iShares Core DAX ETF: Über 18 Prozent Rendite in jedem der vergangenen drei Jahre

Der DAX stand am 3. August erstmals bei über 26.000 Punkten. Doch ausgerechnet eine der wichtigsten Positionen im größten deutschen Aktien-ETF bremst diesen Erfolg (noch) eher aus.
Werte in diesem Artikel
Das Wichtigste in Kürze:
- Der DAX hat am 3. August 2026, erstmals die Marke von 26.000 Punkten überschritten, getrieben von deutlich gefallenen Ölpreisen und einer Erholung im weltweiten Technologiesektor.
- Unter allen 40 verfügbaren ETFs auf den deutschen Aktienmarkt ist dieser Fonds mit Abstand der größte.
- Von den drei größten Positionen trägt vor allem Siemens den aktuellen Höhenflug mit, während SAP nach einem herben Kursrückgang seit seinem Rekordhoch 2025 eher bremst statt treibt.
Warum der DAX heute ein neues Rekordhoch erreicht
Der iShares Core DAX® UCITS ETF (DE) EUR (Acc) bildet den DAX-Index nach, der die 40 größten und umsatzstärksten deutschen Aktien bündelt. Am Montag, dem 3. August 2026, hat der DAX erstmals die Marke von 26.000 Punkten überschritten, ein neues Allzeithoch. Den unmittelbaren Auslöser lieferten deutlich gefallene Ölpreise, nachdem US-Präsident Donald Trump am Wochenende neue Gespräche mit dem Iran angekündigt und zugleich einen zuvor befürchteten Großangriff abgesagt hatte. Dadurch schwanden sowohl Inflationssorgen als auch die Angst vor weiter steigenden Zinsen, was Aktien insgesamt attraktiver machte. Hinzu kam eine spürbare Erholung im weltweiten Technologiesektor, insbesondere bei KI-Werten, sowie überwiegend gute Quartalszahlen deutscher Unternehmen in der laufenden Berichtssaison. Der Fonds selbst repliziert seinen Index physisch und vollständig, thesauriert seine Erträge und ist bereits seit Dezember 2000 am Markt.
Der größte, aber nicht der günstigste DAX-ETF
Mit einem Fondsvolumen von 8,7 Milliarden Euro ist dieser Fonds unter allen 40 verfügbaren ETFs auf den deutschen Aktienmarkt mit Abstand der größte. Der einzige Wettbewerber, der überhaupt in die Nähe dieses Fondsvolumens kommt, ist der Xtrackers DAX UCITS ETF 1C mit 7,0 Milliarden Euro, der mit 0,09 Prozent pro Jahr allerdings ein gutes Stück günstiger ist als die 0,16 Prozent des iShares-Fonds. Dahinter folgen zahlreiche deutlich kleinere ETFs auf den deutschen Aktienmarkt mit Kosten zwischen 0,08 und 0,70 Prozent. Der iShares-Fonds zählt damit keineswegs zur teuersten Variante, auch wenn es günstigere, dafür aber weniger etablierte Alternativen gibt.
Siemens, SAP und Allianz: Wer den Höhenflug trägt, und wer eher bremst
Die zehn größten Positionen vereinen 64,7 Prozent des Fondsvermögens, ein für einen Index mit nur 40 Mitgliedern erwartbar hoher, aber dennoch bemerkenswerter Konzentrationsgrad. Größte Position ist mit 11,51 Prozent Siemens. Der Industriekonzern hat sich in den vergangenen zwei Jahren zum wertvollsten börsennotierten Unternehmen Deutschlands entwickelt, unter anderem gestützt von der milliardenschweren Übernahme des Industriesoftware-Anbieters Altair Engineering sowie der wachsenden Nachfrage nach Automatisierung und Netzinfrastruktur im Zuge des KI-Booms und der staatlichen Infrastrukturprogramme. Siemens zählt mit einem Kursanstieg von 17,7 Prozent im laufenden Jahr zu den klaren Treibern des aktuellen Rekordhochs. Auf Platz zwei folgt mit einer Gewichtung von 9,20 Prozent SAP, dessen Rolle differenzierter zu betrachten ist. Die Aktie erreichte im Februar 2025 mit etwa 284 Euro ihr Allzeithoch, ist seither jedoch auf zeitweise unter 140 Euro gefallen, obwohl das operative Cloud-Geschäft weiterhin solide wuchs. Der Kursrückgang von allein 18 Prozent im laufenden Jahr wird von Marktbeobachtern vor allem mit einer allgemeinen Stimmungseintrübung gegenüber hoch bewerteten Softwarewerten erklärt. Der DAX steht damit heute eher trotz als wegen SAP auf Rekordniveau, auch wenn der SAP-Kurs im letzten Monat wieder um fast 19 Prozent zulegte. An dritter Stelle steht mit 8,44 Prozent Allianz, das von der insgesamt starken Verfassung des europäischen Finanz- und Versicherungssektors profitiert, getragen von robusten Unternehmensgewinnen und einem freundlichen Kapitalmarktumfeld. Mit einem Kursplus von 12 Prozent im laufenden Jahr zählt die Allianz damit ebenfalls zu den wichtigsten Stützen des DAX.
Industrie vor Finanzwerten: Warum diese Branchenmischung als Depot-Ausgleich taugt
Nach Sektoren führt Industrie mit 34,5 Prozent deutlich vor Finanzdienstleistungen mit 20,0 Prozent, erst dahinter folgt Technologie mit 15,4 Prozent. Als reiner Deutschland-ETF eignet sich dieser Fonds damit gut als Beimischung, um den in vielen Depots hohen US-Tech-Anteil etwas auszugleichen. Der breite Industrieanteil ist dabei selbst wieder vielfältig, von Maschinenbau über Automatisierung bis zu Rüstung, und profitiert aktuell unter anderem vom milliardenschweren Infrastrukturprogramm der Bundesregierung, auch wenn einzelne Industriezweige wie die Automobilbranche weiterhin mit strukturellen Herausforderungen kämpfen. Der Finanzsektor profitiert von den in den vergangenen Jahren gestiegenen Zinserträgen, muss sich nun aber auf die schrittweise sinkenden Leitzinsen der Europäischen Zentralbank einstellen, die diese Ertragsquelle allmählich schmälern dürften. Die Technologiebranche schließlich zeigt sich, wie am Beispiel SAP sichtbar, aktuell selbst innerhalb Deutschlands gespalten zwischen KI-getriebenen Gewinnern und unter Bewertungsdruck stehenden Softwarewerten.
Drei starke Jahre in Folge, und ein deutlich ruhigeres laufendes Jahr
2023 legte der Fonds um 19,5 Prozent zu, 2024 um 18,1 Prozent und 2025 sogar um 22,7 Prozent, jeweils getragen von sinkenden Zinsen, den staatlichen Infrastruktur- und Verteidigungsausgaben sowie der Nachfrage nach Energie- und Netzinfrastruktur im Zuge des KI-Booms, wie sie unter anderem Siemens zugutekam. Im laufenden Jahr fällt die Rendite mit 4,0 Prozent dagegen deutlich moderater aus. Das liegt unter anderem daran, dass der DAX im April 2026 im Zuge einer Eskalation des Nahost-Konflikts zeitweise deutlich unter Druck geriet, als steigende Ölpreise erneut Inflations- und Zinssorgen schürten. Dass der Fonds trotz dieses Rückschlags nun ein neues Rekordhoch erreicht, lässt sich als zusätzliches, wenn auch nicht garantiertes Kaufsignal deuten, sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der deutsche Aktienmarkt weiterhin anfällig für geopolitische Nachrichten bleibt.
Auch deutsche Standardwerte sind nicht vor heftigen Rückschlägen geschützt
Seit Auflage im Dezember 2000 liegt der maximale Verlust bei minus 67,5 Prozent, ein Wert, der auf das Platzen der Dotcom-Blase in den frühen 2000er-Jahren zurückgeht, als besonders viele der damals hoch bewerteten Technologie- und Telekommunikationswerte auch im DAX einbrachen. In der jüngeren Vergangenheit fiel der größte Rücksetzer mit minus 26,8 Prozent über die vergangenen fünf Jahre deutlich moderater aus, geht aber ebenfalls auf eine Kombination aus den Leitzinserhöhungen des Jahres 2022 sowie den Handelskonflikt-bedingten Kursrückgängen der vergangenen Jahre zurück. Besonders unter Druck gerät der DAX typischerweise in Phasen steigender Zinsen, eskalierender geopolitischer Konflikte mit steigenden Energiepreisen sowie bei einer allgemeinen globalen Konjunkturabkühlung, die exportorientierte deutsche Industriekonzerne besonders hart trifft. Die Volatilität liegt über ein, drei und fünf Jahre bei 15 bis 17 Prozent, trotz der Konzentration auf nur 40 Positionen und ein einzelnes Land kein auffällig hoher Wert, was den Fonds als wohldosierten, zusätzlichen Renditebaustein im Portfolio attraktiv machen kann.
Für welche Strategie sich dieser DAX-ETF eignet
Der Fonds eignet sich als gezielte Beimischung für Anleger, die ihr Depot um deutsche Industrie-, Finanz- und Technologiewerte ergänzen und damit die sonst oft dominante US-Technologielastigkeit ausgleichen möchten. Das heutige Rekordhoch zeigt dabei exemplarisch, wie unterschiedlich einzelne Schwergewichte zu einem solchen Ergebnis beitragen können, während Siemens und Allianz zuletzt zu den Treibern zählten, wirkte SAP eher bremsend. Wer investiert, sollte sich der weiterhin bestehenden Abhängigkeit von geopolitischen Entwicklungen, der europäischen Zinspolitik sowie der Konzentration auf ein einzelnes Land bewusst sein.
Daniel Dünn, Redaktion TraderFox (finanzen.net)
Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien-ETFs unterliegen Kursschwankungen, zwischenzeitliche Verluste sind möglich.
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