Dividendenfonds Europa

UniDividendenAss A: Warum die Rendite zuletzt deutlich anzog und was den Fonds vom Euro Stoxx 50 unterscheidet


UniDividendenAss A: Warum die Rendite zuletzt deutlich anzog und was den Fonds vom Euro Stoxx 50 unterscheidet

Ein seit 2004 etablierter Dividendenfonds von Union Investment hat seine Rendite zuletzt deutlich gesteigert. Doch beim Vergleich mit dem Euro Stoxx 50 Index zeigt sich, wo die Grenzen liegen.

Werte in diesem Artikel
Fonds

75.49 EUR -0.37 EUR 0.00 %

Aktien

414.00 EUR 2.00 EUR 0.49 %

47.05 EUR 0.14 EUR 0.30 %

42.24 EUR -0.26 EUR -0.61 %

Das Wichtigste in Kürze:

  • Seit 2004 am Markt und mit über einer Milliarde Euro Volumen längst etabliert. Trotzdem verrät ein Kennzahlenpaar, warum der Fonds nicht einfach ein zweiter Euro Stoxx 50 ist.
  • Ausgerechnet der größte Rückstand zum eigenen Vergleichsmaßstab liegt ganz am Anfang: was sich seitdem verändert hat.
  • Vier Länder vereinen über 70 Prozent des Portfolios auf sich und ausgerechnet die größte Volkswirtschaft der Eurozone gehört nicht dazu.
Werbung

Anzeige: Langfristig anlegen: UniDividendenAss A per Sparplan bei finanzen.net zero, ab 0 Euro.

Was der Fonds abbildet und wie etabliert er wirklich ist

Der UniDividendenAss A von Union Investment ist ein Aktienfonds, der überwiegend in europäische Unternehmen mit attraktiver Dividendenrendite und langfristig überzeugenden Gewinnperspektiven investiert. Seit der Auflegung am 15. März 2004 orientiert sich die Anlagestrategie am MSCI Europe High Dividend Yield als Vergleichsmaßstab, dessen Wertentwicklung das Fondsmanagement zu übertreffen versucht. Einzelne Positionen dürfen aktiv über oder unter diesem Vergleichsmaßstab gewichtet werden und auch Titel außerhalb des Index sind jederzeit erlaubt. Mit einem Fondsvermögen von 1,0 Milliarden Euro in der hier betrachteten Anteilklasse zählt der Fonds zu den etablierten, aber nicht zu den größten Namen seiner Kategorie. Der DWS Top Dividende bringt es beispielsweise auf ein Volumen von 22,2 Milliarden Euro oder der JPMorgan Global Dividend Fund kommt gesamt auf 8,1 Milliarden US-Dollar. Der UniDividendenAss A bewegt sich damit im Mittelfeld etablierter Dividendenfonds, mit einer Historie von über 20 Jahren aber klar auf der reiferen Seite dieser Kategorie.

Die Risikoklasse wird mit "erhöhtes Risiko" angegeben, die dritte von fünf Stufen zwischen geringem und sehr hohem Risiko. Das ordnet den Fonds als klassisches Aktieninvestment ein: schwankungsanfälliger als Anleihen oder Mischfonds, aber nicht in der höchsten Risikokategorie, wie sie etwa für gehebelte oder auf Schwellenländer spezialisierte Strategien gilt. Passend dazu richtet sich der Fonds an ein Anlegerprofil, das als "risikobereit" beschrieben wird, mit einem empfohlenen Anlagehorizont von mindestens sieben Jahren. Die Ratingagentur Scope vergibt die Note C, die mittlere von fünf Stufen zwischen A und E. Der Fonds bewegt sich damit im Vergleich zu seiner Vergleichsgruppe weder auffällig positiv noch negativ, sondern liefert ein durchschnittliches Risiko-Rendite-Profil. Auch Morningstar bestätigt dieses Bild mit drei von fünf Sternen. Für Anleger heißt das: kein Fonds mit nachgewiesener Outperformance-Historie, aber auch kein Nachzügler seiner Kategorie.

Werbung

Was der Fonds kostet und wie die Ausschüttung besteuert wird

Bei den Kosten zahlen Anleger einen Ausgabeaufschlag von 4,0 Prozent beim Kauf. Dabei handelt es sich um eine einmalige Gebühr, die üblicherweise über die Jahre der Haltedauer verteilt wird. Die laufenden Kosten liegen bei 2,0 Prozent pro Jahr und eine Erfolgsgebühr wird nicht erhoben. Im Vergleich zum Wettbewerb zeigt sich ein gemischtes Bild. Der Ausgabeaufschlag liegt unter dem der beiden genannten Konkurrenten, die jeweils 5,0 Prozent verlangen. Bei den laufenden Kosten liegt der UniDividendenAss A dagegen am oberen Ende, verglichen mit 1,45 Prozent beim DWS-Fonds und 1,81 Prozent beim JPMorgan-Fonds.

Der Fonds schüttet aus und zwar jährlich Mitte Mai. Für das Geschäftsjahr 2025/2026 betrug die Ausschüttung 2,91 Euro pro Anteil. Für Privatanleger gilt dabei eine Teilfreistellung von 30 Prozent. Weil der Fonds mehr als die gesetzlich vorgeschriebene Mindestquote in Aktien hält, bleibt automatisch fast ein Drittel der Ausschüttungen und Kursgewinne von der Abgeltungssteuer befreit. Dies muss von Anlegern nicht eigenständig beantragt werden, sondern wird direkt bei der Besteuerung berücksichtigt.

Warum die Rendite zuletzt anzog, aber hinter dem Vergleichsmaßstab und dem Euro Stoxx 50 zurückbleibt

Werbung

Zur vollen Transparenz lohnt sich zunächst der Blick auf den offiziellen Vergleichsmaßstab selbst, den MSCI Europe High Dividend Yield. In den vergangenen fünf Zwölfmonatszeiträumen lag die Wertentwicklung für den Anleger, also nach Kosten, durchgehend unter der des Vergleichsmaßstabs: von 29. Juli 2021 bis 29. Juli 2022 verzeichnete der Fonds minus 2,6 Prozent gegenüber plus 6,9 Prozent beim Vergleichsmaßstab, von 31. Juli 2022 bis 31. Juli 2023 standen plus 8,1 Prozent gegen plus 10,2 Prozent, von 31. Juli 2023 bis 31. Juli 2024 plus 11,6 Prozent gegen plus 14,4 Prozent, von 31. Juli 2024 bis 31. Juli 2025 plus 9,9 Prozent gegen plus 11,1 Prozent und von 31. Juli 2025 bis 31. Juli 2026 plus 18,5 Prozent gegen plus 20,7 Prozent. Während die Lücke 2021/2022 also noch 9,5 Prozentpunkte betrug, liegt sie in den vier folgenden Zeiträumen nur noch zwischen 1,3 und 2,7 Prozentpunkten. Für den ersten Zeitraum liegt zusätzlich die Wertentwicklung vor Kosten vor, sie lag bei plus 1,3 Prozent und damit selbst vor Abzug von Ausgabeaufschlag und laufenden Kosten noch 5,6 Prozentpunkte unter dem Vergleichsmaßstab. Der große Rückstand jenes ersten Jahres lässt sich damit nicht allein mit der Kostenstruktur erklären, sondern auch mit der Einzeltitelauswahl in diesem Zeitraum. Für die vier folgenden Zeiträume liegt keine gesonderte Bruttowertentwicklung vor.

Zusätzlich zum offiziellen Vergleichsmaßstab bietet sich zur Einordnung gegenüber einem breiter bekannten Leitindex der Euro Stoxx 50 an. Über zehn Jahre erzielte der Fonds eine jährliche Rendite von 7,1 Prozent, über drei Jahre stieg dieser Wert auf 14,1 Prozent pro Jahr und im vergangenen Jahr lag die Rendite bei 14,9 Prozent. Die jüngere Entwicklung fällt damit deutlich besser aus als der langjährige Durchschnitt, getragen von robusten Konjunkturdaten, rückläufiger Inflation und der Erwartung weiterer Zinssenkungen in Europa. Trotzdem bleibt der Fonds auch hier hinter dem Euro Stoxx 50 zurück, der im selben Zeitraum 10,6 Prozent über zehn Jahre, 17,4 Prozent über drei Jahre und 23,0 Prozent im vergangenen Jahr erzielte. Der Euro Stoxx 50 bildet ausschließlich Unternehmen aus der Eurozone ab und wurde zuletzt vor allem von Technologie- und Industriewerten getragen, während UniDividendenAss A auch in Großbritannien und der Schweiz investiert und mit einem IT-Anteil von nur 1,26 Prozent kaum von der Technologierally profitiert hat. Ein bewusst defensiver, auf Dividendenqualität ausgerichteter Fonds partizipiert in Phasen starker Wachstumsrallyes typischerweise weniger stark als ein breiter, wachstumsorientierter Leitindex, und dasselbe gilt tendenziell auch gegenüber dem eigenen, ebenfalls europäischen Vergleichsmaßstab.

Wie aktiv das Fondsmanagement dabei vorgeht, zeigt der Marktbericht zum zweiten Quartal 2026. Nach einer starken Kursentwicklung wurden Gewinne bei International Consolidated Airlines Group (IAG) realisiert und stattdessen eine erste Position im Flugzeugbauer Airbus aufgebaut, weil das Fondsmanagement die aktuellen Lieferverzögerungen als weitgehend im Kurs eingepreist ansieht. Gleichzeitig wurden die Positionen in Jeronimo Martins und Reckitt reduziert, begründet mit einer eingetrübten Geschäftsdynamik beziehungsweise zunehmendem Wettbewerbsdruck. Neu ins Portfolio kamen Flughafen Zürich und Admiral, während die Position im Triebwerkshersteller Safran wegen der weiterhin attraktiven Aussichten im margenstarken Aftermarket-Geschäft ausgebaut wurde. Das Fondsmanagement sieht die Kapitalmärkte trotz vieler Unsicherheitsfaktoren insgesamt mit mehr Chancen als Risiken, gestützt auf eine widerstandsfähige Weltwirtschaft und die Erwartung, dass der jüngste Inflationsanstieg durch ein höheres Ölangebot nur vorübergehend ausfällt. Für Anleger bedeutet diese Positionierung eine Wette auf die Erholung im Reise- und Luftfahrtsektor bei gleichzeitiger Vorsicht gegenüber Konsumgüterherstellern mit nachlassender Preissetzungsmacht.

Fünf Branchen, vier Länder: Wie konzentriert das Portfolio ist

Die zehn größten Positionen vereinen zusammen 47,0 Prozent des Fondsvermögens auf sich, ein für einen aktiv gemanagten Aktienfonds spürbarer, aber nicht extremer Konzentrationsgrad. An der Spitze steht der Versicherungskonzern Allianz SE mit 5,92 Prozent und einer für 2026 erwarteten Dividendenrendite von 4,23 Prozent. Das Unternehmen treibt aktuell sein Geschäft mit der geförderten Altersvorsorge voran. Zum 1. Januar 2027 startet gemeinsam mit der Tochtergesellschaft Allianz Global Investors ein neues Angebot mit drei Produktkategorien, darunter ein Altersvorsorgevertrag mit Beitragsgarantie und ein garantiefreies Altersvorsorgedepot. Parallel informiert die Allianz rund 1,5 Millionen Bestandskunden mit Riester-Verträgen über die anstehende Reform, unter anderem über einen Förderindikationsrechner, den bereits mehr als 20.000 Nutzer verwendet haben. Auf Rang zwei folgt Shell mit 5,81 Prozent. Der Energiekonzern mit einer voraussichtlichen Dividendenrendite von 3,4 Prozent steigerte sein bereinigtes Ergebnis im zweiten Quartal 2026 auf 9,8 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 42,0 Prozent gegenüber dem ersten Quartal, getragen von einer starken operativen Leistung trotz Störungen im Nahen Osten, höheren realisierten Preisen sowie Rekordproduktion in Brasilien. Dritter im Bunde ist British American Tobacco mit 5,57 Prozent. Der Tabakkonzern (Dividendenrendite 2026e: 5,65 Prozent) meldete für die ersten sechs Monate 2026 einen Umsatz von umgerechnet 14,3 Milliarden Euro, ein Plus von 2,9 Prozent zu konstanten Wechselkursen, und einen bereinigten operativen Gewinn von 6,3 Milliarden Euro, ein Anstieg von 3,5 Prozent. Haupttreiber war das Geschäft mit modernen, tabakfreien Nikotinprodukten, das um 16,8 Prozent zulegte und in den USA einen Marktanteil von 39,2 Prozent bei den Topmarken erreicht. Abgerundet wird das Spitzenfeld von unter anderem Nestlé (Fonds-Anteil: 5,43 Prozent), Novartis (4,95 Prozent) und Novo Nordisk (4,71 Prozent).

Auf Länderebene fällt die Konzentration deutlicher aus als bei den Sektoren. Das Vereinigte Königreich stellt mit 26,8 Prozent den größten Anteil, gefolgt von der Schweiz mit 18,6 Prozent, Frankreich mit 14,9 Prozent und Deutschland mit 14,1 Prozent. Zusammen vereinen diese vier Länder 74,3 Prozent des Fondsvermögens auf sich. Mit Großbritannien und der Schweiz stecken zwei bedeutende Nicht-Eurozone-Länder unter den Top-Positionen, während Deutschland als größte Volkswirtschaft der Eurozone nur auf Rang vier landet. Genau das erklärt auch, warum sich der Fonds strukturell vom reinen Eurozone-Index Euro Stoxx 50 unterscheidet, dessen Zusammensetzung sich naturgemäß auf Länder mit Eurowährung beschränkt.

Bei den Branchen zeigt sich dagegen ein ausgewogeneres Bild. Das Finanzwesen führt mit 25,4 Prozent, vor Basiskonsumgütern mit 20,3 Prozent, dem Gesundheitswesen mit 18,3 Prozent, Energie mit 12,6 Prozent und Industrie mit 10,5 Prozent. Keine einzelne Branche dominiert das Portfolio, und Technologiewerte spielen mit einem IT-Anteil von 1,3 Prozent praktisch keine Rolle. Für Anleger, deren übriges Depot bereits stark auf US-Technologiewerte ausgerichtet ist, kann der Fonds damit als Gegengewicht wirken, das weder von einem einzelnen Sektor noch von der US-Technologiebranche abhängt.

Für wen sich der Fonds eignet

Der UniDividendenAss A richtet sich an risikobereite Anleger mit einem Anlagehorizont von mindestens sieben Jahren, die Wert auf regelmäßige Ausschüttungen und eine europäische Ausrichtung mit spürbarem Anteil außerhalb der Eurozone legen. Die durchschnittlichen Bewertungen von Scope und Morningstar sowie der anhaltende, wenn auch kleiner werdende Rückstand gegenüber dem eigenen Vergleichsmaßstab und dem Euro Stoxx 50 zeigen, dass der Fonds kein Instrument für Anleger ist, die eine Outperformance gegenüber breiten Aktienindizes erwarten. Seine Stärke liegt vielmehr in der Diversifikation. Mit einem Schwerpunkt auf Finanzwerten, Konsumgütern, Gesundheit und Energie sowie einer geografischen Streuung über vier große europäische Volkswirtschaften hinweg eignet sich der Fonds eher als Ergänzung zu einem bereits vorhandenen, technologielastigen Weltportfolio als als alleiniger Kernbaustein. Angesichts der laufenden Kosten von 2,0 Prozent pro Jahr sollten Anleger zudem einen ausreichend langen Anlagehorizont mitbringen, damit sich die Kostenbelastung im Verhältnis zur erwarteten Ausschüttungs- und Wertentwicklung relativiert.

Daniel Dünn, Redaktion TraderFox (finanzen.net)

Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktienfonds unterliegen Kursschwankungen, zwischenzeitliche Verluste sind möglich.

Bildquellen: jorisvo / Shutterstock.com, CrungChingPixs/Shutterstock

Aktuelle Allianz Aktie News

Werbung

Allianz Analysen

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Allianz nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
Datum Rating Analyst
29.09.26 Allianz Buy Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
18.09.26 Allianz Kaufen DZ BANK
04.09.26 Allianz Underweight Barclays Capital
17.08.26 Allianz Hold Jefferies & Company Inc.
14.08.26 Allianz Neutral JP Morgan Chase & Co.

Information


Die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit werden für Finanzinstrumente von der Finanzen.net Zero GmbH als vertraglich gebundener Vermittler der DonauCapital Wertpapier GmbH (§ 3 Abs. 2 WpIG) bereitgestellt; bei Kryptowerten werden die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit ausschließlich von der DonauCapital Wertpapier GmbH bereitgestellt. Die Finanzen.net GmbH stellt ausschließlich den technischen Rahmen bereit und ist in die Wertpapier- und Kryptodienstleistung nicht einbezogen.