Weiterer Abschlag

Polit-Krise und drohende Staatspleite: Venezuelas Bolivar fällt auf Rekordtief


Polit-Krise und drohende Staatspleite: Venezuelas Bolivar fällt auf Rekordtief

Angesichts eines harten Vorgehens der Regierung von Venezuela gegen Oppositionelle und zunehmender Furcht der Anleger vor einer Staatspleite verliert die Landeswährung rasant an Wert.

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Auf dem Schwarzmarkt lag der Kurs am Freitag bei 15.500 Bolivar für einen US-Dollar. Ein klares Zeichen, dass versucht wird, an Dollars zu kommen, um sich gegen eine Pleite zu wappnen. Noch im Juli lag der Kurs bei 10.000 Bolivar für einen Dollar. Es gibt in Venezuela drei offizielle Wechselkurssysteme und den Schwarzmarktkurs. Es wird kaum noch etwas exportiert, weil Dollareinnahmen über die Zentralbank mit einem viel niedrigeren Kurs umgerechnet werden.

Die ohnehin schon höchste Inflation der Welt beschleunigt sich im Rekordtempo. Der niedrigste Kurs liegt bei 1:10,35 Bolivar, das ist der tiefste Wert seit 2008 und relevant für Investoren, die Anleihen kaufen. In offiziellen Wechselstuben gibt es für einen Dollar knapp 3.000 Bolivar. Wegen des Wechselkurssystems können Ausländer ihre Kreditkarten praktisch nicht einsetzen, da die niedrigen offiziellen Kurse berechnet werden. Der Bolivar-Absturz hat sich seit Einsetzung einer linientreuen Verfassungsgebenden Versammlung verschärft, die als übergeordnetes Staatsorgan das von der Opposition dominierte Parlament entmachtet hat. Der sozialistischen Regierung von Präsident Nicolás Maduro wird der Umbau zur Diktatur vorgeworfen.

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Schon in Kürze droht dem Land mit den größten Ölreserven der Welt eine Staatspleite. Nach Angaben des Präsidenten der venezolanischen Kreditbank, Germán García-Velutini, werden Oktober und November sehr kritisch, da dann jeweils rund zwei Milliarden Dollar Rückzahlungen fällig werden. Durch Misswirtschaft und den niedrigen Ölpreis fehlen Devisen, der hohe Schuldendienst führt zudem auch dazu, dass Geld für den ausreichenden Import von Medizin und Lebensmitteln fehlt./ir/tos/DP/jsl

CARACAS (dpa-AFX)

Bildquellen: Maciej Bledowski / Shutterstock.com

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