ETF des Monats

ETF des Monats September 2026: Der günstigste Weg in ein historisches Comeback


ETF des Monats September 2026: Der günstigste Weg in ein historisches Comeback

Nach einem heftigen Rücksetzer im ersten Halbjahr klettert der Goldpreis seit Wochen wieder von Hoch zu Hoch, ausgelöst durch eine ungewöhnliche Intervention der US-Regierung am Anleihemarkt.

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Goldpreis hat seit einer überraschenden Ankündigung des US-Finanzministeriums Mitte August um mehr als 300 Dollar je Feinunze zugelegt.
  • Nach einem Rekordhoch im Januar folgte ein Rückgang von rund 30 Prozent. Seit Jahresbeginn steht dennoch schon wieder ein Plus zu Buche.
  • Mit 0,11 Prozent laufenden Kosten ist dieser ETC die günstigste Möglichkeit, unter 18 verfügbaren Produkten physisch besichertes Gold an der Börse zu handeln.

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Was ein Gold-ETC ist und wie der Xtrackers-ETC funktioniert

Ein ETC, kurz für Exchange Traded Commodity, unterscheidet sich von einem klassischen ETF dadurch, dass er keinen Fonds mit mehreren Wertpapieren abbildet, sondern eine Schuldverschreibung ist, die durch einen einzelnen Rohstoff wie Gold besichert ist. Der Xtrackers IE Physical Gold ETC Securities mit der ISIN DE000A2T0VU5 bildet hierbei den Kassapreis von Gold nach, indem er physisch mit Goldbarren hinterlegt ist. Das hinterlegte Gold wird von der JPMorgan Chase Bank als Verwahrstelle größtenteils zugeteilt in gesicherten Tresoren in London gehalten, jedes Wertpapier verbrieft dabei einen festen Anspruch auf eine bestimmte Menge Gold. Aufgelegt wurde der ETC am 22. April 2020 und mit einem Fondsvolumen von 5,9 Milliarden Euro zählt er zu den größten seiner Art weltweit. Die laufenden Kosten von 0,11 Prozent pro Jahr werden nicht als separate Gebühr abgebucht, sondern täglich über eine minimale Reduzierung des Goldanspruchs je Wertpapier verrechnet, für Anleger wirtschaftlich aber identisch mit einer klassischen Kostenquote.

Die günstigste Möglichkeit, in physisches Gold zu investieren

Von den insgesamt 18 an deutschen Börsen verfügbaren Gold-ETCs verlangen 14 zwischen 0,12 und 0,99 Prozent pro Jahr. Drei weitere werben zwar mit einer Kostenquote von 0,00 Prozent, hier fallen die eigentlichen Kosten aber an anderer Stelle an, etwa über separat ausgewiesene Lager- oder Verwahrgebühren, die direkt vom hinterlegten Gold abgezogen werden und wirtschaftlich denselben Effekt haben wie eine reguläre Kostenquote. Mit 0,11 Prozent pro Jahr ist der Xtrackers-ETC damit unter Berücksichtigung aller Kosten die günstigste Möglichkeit am Markt, um in physisch besichertes Gold zu investieren.

Warum der Goldpreis gerade jetzt wieder zulegt

Am 19. August kündigte das US-Finanzministerium überraschend an, seine Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen deutlich auszuweiten, um die Renditen am Anleihemarkt zu drücken und so den Schuldendienst der USA günstiger zu machen. Diese Maßnahme schwächte zugleich den US-Dollar, wodurch Gold für internationale Käufer günstiger und als zinslose Anlage im Vergleich zu sinkenden Anleiherenditen attraktiver wurde. Seit dieser Ankündigung ist der Goldpreis um mehr als 300 US-Dollar je Feinunze gestiegen und erreichte zuletzt mit etwa 4.660 US-Dollar den höchsten Stand seit Mitte Mai, was zudem den dritten Wochengewinn in Folge bedeutete. Verstärkt wird die Bewegung durch die zeitgleich auf über 40 Billionen US-Dollar gestiegene US-Staatsverschuldung sowie durch die Erwartung, dass die US-Notenbank angesichts zuletzt schwacher Arbeitsmarktdaten ihren Kurs weiter lockern könnte. Analysten verweisen zudem auf anhaltende Goldkäufe von Notenbanken weltweit als strukturellen, längerfristigen Nachfragefaktor.

Der Rückgang zuvor, und warum er sich jetzt relativiert

Wer nur auf die vergangenen sechs Monate schaut, sieht beim zugrunde liegenden Goldpreis zunächst ein Minus von 8,3 Prozent, ein Wert, der viele Anleger abschrecken dürfte. Dahinter steckt ein Jahr mit zwei sehr unterschiedlichen Phasen. Im Januar erreichte Gold mit knapp 5.600 US-Dollar je Feinunze ein Rekordhoch, bevor im ersten Halbjahr eine deutliche Korrektur von ungefähr 30 Prozent auf ein Tief von etwa 3.940 US-Dollar folgte. Seit Ende Juni hat sich der Goldpreis jedoch wieder deutlich erholt, angetrieben von den oben beschriebenen Entwicklungen. In der Gesamtbetrachtung seit Jahresbeginn steht trotz des zwischenzeitlich erheblichen Rückgangs für das laufende Jahr bereits wieder ein Plus von 5,2 Prozent zu Buche. Für Anleger bedeutet das, dass der aktuelle Kurs trotz der jüngsten Rally noch spürbar unter dem Rekordhoch vom Jahresanfang liegt, was eine interessante Einstiegschance bietet.

Rendite und Risiko im Verhältnis

Gold schwankt deutlich stärker als die meisten Aktienmärkte. Die Volatilität lag zuletzt bei 24,8 Prozent auf Sicht von einem Jahr, 18,8 Prozent auf drei Jahre und 17,3 Prozent auf fünf Jahre. Um einzuordnen, ob sich diese Schwankungen für Anleger ausgezahlt haben, lohnt der Blick auf das Verhältnis von Rendite zu Risiko, das angibt, wie viel Rendite ein Anleger pro Einheit eingegangener Schwankung erhalten hat. Ein Wert von 1 bedeutet grob, dass Rendite und Schwankungsbreite sich die Waage hielten, Werte deutlich darüber gelten gemeinhin als attraktiv. Mit 1,51 auf ein Jahr, 1,66 auf drei Jahre und 1,20 auf fünf Jahre liegt dieses Verhältnis in allen drei Zeiträumen über der Marke von 1. Das Edelmetall hat Anleger für die eingegangenen Schwankungen also über verschiedene Zeithorizonte hinweg überdurchschnittlich entschädigt, nicht nur während der jüngsten Rally.

Für wen sich der ETC eignet

Der Xtrackers IE Physical Gold ETC Securities eignet sich für Anleger, die ihrem Portfolio einen von Aktien und Anleihen unabhängigen Baustein beimischen möchten, der historisch gerade in Phasen von Unsicherheit über Staatsverschuldung, Geldpolitik oder Währungen gefragt ist. Wegen der spürbaren Schwankungsbreite, wie die Korrektur im ersten Halbjahr gezeigt hat, eignet sich Gold eher als Beimischung mit langem Anlagehorizont denn als kurzfristige Wette auf weiter steigende Kurse. Wer sich näher mit dem Produkt beschäftigen möchte, kann sich Kurs, Kosten und Kennzahlen des ETC direkt ansehen und ihn bei finanzen.net ZERO auch als Sparplan einrichten, ganz ohne Ordergebühren.

Daniel Dünn, Redaktion TraderFox (finanzen.net)

Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Rohstoff-ETCs unterliegen teils erheblichen Kursschwankungen, zwischenzeitliche Verluste sind möglich. Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Wertentwicklungen.

Bildquellen: Andrey_Popov / Shutterstock.com, adirekjob / Shutterstock.com

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