Christian Scheid-Kolumne

thyssenkrupp: IPO auf Eis gelegt


thyssenkrupp: IPO auf Eis gelegt | finanzen.net

Noch im vergangenen Dezember klang ThyssenKrupp-Chefin Martina Merz auf dem Kapitalmarkttag optimistisch: "Wir arbeiten nun auch an der nächsten Phase unserer Transformation, in der wir uns zunehmend wieder den Wachstumschancen in den Geschäften widmen werden."

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Nach Jahren des Umbaus mit schmerzhaften Einschnitten war also endlich wieder Land in Sicht. Der Industrie- und Stahlkonzern sollte den Schwung aus dem aktuellen Geschäft in die kommenden Jahre mitnehmen. Das sollte sich auch in der Profitabilität niederschlagen: Die operative Marge sollte mittelfristig von 2,3 auf vier bis sechs Prozent zulegen. Für Phantasie sorgte die unter ThyssenKrupp Nucera firmierende Wasserstoffsparte - der Umsatz soll sich mittelfristig mehr als verdoppeln. Die Gesellschaft entwickelt und baut Anlagen zur Erzeugung von Wasserstoff. Während hier die Erlöse im abgelaufenen Jahr um rund ein Viertel auf 319 Mio. Euro gestiegen waren, sollen bis 2024/25 (per Ende September) rund 600 Mio. bis 700 Mio. Euro durch die Bücher gehen. Während ThyssenKrupp Nucera ursprünglich an die Börse bringen wollte, ist die Enttäuschung nun groß. Denn mit Blick auf das aktuelle Marktumfeld hat das Unternehmen beschlossen, das IPO auf Eis zu legen. Da in Finanzkreisen ursprünglich über eine Bewertung im mittleren einstelligen Milliardenbereich spekuliert wurde, kam es zu einer entsprechenden Reaktion an der Börse: Die Aktie ist auf ein 52-Wochentief gefallen. Da half es auch nicht, dass ThyssenKrupp betonte, dass ein IPO unverändert die bevorzugte Option des Managements sei. Vor diesem Hintergrund ist die Aktie ein interessanter Basiswert für Teilschutz-Investments, etwa ein Discount-Zertifikat von BNP Paribas (ISIN DE000PD3ZBA6).

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Christian Scheid ist seit rund 18 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist tätig, davon seit circa zehn Jahren als freier Autor. Aktuell schreibt er für mehrere deutschsprachige Fachmagazine und -zeitungen in den Bereichen Aktien und Derivate, darunter Börse Online, Capital, Euro am Sonntag und Zertifikate // Austria. Per 1. Juli 2014 kehrte er zum ZertifikateJournal zurück, wo er bis Ende 2009 schon einmal tätig war und die damalige Österreich-Ausgabe des ZJ verantwortete.


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