Nach EZB-Entscheid

Wieso der Euro stark von EZB-Signalen für die geldpolitische Wende profitiert


Wieso der Euro stark von EZB-Signalen für die geldpolitische Wende profitiert

Der Kurs des Euro ist am Donnerstag stark gestiegen. Auslöser für den Kurssprung waren Aussagen der Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, die als Hinweis auf eine geldpolitische Wende gedeutet wurden.

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Am Nachmittag stieg die Gemeinschaftswährung Euro bis auf 1,1424 US-Dollar, nachdem sie am Morgen unter der Marke von 1,13 Dollar gehandelt worden war. Die EZB hatte den Referenzkurs in der Nähe des Tagestiefs auf 1,1286 (Mittwoch: 1,1323) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8861 (0,8831) Euro.

Der entscheidende Impuls für den Handel am Devisenmarkt folgte am Nachmittag, als EZB-Präsidentin Lagarde die geldpolitischen Entscheidungen der Notenbank vor Journalisten erläuterte. Sie machte deutlich, dass im geldpolitischen Rat durchweg Besorgnis wegen der hohen Inflation herrsche. Auf der nächsten Sitzung im März werde der mittelfristige Ausblick auf die Preisentwicklung genauer untersucht, sagte Lagarde.

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Die EZB habe doch "recht klare Hinweise geliefert, dass sie vermutlich im März eine Straffung ihrer Geldpolitik in Gang setzen wird", kommentierte der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, die Aussagen der Notenbankpräsidentin. Er rechnet jetzt für September und für Dezember mit Zinserhöhungen um jeweils 0,25 Prozentpunkte. Bisher hatten viele Ökonomen die erste Zinserhöhung nicht vor 2023 erwartet.

Kursverluste gab es hingegen bei der türkischen Lira, die nach einem erneut starken Anstieg der Inflation unter Druck geriet. Im Januar sprang die Inflationsrate in der Türkei bis knapp unter die Marke von 50 Prozent. Als Hauptgrund für den starken Anstieg der Verbraucherpreise gilt die lockere Ausrichtung der türkischen Geldpolitik. Trotz der hohen Inflation hat die türkische Notenbank im vergangenen Jahr den Leitzins mehrfach gesenkt, auf zuletzt 14,0 Prozent.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,83208 (0,83395) britische Pfund, 129,63 (129,37) japanische Yen und 1,0407 (1,0399) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold kostete am Nachmittag in London 1803 Dollar. Das waren 3 Dollar weniger als am Vortag.

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FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: whitelook / Shutterstock.com, isak55 / Shutterstock.com

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