Bundesnetzagentur: Gibt bei Gasmangel 'keine gute Entscheidung mehr'


BONN/HANNOVER (dpa-AFX) - Im Falle einer akuten Gasknappheit in Deutschland wird es nach Ansicht der Bundesnetzagentur nur noch darum gehen, die Schäden so gering wie möglich zu halten. "Es gibt in einer Gasmangellage keine gute Entscheidung mehr, weil dann zu wenig Gas da ist. Wir versuchen, die Schäden dann zu minimieren", sagte Netzagentur-Chef Klaus Müller am Dienstag nach Beratungen mit Niedersachsens Landesregierung.

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Sollte es zu einer Priorisierung der Gasversorgung in der Industrie kommen, werde es mindestens drei Kriterien geben, erklärte Müller: die Vermeidung betriebswirtschaftlicher Schäden, die Berücksichtigung von Lieferketten sowie von sozialen Auswirkungen. So müsse sichergestellt werden, dass mindestens Lebensmittel und Medikamente weiterhin zur Verfügung stehen. Die Agentur werde dann versuchen, Entscheidungen mit dem geringstmöglichen Schaden zu treffen.

Um die Gasversorgung digital steuern zu können, werde derzeit zudem eine Plattform programmiert, die zum 1. Oktober fertig werden soll. "Dann können wir auch digitale Individualverfügungen treffen, um eine Gasmangellage dann auch zu beherrschen und auszugleichen", sagte Müller. Mit Blick auf die privaten Verbraucher bekräftigte der Chef der Netzagentur, dass Haushalte, aber etwa auch Krankenhäuser, Pflegeheime, Schulen, Kitas und Polizeistationen auch dann bevorzugt weiter versorgt würden, wenn das Gas knapp werde.

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