Vermögensverwalter-Kolumne

Value-Stocks: Gerresheimer - Der Sturm gewinnt Spiele, die Abwehr Meisterschaften


Value-Stocks: Gerresheimer - Der Sturm gewinnt Spiele, die Abwehr Meisterschaften | finanzen.net

Der Hersteller von Spezialprodukten aus Glas und Kunststoff hat sich in einer lukrativen Nische eingerichtet.

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Von Susanne Woda, Portfoliomanagerin der GVS Financial Solutions GmbH in Dreieich

Der wichtigste Absatzmarkt ist die Pharma- und Medizinindustrie, für die etwa Ampullen, Injektionsfläschchen, Pipetten oder Reagenzgläser hergestellt werden. Ein konjunkturunabhängiges Geschäftsmodell und Entwicklungsperspektiven erfreuten die Anleger in den vergangenen Jahren gleichermaßen. Besonders der steigende Bedarf in den Emerging Markets hat zu einem stetigen Wachstum beigetragen. Doch mit Bekanntgabe der Quartalszahlen im Oktober wurde der Aktienkurs auf Talfahrt geschickt. Was ist passiert?

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Im Oktober senkte die Unternehmensführung überraschend die Umsatzprognose für das laufende Jahr und auch den Ausblick für 2015. Statt den prognostizierten vier bis sechs Prozent sollen die Umsätze in diesem Jahr aufgrund des dümpelnden US-Geschäfts und der Unsicherheit in Russland nur mit vier Prozent wachsen. Der Gewinn dürfte sich zwischen 255 und 258 Mio. Euro bewegen, erwartet wurde eine Bandbreite von 250 bis 265 Mio. Euro. Auch der Umsatzausblick für 2015 wurde auf ein bis drei Prozent angepasst.

Das klingt nicht dramatisch, doch scheinen viele Analysten, die die vergangene Wachstumsdynamik in die Zukunft fortgeschrieben haben, auf dem falschen Fuß erwischt worden zu sein. Prompt wurden die Gewinnprognosen und Kursziele massiv nach unten korrigiert. Das durchschnittliche Kursziel sank von 55,47 auf nunmehr 48,43 Euro. Seitdem schlagen mehr als 20 Prozent Kursverlust für die in den letzten fünf Jahren eher schwankungsarme Aktie zu Buche. Die Notierungen konnten sich von den Tiefs bisher nur wenig erholen.

An den langfristigen Wachstumsaussichten hält der Konzern nach wie vor fest. Kurzfristig dürfte die jüngste Euro-Schwäche dem Unternehmen mehr Rückenwind geben, als diesem nach dem Kursmassaker zugetraut wird und dies könnte die Stimmung wieder aufhellen. Doch unabhängig von kurzfristigen Belastungen und Risiken bleiben die langfristigen Treiber und der defensive Charakter des Geschäftsmodells bestehen und das macht die Aktie langfristig interessant.

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Die ausladende Kursbewegung schlägt sich auch auf die Bewertung nieder. Mit 44 Euro liegt der Preis für die Aktie knapp zehn Prozent unterhalb der drastisch gekürzten Kursziele und bietet eine Einstiegsgelegenheit mit Risikopuffer für alle, die an das stetige, wenn auch weniger dynamische, Wachstum des Nischenplayers glauben. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15,5 ist kein klassisches Schnäppchen. Doch liegt es vergleichsweise niedrig, in den vergangenen fünf Jahren billigte man Gerresheimer - ähnlich wie anderen Unternehmen mit Defensivqualitäten wie z.B. FMC - ein KGV zwischen 18 und 22 zu.

Das Unternehmen ist ein zuverlässiger Dividendenzahler. Mit einer Dividendenrendite von knapp 1,7 Prozent gehört es nicht zu den Dividendenkönigen Deutschlands, doch die Auszahlungen erfreuten die Aktionäre stets durch Stabilität und stetige Anpassungen an die Konzerngewinne. Für eine nachhaltige Dividendenpolitik sprechen auch die hohe Profitabilität, die operative Marge liegt bei 19 Prozent, und stabile Cash-Flows. Die Ausschüttungsquote wurde in den letzten Jahren sukzessive von zehn auf 14 Prozent angehoben und gibt noch Spielraum nach oben.

Ein charttechnischer Einstiegszeitpunkt lässt sich aktuell kaum feststellen, die Aktie hat ihren fünfjährigen Aufwärtstrend verlassen. Jedoch scheint ein Boden gefunden zu sein und sofern weitere Gewinnrevisionen ausbleiben, spricht alles für eine Rückkehr zum altbekannten Muster. Da das Beta mit 1,38 recht hoch ist, sollte eine Absicherung gegen unliebsame Überraschungen eingezogen werden, hierfür bietet sich ein Stop-Loss beim Jahrestief um ca. 41 Euro an.

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Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Datum Rating Analyst
09.09.26 Gerresheimer Overweight JP Morgan Chase & Co.
03.09.26 Gerresheimer Hold Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
01.09.26 Gerresheimer Hold Deutsche Bank AG
28.08.26 Gerresheimer Overweight JP Morgan Chase & Co.
27.08.26 Gerresheimer Neutral UBS AG

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