Geldpolitik

Goldman Sachs sieht Hinweise auf stille Koordination der Zentralbanken


Goldman Sachs sieht Hinweise auf stille Koordination der Zentralbanken

Goldman-Sachs-Volkswirte sehen Hinweise darauf, dass Zentralbanken von Industrieländern ihre Geldpolitik teilweise aufeinander abstimmen.

Die Goldman-Sachs-Volkswirte Joseph Briggs und Sarah Dong sehen Anhaltspunkte dafür, dass es eine stillschweigende Koordination der Geldpolitik der Zentralbanken von Industrieländern gibt. In einer Analyse weisen sie darauf hin, dass unmittelbar nach regelmäßigen Treffen von Zentralbankern bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) korrelierte länderübergreifende Bewegungen bei den Renditen zweijähriger Anleihen zunehmen. Sie halten es außerdem für wahrscheinlich, dass die unmittelbar nach dem jüngsten Treffen in Jackson Hole zu beobachtenden "hawkishen" Überraschungen der Bank of Canada als Vorboten entsprechender Überraschungen durch Europäische Zentralbank (EZB) und Federal Reserve hätten gedeutet werden können.

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Globale Schocks als wichtigste Ursache

Wichtigste Ursache der "Koordination" ist ihrer Aussage nach allerdings, dass die Zentralbanken auf gemeinsame globale Schocks reagieren. Die Koordination von Fokus und Kommunikation sei nur ein sekundärer Grund, und die Unterscheidung dieser Kanäle schwierig. "So war beispielsweise der restriktivere Kurswechsel der Zentralbanken der Industrieländer im September am deutlichsten durch steigende Ölpreise getrieben, könnte aber auch durch die Diskussionen in Jackson Hole verstärkt worden sein", schreiben sie.

Goldman Sachs untersucht BIZ-Treffen

Um diese Koordination der Zentralbanken zu überprüfen, haben sich die Analysten die fest terminierte Abfolge der zweimonatlichen Sitzungen zur Weltwirtschaft der BIZ zunutze gemacht, bei denen die führenden Zentralbankchefs sechsmal im Jahr zusammenkommen. Resultat: Korrelierte länderübergreifende Bewegungen bei den Renditen zweijähriger Anleihen nehmen unmittelbar nach diesen Treffen zu. Sowohl der absolute Wert der ersten Hauptkomponente der 15-tägigen Renditeänderungen als auch die absolute Summe der 15-tägigen Renditebewegungen bei den G10-Zentralbanken steigen im Vergleich zu anderen Zeiträumen an, wobei die Effekte 10 bis 20 Prozent der Standardabweichungen dieser Messgrößen entsprechen.

Koordination spielt laut Analysten eine Nebenrolle

Diese Ergebnisse deuten nach Ansicht der Analysten darauf hin, dass die Koordination eine bedeutsame, wenn auch zweitrangige Rolle bei den gemeinsamen geldpolitischen Kurswechseln in den Industrieländern spielt. "Sie legen... nahe, dass eine anfängliche Überraschung seitens einer Zentralbank nach solchen Ereignissen eine stärkere Signalwirkung auf andere Zentralbanken haben sollte - ein Muster, das wir empirisch bestätigen."

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Bank of Canada als mögliches Signal

In diesem Kontext sei die restriktive Überraschung der Bank of Canada am 2. September (vier Tage nach Ende des Symposiums in Jackson Hole) möglicherweise ein frühes Signal für den breiteren restriktiven Kurswechsel der Zentralbanken der Industrieländer im September gewesen.

Bildquellen: tlegend / Shutterstock.com, DANIEL ROLAND/AFP/Getty Images

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