Christian Scheid-Kolumne

MorphoSys: Ausverkauf ist gestoppt


MorphoSys: Ausverkauf ist gestoppt | finanzen.net

Die MorphoSys-Aktie gehört zu den großen Enttäuschungen der vergangenen Jahre.

Gegenüber dem Höchststand ging es um fast 92 Prozent nach unten. Die Talfahrt gipfelte Ende vergangenen Jahres mit der Nachricht, dass sich der Antikörperspezialist einen neuen Finanzvorstand suchen muss. Denn der aktuelle Amtsinhaber Sung Lee verlässt nach zwei Jahren aus persönlichen Gründen das Biotechunternehmen. Der aus den USA zugezogene Lee war im Februar 2021 zu MorphoSys gekommen. Er plant den Angaben zufolge nun die Rückkehr nach Kalifornien. Die Suche nach einem Nachfolger sei bereits eingeleitet worden.

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Zwei Herabstufungen durch J.P. Morgan und Morgan Stanley mit Kurszielen deutlich unterhalb der aktuellen Notiz gaben dem Titel dann den Rest. Jedoch endete der Ausverkauf abrupt. Denn MorphoSys kündigte an, dass die Ergebnisse zum aktuell wichtigsten Hoffnungsträger Pelabresib zur Behandlung von bei Myelofibrose bereits Anfang 2024 verfügbar sein sollen statt wie bisher geplant in der ersten Hälfte des kommenden Jahres. Auf eine Zulassung hofft MorphoSys bisherigen Angaben zufolge 2025. Der seltene Knochenmarkkrebs ist schwer behandelbar. Ein Durchbruch bei auf diesem Gebiet wäre daher auch wirtschaftlich ein Erfolg. Die jüngsten Zwischenergebnisse zu Pelabresib sind vielversprechend ausgefallen. Wie das MorphoSys-Management im Rahmen einer Branchenkonferenz von in San Francisco durchblicken ließ, zeigten die Daten zu Pelabresib in Kombination mit dem Wirkstoff Ruxolitinib bei der Erstlinienbehandlung tiefgreifende und dauerhafte Verbesserungen sowohl des Milzvolumens als auch der Symptomwerte zum Teil bis in die 72. Woche. Dabei stehe das Ansprechen der Milz in Zusammenhang mit Verbesserungen der Knochenmarksmorphologie, hieß es. Auch bestätigte MorphoSys frühere Angaben, wonach Pelabresib eine mögliche krankheitsmodifizierende Wirkung haben könnte - darauf deute die Analyse der Biomarker hin. "Mit Pelabresib haben wir die großartige Möglichkeit, den Therapiestandard bei Myelofibrose zu verbessern und den Einsatz auf andere myeloische Erkrankungen auszudehnen, in denen ein hoher medizinischer Bedarf besteht", sagte CEO Jean-Paul Kress.

Angesichts des immensen Cash¬bestands von circa 30 Euro je MorphoSys-Aktie ist der Wert gut nach unten abgesichert. Daher bleiben Discounter wie das Papier von Goldman Sachs aus ZJ 45.2022 (ISIN DE000GK3Z0H3) spannend. Neuengagements sollten in einem marktfrischen Rabatt-Papier erfolgen (ISIN DE000DW16FC4).

Christian Scheid ist seit rund 18 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist tätig, davon seit circa zehn Jahren als freier Autor. Aktuell schreibt er für mehrere deutschsprachige Fachmagazine und -zeitungen in den Bereichen Aktien und Derivate, darunter Börse Online, Capital, Euro am Sonntag und Zertifikate // Austria. Per 1. Juli 2014 kehrte er zum ZertifikateJournal zurück, wo er bis Ende 2009 schon einmal tätig war und die damalige Österreich-Ausgabe des ZJ verantwortete.

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