Geopolitische Risiken

Ölpreise legen weiter zu - das steckt dahinter


Ölpreise legen weiter zu - das steckt dahinter

Die Ölpreise sind am Freitagnachmittag wegen der sich weiter verschärfenden Lage im Iran kräftig gestiegen und auf den höchsten Stand seit rund einem Monat geklettert.

Werte in diesem Artikel
Rohstoffe

103.33 USD 4.08 USD 4.11 %

92.77 USD 2.25 USD 2.49 %

Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März legte am späten Nachmittag um 1,26 Dollar oder etwas mehr als zwei Prozent auf 63,25 Dollar zu. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI zur Lieferung im Februar verteuerte sich um 1,34 Dollar auf 59,10 Dollar.

Werbung

Damit steuern die Ölpreise auf den stärksten Anstieg an einem Tag seit Oktober zu. Händler führten die starken Kursgewinne am Freitag vorwiegend auf die sich weiter zuspitzende Situation im Iran zurück. Der für den Weltmarkt wichtige Ölförderstaat hatte am Donnerstagabend die größten Demonstrationen seit Beginn der aktuellen Protestwelle erlebt. Der iranische Sicherheitsapparat schaltete das Internet für die Bevölkerung vollständig ab.

Nachdem Sicherheitskräfte das Feuer auf Demonstrierende eröffnet haben sollen, mehrten sich unbestätigte Berichte über zahlreiche Tote. Der Geheimdienst rief die Bevölkerung angesichts der Proteste am Freitag zur Zusammenarbeit auf. Die Allgemeinheit werde gebeten, Zerstörer und von den USA und dem zionistischen Regime (Israel) angeheuerte Terroristen zu melden, hieß es in einer Erklärung, die der staatliche Rundfunk verbreitete.

In der Woche nach der Gefangennahme von Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro durch US-Streitkräfte legten die Ölpreise etwas mehr als vier Prozent zu. US-Präsident Donald Trump hat es auf die Ölreserven des südamerikanischen Landes abgesehen. Er begründet dies damit, dass das südamerikanische Land Öl, Land und andere Vermögenswerte von den USA gestohlen habe - diese müssten zurückgegeben werden.

Werbung

Venezuela hat die weltweit größten Reserven, kann diese aber wegen maroder Anlagen kaum fördern und hat zudem wegen des Drucks der Vereinigten Staaten nur wenige Abnehmer, sodass Venezuela derzeit nur einen sehr geringen Teil zur weltweiten Ölproduktion beisteuern kann.

Mittelfristig könnte also Venezuela das derzeit weltweit hohe Ölangebot noch erhöhen. Experten wie die Analysten der US-Investmentbank Goldman Sachs gehen davon aus, dass es im laufenden Jahr ein Überangebot an Öl geben wird. Sie rechnen daher mit einem weiteren Preisrückgang. 2025 waren die Preise für Öl um fast ein Fünftel gefallen, nachdem sie auch in den beiden Jahren davor bereits gesunken waren.

Zum Vergleich: Ende 2022 hatte ein Fass der Sorte Brent noch rund 85 Dollar gekostet. Kurz nach dem Start des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine im Februar war der Brent-Preis sogar bis auf fast 140 Dollar gestiegen.

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX)

Bildquellen: Pavel Chagochkin / Shutterstock.com, 3Dsculptor / Shutterstock.com

Nachrichten zu Ölpreis (Brent)

Information


Die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit werden für Finanzinstrumente von der Finanzen.net Zero GmbH als vertraglich gebundener Vermittler der DonauCapital Wertpapier GmbH (§ 3 Abs. 2 WpIG) bereitgestellt; bei Kryptowerten werden die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit ausschließlich von der DonauCapital Wertpapier GmbH bereitgestellt. Die Finanzen.net GmbH stellt ausschließlich den technischen Rahmen bereit und ist in die Wertpapier- und Kryptodienstleistung nicht einbezogen.