MÄRKTE USA/Knapp behauptet - Zinsen am kurzen Ende ziehen nach Warsh-Rede an
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Von Steffen Gosenheimer
DOW JONES--Die mit großer Spannung erwartete Rede des neuen US-Notenbankchefs Kevin Warsh beim Notenbankertreffen in Jackson Hole bewegt den US-Aktienmarkt am Freitag kaum, den Anleihemarkt aber deutlich - vor allem am kurzen Ende. Hier ziehen die Renditen merklich an, im Zweijahresbereich um 10 Basispunkte auf 4,33 Prozent. Im Zehnjahresbereich geht es um 4 Basispunkte auf 4,72 Prozent nach oben.
Der Markt interpretiert die Warsh-Ausführungen eher falkenhaft angesichts der Betonung einer starken Wirtschaft und der Risiken durch eine erhöhte Inflation. Am Zinsterminmarkt wird nun mit fast 60- nach zuvor noch rund 30-prozentiger Wahrscheinlichkeit eine Zinssenkung im September eingepreist.
Warsh signalisierte, dass die Zentralbank den Kampf gegen die Inflation möglicherweise noch nicht abgeschlossen habe. Die Finanzierungsbedingungen wirkten auf ihn nicht restriktiv, und die jüngst besseren Preisdaten hätten ihn nicht davon überzeugt, dass sich der Trend nachhaltig verbessert habe. Er beschrieb eine Wirtschaft, die nur wenige Anzeichen einer Dämpfung durch den aktuellen Leitzins der Fed von rund 3,6 Prozent zeige. Warsh hielt sich mit einer Aussage darüber zurück, ob er eine Anhebung der Leitzinsen bei der nächsten Fed-Sitzung im kommenden Monat unterstützen würde, und gab keinen Pfad für die künftige Geldpolitik vor.
Der Dow-Jones-Index liegt zur Mittagszeit 0,1 Prozent im Plus, der breite S&P-500 bewegt sich noch weniger. Die zinsreagibleren Nasdaq-Indizes büßen bis 0,4 Prozent ein. Der Dollar steigt mit den Marktzinsen, der Euro verbilligt sich deutlich auf 1,1591 Dollar. Die Aussicht auf höhere Zinsen wie auch der teurere Dollar drücken den Goldpreis stark um 88 auf 4.512 Dollar.
Die Konjunkturdaten des Tages gehen eher unter, obgleich der August-Einkaufsmanagerindex für die Region Chicago deutlich schlechter als erwartet ausgefallen und sogar in den Schrumpfung anzeigenden Bereich abgerutscht ist. Dafür fiel der von der Uni Michigan ermittelte Index der Verbraucherstimmung in zweiter Lesung etwas besser aus als gedacht.
Unternehmensseitig hat der Chipdesigner Marvell mit seinen Quartalszahlen und dem Ausblick die Erwartungen des Marktes zwar leicht übertroffen, die "Flüsterschätzungen" hätten aber höher gelegen, zumal nachdem Nvidia am Vortag die Latte sehr hoch gelegt habe, heißt es im Handel. Die Marvell-Aktie gibt um 10,1 Prozent nach. Nvidia kommen um 3,4 Prozent zurück. Am Donnerstag war der Kurs in Reaktion auf die starken Zahlen und einen beeindruckenden Ausblick um 8,7 Prozent gestiegen. Auch die Chipaktien AMD und Intel geben deutlicher nach um je knapp 2 Prozent.
Paypal sacken um gut 12 Prozent ab. Einem Bericht von Bloomberg zufolge hat eine Gruppe, zu der das Zahlungsunternehmen Stripe und das Private-Equity-Unternehmen Advent International gehören, ihre Bemühungen um eine Übernahme des Fintech-Unternehmens aufgegeben.
Für Gap geht es um fast 13 Prozent aufwärts. Der Textilkonzern hat mit Michael Francis, ehemals Marketingchef beim Einzelhändler Target, einen erfahrenen Manager verpflichtet, der die schwächelnde Marke Old Navy wieder in die Spur bringen soll.
Sehr gut kommen auch die Zahlen von Affirm Holdings an. Das Unternehmen, das "Jetzt kaufen und später bezahlen" anbietet, hat die Erwartungen übertroffen, vor allem beim Gewinn. Der Kurs steigt um 4,4 Prozent.
Die an der Nasdaq gehandelte Aktie des Mainzer Biotechnologieunternehmens Biontech rutscht um 7,2 Prozent ab, nachdem eine Phase-2-Studie für einen experimentellen personalisierten mRNA-Krebsimpfstoff zur Behandlung von Darmkrebs beendet wurde.
INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag
DJIA 53.637,70 +0,1 +68,26 53.569,44
S&P-500 7.729,41 -0,0 -1,58 7.730,99
NASDAQ Comp 26.489,39 -0,2 -51,96 26.541,35
NASDAQ 100 29.509,48 -0,4 -132,08 29.641,56
US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief
2 Jahre 4,33 +0,10 4,34 4,22
5 Jahre 4,47 +0,07 4,47 4,38
10 Jahre 4,71 +0,04 4,72 4,65
DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Do, 17:15 Uhr
EUR/USD 1,1591 -0,5 -0,0060 1,1651 1,1651
EUR/JPY 185,54 -0,1 -0,1800 185,72 185,6100
EUR/CHF 0,9376 +0,1 0,0006 0,9370 0,9361
EUR/GBP 0,8556 -0,2 -0,0016 0,8572 0,8574
USD/JPY 160,06 +0,4 0,6700 159,39 159,3000
GBP/USD 1,3545 -0,4 -0,0047 1,3592 1,3587
USD/CNY 6,726 +0,1 0,0062 6,7198 6,7198
USD/CNH 6,7309 +0,2 0,0124 6,7185 6,7181
AUS/USD 0,7162 -0,4 -0,0032 0,7194 0,7193
Bitcoin/USD 77.877,47 -2,8 -2.213,81 80.091,28 80.684,34
ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag
WTI/Nymex 83,18 -0,4 -0,35 83,53
Brent/ICE 89,28 -0,5 -0,42 89,70
Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag
Gold 4.512,49 -1,9 -88,51 4.601,00
Silber 67,87 -2,0 -1,38 69,26
Platin 1.852,72 +0,3 6,31 1.846,41
(Angaben ohne Gewähr)
Kontakt: maerkte.de@dowjones.com
DJG/DJN/gos/sha
(END) Dow Jones Newswires
August 28, 2026 12:33 ET (16:33 GMT)
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