Panetta: EZB-Rat erhält im Frühsommer erste Analyse zu digitalem Euro


Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) wird sich nach den Worten von EZB-Direktor Fabio Panetta im Frühsommer mit der möglichen Emission eines digitalen Euro befassen. "Wir werden dem EZB-Rat im Frühsommer unsere vorläufige Analyse präsentieren, der Rat muss dann grundsätzlich entscheiden, ob wir fortfahren sollen", sagte Panetta dem Nachrichtenmagazin Spiegel. Der Rat trifft sich laut EZB-Kalender am 10. und 23. Juni, der Erweiterte Rat (General Council) am 24. Juni.

Für den Fall einer positiven Grundsatzentscheidung wird die EZB laut Panetta anschließend über die Ausgestaltung und technische Lösungen des digitalen Euro entscheiden, was mindestens 18 Monate dauern werde. "Danach muss der Rat eine weitere Entscheidung treffen, und dann kann die Lösung implementiert werden", sagte Panetta.

Bis zur möglichen Einführung eines digitalen Euro würden laut Panetta vier bis fünf Jahre vergehen. Parallel werde sich die EZB mit der Politik konsultieren, es gebe eine gemeinsame Arbeitsgruppe von EZB und EU-Kommission.

Führende Vertreter des EZB-Direktoriums, neben Panetta auch EZB-Präsidentin Christine Lagarde, haben sich für einen digitalen Euro ausgesprochen. Verhaltene Töne kommen dagegen von der Deutschen Bundesbank. Auch in der Finanzindustrie wird das Thema nicht ohne Sorge gesehen. Panetta versicherte in dem Spiegel-Interview, dass ein digitaler Euro die EZB nicht in eine Konkurrenz zum Bankensektor bringen werde. "Wir werden sicheres Geld anbieten, keine Finanzdienstleistungen", sagte er.

Übermäßigen Abflüssen von "normalen" Euros in digitale Euros will die EZB laut Panetta entgegenwirken.

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(END) Dow Jones Newswires

February 09, 2021 06:07 ET (11:07 GMT)

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