Frankreich-ETF

Der Xtrackers CAC 40 UCITS ETF liefert den einzigen günstigeren Weg in den französischen Aktienmarkt

21.07.26 08:45 Uhr

Xtrackers CAC 40 UCITS ETF 1D (LU0322250985) im Check: Der günstigste Frankreich-ETF im Test | finanzen.net

Frankreichs Regierung wechselt fast im Jahrestakt und das Haushaltsdefizit liegt weit über EU-Vorgaben. Trotzdem befindet sich der günstigste verfügbare Frankreich-ETF seit 2016 im Aufwärtstrend.

Werte in diesem Artikel
Aktien

479,10 EUR -7,40 EUR -1,52%

267,45 EUR 2,20 EUR 0,83%

72,39 EUR 1,48 EUR 2,09%

ETFs

84,13 EUR -0,39 EUR -0,00%

86,58 EUR -0,41 EUR -0,00%

Indizes

8.348,6 PKT 8,4 PKT 0,10%

Das Wichtigste in Kürze:

  • Als einziger unter den Frankreich-ETFs liegt dieser Fonds bei den Kosten unter der 0,25-Prozent-Marke seiner Wettbewerber, ein spürbarer Vorteil über lange Anlagezeiträume.
  • Frankreich kämpft mit einem Haushaltsdefizit von über 5 Prozent der Wirtschaftsleistung und politischer Instabilität, und trotzdem läuft der wichtigste Aktienindex des Landes seit 2016 in einem intakten Aufwärtstrend.
  • In den vergangenen drei Jahren lag die Ausschüttungsrendite dieses Fonds stets zwischen 3,0 und 3,4 Prozent.

Der günstigste Weg in den französischen Aktienmarkt: Wie der Fonds zusammengesetzt wird

Der Xtrackers CAC 40 UCITS ETF 1D bildet den CAC 40 Index nach, der die 40 größten und meistgehandelten an der Euronext Paris notierten Unternehmen bündelt. Die Auswahl der 40 Werte erfolgt anhand des höchsten frei verfügbaren Streubesitzwerts im Vergleich zu allen anderen an der Börse notierten Unternehmen, die Zusammensetzung und Gewichtung des Index wird regelmäßig überprüft und angepasst. Der Fonds repliziert seinen Index physisch und vollständig, schüttet seine Erträge jährlich aus und ist bereits seit Juli 2008 am Markt. Bei den Kosten liegt er mit 0,20 Prozent pro Jahr als einziger größerer Anbieter unter der sonst in diesem Marktsegment üblichen Marke von 0,25 Prozent, ein auf lange Sicht spürbarer Kostenvorteil gegenüber den zahlreichen anderen Varianten auf denselben Index. Mit einem Fondsvolumen von 118 Millionen Euro ist er allerdings deutlich kleiner als die größten Wettbewerber in diesem Marktsegment.

Politische Krise, wirtschaftliche Stärke: Warum Frankreichs Probleme nicht automatisch die Konzerne treffen

Frankreichs Wirtschaft steht derzeit unter erheblichem Druck. Das Haushaltsdefizit liegt bei über 5 Prozent der Wirtschaftsleistung, weit über der EU-Obergrenze von 3 Prozent, und die Staatsverschuldung bei rund 113 bis 117 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, mit steigender Tendenz laut Prognosen des Internationalen Währungsfonds bis auf fast 130 Prozent im Jahr 2030. Innerhalb eines Jahres hat das Land mehrere Premierminister verschlissen, die Ratingagentur KBRA hat die langfristige Kreditwürdigkeit Frankreichs zuletzt auf AA- herabgestuft und verweist auf anhaltend hohe Defizite und eine politisch zersplitterte Regierungsbildung. Das Wirtschaftswachstum bleibt mit Prognosen von 0,7 bis 0,9 Prozent auch für 2026 verhalten, zusätzlich belastet durch die im Jahr 2027 anstehende Präsidentschaftswahl. Für Anleger ist trotzdem ein entscheidender Punkt wichtig: Die größten Unternehmen im CAC 40 erwirtschaften den überwiegenden Teil ihrer Umsätze außerhalb Frankreichs, oft sogar überwiegend außerhalb Europas. Ein Industriekonzern wie Schneider Electric, ein Energiekonzern wie TotalEnergies oder ein Luxuskonzern wie LVMH verkaufen ihre Produkte weltweit und hängen damit deutlich weniger von der französischen Binnenkonjunktur ab als etwa ein Einzelhändler oder eine regional tätige Bank. Das erklärt einen wesentlichen Teil des scheinbaren Widerspruchs zwischen einer angespannten Staatsfinanzlage und einem seit 2016 grundsätzlich aufwärts gerichteten Aktienindex, wie sich auch an der Rendite dieses Fonds zeigt: 2023 legte er um 19,86 Prozent zu, 2025 um 14,02 Prozent, während 2024 mit nur 0,62 Prozent ein schwaches Jahr war. Ganz von der politischen Lage abgekoppelt sind die Unternehmen im Index dabei aber nicht: Steigende Finanzierungskosten für den französischen Staat wirken sich auch auf stärker binnenorientierte Index-Mitglieder wie Banken und Versicherer aus.

Schneider Electric, TotalEnergies und LVMH: Die Schwergewichte im Fonds

Die zehn größten Positionen vereinen 59,33 Prozent des Fondsvermögens. Größte Position ist mit 8,81 Prozent Schneider Electric, der Spezialist für Energiemanagement und Automatisierung, der zuletzt vom Weltwirtschaftsforum erneut mit der Auszeichnung Global Lighthouse für seine Werke in El Paso und Peking geehrt wurde, eine Anerkennung für besonders fortschrittliche, digital vernetzte Fertigung. Auf Platz zwei folgt mit 7,70 Prozent TotalEnergies. Der Energiekonzern hat sich zuletzt von seinem dezentralen Solargeschäft in Europa getrennt, um sich stärker auf profitablere Kernaktivitäten zu konzentrieren, und verschiffte gleichzeitig die erste Flüssigerdgas-Ladung aus seiner neuen Anlage in Mexiko nach Asien. An dritter Stelle steht mit 6,59 Prozent LVMH, der weltgrößte Luxuskonzern, der für 2026 sein Kulturprogramm Les Journées Particulières angekündigt hat, bei dem an 65 Standorten in 11 Ländern sonst nicht zugängliche Orte der eigenen Marken für die Öffentlichkeit geöffnet werden.

Warum die Zusammensetzung leicht von anderen CAC-40-ETFs abweicht

Bei einem genaueren Blick auf die Zusammensetzung fallen einige Details auf, die eine nähere Einordnung verdienen. Erstens fällt die Gewichtung von TotalEnergies mit 7,70 Prozent niedriger aus als beispielsweise im Amundi CAC 40 UCITS ETF Dist, dem nach Fondsvolumen größten Frankreich-ETF. Da beide Fonds offiziell denselben CAC 40 Index abbilden und keine unterschiedliche Zielsetzung verfolgen, liegt die wahrscheinlichste Erklärung in unterschiedlichen Stichtagen der jeweils veröffentlichten Zusammensetzung. Da sich Aktienkurse und damit Marktkapitalisierungsgewichte täglich verändern, führen bereits wenige Tage Unterschied zwischen zwei Datenständen zu kleinen, aber sichtbaren Abweichungen bei den einzelnen Gewichtungen, ohne dass eine strukturell andere Berechnungsmethode dahintersteckt. Zweitens liegen bei diesem Fonds Air Liquide und L'Oréal vor Sanofi, während dies bei anderen Anbietern umgekehrt sein kann. Auch das lässt sich am plausibelsten mit leicht unterschiedlichen Kursbewegungen der jeweiligen Aktien zwischen den verglichenen Stichtagen erklären, nicht mit einer bewussten, dauerhaft abweichenden Gewichtungsregel. Für Anleger bedeutet das: Diese Abweichungen sind als Momentaufnahmen zu verstehen und nicht als verlässliche, strukturelle Eigenheit, auf die sich gezielt eine Anlagestrategie stützen ließe.

Industrie und Grundstoffe stärker gewichtet: Ein Blick auf die Sektorverteilung

Nach Sektoren führt Industrie mit 30,42 Prozent, gefolgt von zyklischen Konsumgütern mit 16,08 Prozent und Finanzdienstleistungen mit 14,22 Prozent. Auffällig ist der mit 6,75 Prozent vergleichsweise hohe Anteil an Grundstoffen (nur 2,1 % im Amundi-ETF), angetrieben unter anderem durch die Gewichtung von Air Liquide. Auch hier gilt: Ob dieser höhere Grundstoffanteil dauerhaft bestehen bleibt oder sich beim nächsten Datenstand bereits wieder relativiert, hängt von denselben kursgetriebenen, kurzfristigen Schwankungen ab wie die zuvor beschriebenen Abweichungen bei den Einzelpositionen. Anleger sollten diesen Unterschied daher nicht als gezielten, stabilen Hebel zur Übergewichtung von Grundstoffen betrachten, sondern als Momentaufnahme einer im Kern nahezu identischen Indexabbildung.

Attraktive Dividende, sinkendes Risiko: Rendite und Risiko im Überblick

Bei der Dividende zeigt sich eine über die vergangenen drei Jahre konstante Ausschüttungsrendite zwischen 3,0 und 3,4 Prozent, ein attraktiver Nebeneffekt für Anleger mit Fokus auf passives Einkommen. Auffällig ist der Wert aus dem Jahr 2022 mit 4,2 Prozent, der deutlich höher liegt als in den Folgejahren. In einem Jahr mit so starken Kursschwankungen wie 2022 kann bereits ein unterschiedlicher Berechnungszeitpunkt zu einer spürbar abweichenden Renditeangabe führen, ohne dass die tatsächlich ausgeschüttete Summe entsprechend stark abweichen musste. Beim Risiko liegt die Volatilität der vergangenen fünf Jahre bei 16,27 Prozent, etwas höher als bei einem breiten Welt-ETF. Bemerkenswert ist dagegen der maximale Verlust der vergangenen fünf Jahre von minus 21,04 Prozent, der nur wenig über dem eines klassischen Welt-ETFs liegt, während der maximale Verlust seit Auflage im Jahr 2008 mit minus 43,97 Prozent deutlich höher ausfällt. Diese lange Historie schließt sowohl die Finanzkrise als auch die Eurokrise mit ein, zwei Ausnahmephasen, die den Fonds in seiner Gesamthistorie deutlich stärker belastet haben als die vergleichsweise moderaten Rückgänge der vergangenen fünf Jahre. Das Risiko für Anleger hat sich in den vergangenen Jahren also spürbar stabiler gezeigt als der Blick auf die Gesamthistorie zunächst vermuten lässt. Unter historisch seltenen Krisenbedingungen bleiben aber auch bei diesem Fonds sehr tiefe Einbrüche möglich.

Für welche Strategie sich dieser Frankreich-ETF eignet

Der Fonds eignet sich als gezielte, besonders kostengünstige Beimischung für Anleger, die ihr Depot um international tätige Industrie-, Luxusgüter- und Energiekonzerne ergänzen möchten, ohne dabei stark technologielastig zu investieren, und die zusätzlich Wert auf eine attraktive, regelmäßige Ausschüttung legen. Wer in diesen Fonds investiert, setzt letztlich weniger auf eine Erholung der französischen Binnenwirtschaft als vielmehr darauf, dass die international tätigen Großkonzerne des Landes ihre globale Wettbewerbsfähigkeit in Luxus, Energie, Pharma und Industrie behalten, unabhängig davon, wie sich die politische Lage in Paris entwickelt. Damit sich diese Investition langfristig auszahlt, sollte sich Frankreichs Haushaltslage mittelfristig zumindest stabilisieren, um steigende Finanzierungskosten für binnenorientierte Index-Mitglieder wie Banken und Versicherer zu begrenzen, und die politische Instabilität sollte nicht so weit eskalieren, dass sie das grundsätzliche Vertrauen internationaler Investoren in französische Vermögenswerte nachhaltig erschüttert. Wer bei ansonsten nahezu identischer Zusammensetzung gezielt auf die günstigeren laufenden Kosten Wert legt, findet in diesem Fonds die entsprechend passende Wahl. Ein mittel- bis langfristiger Anlagehorizont sowie das Bewusstsein für die Konzentration auf ein einzelnes Land sind für dieses Investment hilfreich .

Daniel Dünn, Redaktion TraderFox (finanzen.net)

Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien-ETFs unterliegen Kursschwankungen, zwischenzeitliche Verluste sind möglich.

Anzeige: Der Xtrackers CAC 40 UCITS ETF 1D und tausende weitere ETFs provisionsfrei bei finanzen.net zero.

Bildquellen: Aleksandra Gigowska / Shutterstock.com, Domen Colja / Shutterstock.com

Nachrichten zu LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton S.A.

Analysen zu LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton S.A.

DatumRatingAnalyst
14.07.2026LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
13.07.2026LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton BuyDeutsche Bank AG
09.07.2026LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton NeutralJP Morgan Chase & Co.
02.07.2026LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton BuyUBS AG
02.07.2026LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton OutperformRBC Capital Markets
DatumRatingAnalyst
13.07.2026LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton BuyDeutsche Bank AG
02.07.2026LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton BuyUBS AG
02.07.2026LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton OutperformRBC Capital Markets
29.06.2026LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton OutperformBernstein Research
17.06.2026LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton OutperformBernstein Research
DatumRatingAnalyst
14.07.2026LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
09.07.2026LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton NeutralJP Morgan Chase & Co.
22.06.2026LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton NeutralJP Morgan Chase & Co.
17.06.2026LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton HoldJefferies & Company Inc.
11.06.2026LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
DatumRatingAnalyst
30.06.2015LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton UnderperformMerrill Lynch & Co., Inc.
29.01.2015LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton UnderperformCredit Suisse Group
26.02.2014LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton verkaufenCredit Suisse Group
04.08.2009LVMH verkaufenHamburger Sparkasse AG (Haspa)
28.07.2009LVMH reduzierenIndependent Research GmbH

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton S.A. nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen