Christian Scheid-Kolumne

Heidelberger Druck: Noch Luft nach oben


Heidelberger Druck: Noch Luft nach oben | finanzen.net

Wenn eine Aktie trotz schlechter Nachrichten nicht mehr fällt, ist oft der Boden erreicht. Ein Beispiel dafür ist Heidelberger Druck.

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Doch der Reihe nach: Noch vor wenigen Monaten war der Titel nach einer mehr als zweijährigen Talfahrt in den Pennystock-Bereich abgerutscht. Im Februar hatte der Druckmaschinenhersteller über eine abflauende Nachfrage berichtet und an mehreren Standorten Kurzarbeit eingeführt. Es folgte der in solchen Situationen oftmals unvermeidliche Wechsel an der Konzernspitze: Der frühere S.Oliver-Chef Jürgen Otto löst ab 1. Juli den bisherigen CEO Ludwin Monz ab.

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Passend zu dem Neustart hellt sich die Orderlage auf. Schon im vierten Jahresviertel des Geschäftsjahres 2023/24 per Ende März zeigte der Ordereingang eine positive Tendenz und lag über dem Niveau der Vorquartale. Das reichte jedoch noch nicht aus, um in der gesamten Periode 2023/24 eine Wende herbeizuführen. Der Umsatz schrumpfte um zwei Prozent auf knapp 2,4 Mrd. Euro. Der Gewinn brach sogar von 91 Mio. auf 39 Mio. Euro ein, wobei unter anderem der gestiegene Zinsaufwand für Pensionen belastete.

Für das laufende Geschäftsjahr stellte das Management Umsätze lediglich auf Vorjahresniveau in Aussicht, obwohl im aktuell laufenden Jahresviertel Aufträge über 650 Mio. Euro hereinkommen sollen - eine deutliche Steigerung gegenüber den Vorquartalen. Ausschlaggebend dafür ist die Branchenmesse Drupa, die jüngst über die Bühne ging. Vom Umsatz sollen wie im Vorjahr 7,2 Prozent als Ebitda hängen bleiben. Wir sehen bei den Prognosen noch Luft nach oben - eventuell ist die Bekanntgabe der positiven Nachrichten dem neuen Chef vorbehalten.

Jedenfalls stoppte die Aktie trotz der durchwachsenen Zahlen und der vorsichtigen Prognose ihre Talfahrt und konnte sich sogar deutlich von den Tiefständen lösen. Wir hatten in ZJ 32.2023 zu einem Discount-Zertifikat auf Heidelberger Druck geraten (ISIN DE000DW3KXF2), das Papier ist auf der Zielgeraden. Mutige Anleger setzen jetzt mit einem Turbo von Morgan Stanley auf eine anhaltende Aufholjagd (ISIN DE000MG3CQ36).

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Christian Scheid ist seit rund 18 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist tätig, davon seit circa zehn Jahren als freier Autor. Aktuell schreibt er für mehrere deutschsprachige Fachmagazine und -zeitungen in den Bereichen Aktien und Derivate, darunter Börse Online, Capital, Euro am Sonntag und Zertifikate // Austria. Per 1. Juli 2014 kehrte er zum ZertifikateJournal zurück, wo er bis Ende 2009 schon einmal tätig war und die damalige Österreich-Ausgabe des ZJ verantwortete.


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