung eher folgen als sie vorwegzunehmen. Das steigende Handelsvolumen deutet auf breitere Beteiligung hin, belastbar wird die Erholung aber erst mit anhaltenden Fondszuflüssen.
Regulierung bleibt die offene Flanke
Unsicherheit kommt zudem aus Washington. Mitte September scheiterte der US-Senat damit, den Clarity Act voranzubringen, der einen Rechtsrahmen für digitale Vermögenswerte schaffen sollte. Citi zufolge hat das den Weg zu einem Marktstrukturgesetz verengt, zugleich aber Regelankündigungen der Börsenaufsicht SEC ausgelöst, die die negative Stimmung abgefedert hätten. Für Anleger bleibt die Regulierung damit ein Faktor, der Erholungen jederzeit ausbremsen kann.
Alexandra Hesse, Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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