Globaler Rentenfonds

PIMCO GIS Income Fund: In acht von zehn Jahren vor dem eigenen Index


PIMCO GIS Income Fund: In acht von zehn Jahren vor dem eigenen Index

Mit fast 123 Milliarden US-Dollar zählt dieser Rentenfonds zu den größten seiner Art weltweit. Wie ein Rentenfonds seit 2012 auf Erträge statt Kursfantasie setzt.

Werte in diesem Artikel

Das Wichtigste in Kürze:

  • Fast 123 Milliarden US-Dollar Fondsvermögen und trotzdem stehen keine Aktien, sondern Hypothekenanleihen eines einzigen Emittenten ganz oben im Portfolio.
  • In acht von zehn Vergleichsjahren lag der Fonds vor seinem Referenzindex, doch ausgerechnet in einem besonders ruhigen Börsenjahr fiel er deutlich zurück.
  • Eine Länderkennzahl zeigt fast 92 Prozent US-Dollar-Risiko, eine zweite ganz andere Zahlen für das Vereinigte Königreich und Australien: wie beides zusammenpasst.

Was der Fonds ist und wer ihn managt

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Der PIMCO GIS Income Fund ist ein aktiv gemanagtes Rentenportfolio, das eine breite Palette festverzinslicher Wertpapiere weltweit einsetzt, um attraktive und beständige Erträge bei vergleichsweise niedrigem Risikoprofil zu erwirtschaften. Kapitalzuwachs ist dabei nur ein zweitrangiges Ziel. Als Orientierung dient der Bloomberg U.S. Aggregate Index, dessen Wertentwicklung übertroffen werden soll. Ein explizites Mandat begrenzt Positionen unterhalb des Investment-Grade-Ratings auf 50 Prozent des Portfolios, um eine übermäßige Risikokonzentration zu vermeiden. Die hier betrachtete E-Anteilsklasse in US-Dollar wurde am 30. November 2012 aufgelegt, schüttet monatlich aus und ist damit die älteste Anteilsklasse des Fonds. Mit einem Gesamtnettovermögen von 123 Milliarden US-Dollar zählt der Fonds zu den größten Rentenfonds weltweit. Verantwortet wird der Fonds von PIMCO. Als Fondsmanager genannt sind Daniel J. Ivascyn, Group Chief Investment Officer von PIMCO, Alfred Murata als Portfolio Manager sowie Joshua Anderson, Portfolio Manager und Leiter des Bereichs Global ABS.

Was der Fonds kostet und wie die Ausschüttung funktioniert

Statt einzelner Kostenposten erhebt der Fonds eine Pauschalgebühr von 1,45 Prozent pro Jahr, aus der Vermögensverwaltung, Verwaltungsstelle, Depotbank und weitere Nebenkosten beglichen werden, ein für einen aktiv gemanagten globalen Rentenfonds mit breitem Anlagespektrum plausibler Wert. Die Ausschüttung erfolgt monatlich, zuletzt in Höhe von 0,04960 US-Dollar je Anteil. Bei der Einordnung der Rendite lohnt sich ein Blick auf mehrere Kennzahlen. Die aktuelle Rendite, also der laufende Kuponertrag, liegt bei 4,87 Prozent, die auf Basis der jüngsten Ausschüttungen hochgerechnete annualisierte Ausschüttungsrendite bei 6,37 Prozent und im längerfristigen Schnitt bei 6,21 Prozent. Die geschätzte Bruttorendite bis Fälligkeit, eine vorausschauende Kennzahl, die die erwarteten Erträge aller im Portfolio gehaltenen Anleihen bis zu deren Fälligkeit einbezieht, liegt mit 7,32 Prozent noch darüber und deutet auf zusätzliches Renditepotenzial im aktuellen Portfolio hin.

Die größten Positionen: Hypothekenanleihen statt Einzelaktien

Sieben der zehn größten Positionen sind sogenannte FNMA-TBA-Papiere in unterschiedlichen Kuponstufen und Laufzeitmonaten, angeführt von einem Papier mit 6,5 Prozent Kupon und Fälligkeit im Juni mit 4,9 Prozent des Fondsvermögens, gefolgt von einem 6,0-Prozent-Papier mit Fälligkeit im Juni (4,3 Prozent) und einem 5,0-Prozent-Papier mit Fälligkeit im Mai (2,8 Prozent). FNMA steht für die Federal National Mortgage Association, besser bekannt als Fannie Mae, eine staatlich beaufsichtigte US-Institution, die Hypothekendarlehen bündelt und die daraus entstehenden Anleihen garantiert. Weitere FNMA-TBA-Papiere mit Kupons zwischen 4,0 und 6,5 Prozent folgen mit jeweils 1,2 bis 1,3 Prozent Gewichtung. Zusammen kommen die zehn größten Positionen auf 22,1 Prozent des Fondsvermögens.

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Wie sich das Portfolio auf Länder, Sektoren und Laufzeiten verteilt

Nach Abwicklungswährung entfallen 92,1 Prozent des Fondsvermögens auf US-Dollar. Eine zweite Länderkennzahl auf Basis der wirtschaftlichen Risikozuordnung zeichnet ein spürbar anderes Bild. Hier liegen die USA nur noch bei 76,3 Prozent, während das Vereinigte Königreich mit 11,1 Prozent und Australien mit 5,8 Prozent deutlich stärker vertreten sind. Internationale Anleihepositionen werden demnach systematisch währungsgesichert auf US-Dollar zurückgeführt, sodass das Währungsrisiko überwiegend beim US-Dollar liegt, während das eigentliche wirtschaftliche Risiko der zugrunde liegenden Anleihen breiter gestreut bleibt.

Bei den Branchen der Unternehmensanleihen führen Banken mit 5,0 Prozent, vor Technologie mit 2,0 Prozent und sonstigen Finanzwerten mit 1,40 Prozent, zusammen macht dieses Unternehmensanleihen-Segment einen eher kleinen Teil des Portfolios aus. Deutlich wichtiger für das Zinsrisiko des Fonds sind Staatsanleihen und Agency-Hypothekenanleihen. Von der effektiven Duration von 6,73 Jahren entfallen 2,71 Jahre auf Agency-Hypothekenanleihen und 1,93 Jahre auf Anleihen öffentlicher Emittenten, zusammen also mehr als zwei Drittel des gesamten Zinsrisikos, während Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating nur 0,75 Jahre und Schwellenländeranleihen 0,60 Jahre beisteuern.

Wertentwicklung im Vergleich zum Bloomberg U.S. Aggregate Index

Über die vergangenen zehn Zwölfmonatszeiträume von jeweils 31. Juli bis 31. Juli lag der Fonds auf Nettoinventarwertbasis in acht von zehn Perioden vor seinem Referenzindex: zuletzt 2025/26 mit 4,04 gegen 2,71 Prozent. Auch im schwierigen Anleihenjahr 2021/22 verlor der Fonds mit minus 7,71 Prozent spürbar weniger als der Index mit minus 9,12 Prozent. Zurück blieb der Fonds dagegen 2018/19 mit 6,28 gegen 8,08 Prozent und besonders deutlich 2019/20 mit 1,73 gegen 10,12 Prozent, einem Rückstand von 8,39 Prozentpunkten in einem Jahr, in dem sichere Staatsanleihen bei Anlegern stark gefragt waren und der breite, staatsanleihenlastige Index davon überproportional profitierte.

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Die Risikokennzahlen der vergangenen drei Jahre zeigen eine Standardabweichung von 4,56 Prozent, ein für einen global anlegenden, teils in Schwellenländern und Nachranganleihen investierten Rentenfonds moderates Schwankungsniveau. Die Sharpe Ratio von 0,22 signalisiert eine eher mäßige Entlohnung für das eingegangene Gesamtrisiko in diesem von einem schwierigen Anleihenjahr geprägten Zeitraum. Morningstar bewertet den Fonds sowohl insgesamt als auch über drei, fünf und zehn Jahre durchgehend mit 3 von 5 Sternen, ein durchschnittliches Ergebnis auf Basis der risikoadjustierten Wertentwicklung.

Chancen und Risiken im Überblick

Der Fonds strebt hohe, beständige Erträge aus verschiedenen Quellen an, begrenzt durch das Mandat, Positionen unterhalb des Investment-Grade-Ratings auf 50 Prozent zu deckeln. Hinzu kommen Relative-Value-Chancen bei aus Sicht des Managements falsch bewerteten Papieren sowie ein Portfolioaufbau, der bei Bedarf Liquidität bereitstellen soll. Dem stehen mehrere fondsspezifische Risiken gegenüber: ein Kredit- und Ausfallrisiko, falls sich die finanzielle Verfassung eines Emittenten verschlechtert, ein Währungsrisiko aus den zahlreichen Fremdwährungspositionen, ein Derivat- und Kontrahentenrisiko durch den Einsatz von Derivaten, ein Schwellenländerrisiko mit erhöhten politischen und rechtlichen Risiken, ein Liquiditätsrisiko in schwierigen Marktphasen sowie ein Zinsrisiko, das Anleihenkurse bei steigenden Zinsen typischerweise sinken lässt. Speziell bei den im Portfolio dominierenden hypotheken- und forderungsbesicherten Wertpapieren kommt zusätzlich ein Risiko vorzeitiger Rückzahlung sowie ein erhöhtes Kredit- und Liquiditätsrisiko hinzu.

Für wen sich der Fonds eignet

Der PIMCO GIS Income Fund eignet sich für einkommensorientierte Anleger, die eine monatliche Ausschüttung schätzen und einem erfahrenen Rentenmanagement die Auswahl zwischen Agency-Hypothekenanleihen, Staatsanleihen, Unternehmensanleihen und Schwellenländertiteln anvertrauen möchten, statt einzelne Anleihen selbst auszuwählen. Die durchschnittlichen Morningstar-Bewertungen sprechen für ein mittleres Risikoprofil innerhalb der Anlageklasse Anleihen, deutlich schwankungsärmer als ein Aktienfonds, aber nicht risikofrei. Angesichts der Pauschalgebühr von 1,45 Prozent pro Jahr sollten Anleger einen mehrjährigen Anlagehorizont mitbringen.

Daniel Dünn, Redaktion TraderFox (finanzen.net)

Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Rentenfonds unterliegen Zins-, Kredit- und Wechselkursschwankungen, zwischenzeitliche Verluste sind möglich.

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Bildquellen: 1eyeshut / Shutterstock.com, Darren Baker / Shutterstock.com

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