Ärger groß

Deutsche Post-Aktie tiefer: Mehr Beschwerden über Verspätungen bei der Post


Deutsche Post-Aktie tiefer: Mehr Beschwerden über Verspätungen bei der Post

Wegen verspäteter oder verlorener Briefe haben sich in diesem Sommer viel mehr Bundesbürger an eine Behörde gewandt als zuvor.

Werte in diesem Artikel
Aktien

57.50 EUR 0.88 EUR 1.55 %

Allein im Juli und August seien circa 6500 Post-Beschwerden eingegangen, teilte die Bundesnetzbehörde auf dpa-Anfrage in Bonn mit. Wie hoch diese Sommerzahlen sind, zeigt der Vergleich mit früheren, längeren Zeiträumen: Im ersten Halbjahr 2022 waren es rund 8900 Beschwerden gewesen und im ganzen Vorjahr 15 100.

Werbung

Betroffen waren Großstädte wie Berlin, Nürnberg und München, aber auch kleinere Städte wie Freudenstadt (Baden-Württemberg), Pfaffenhofen (Bayern), Ingelheim (Rheinland-Pfalz), Steinfurt (NRW) und Northeim (Niedersachsen). Die Regulierungsbehörde leitete sogenannte anlassbezogene Prüfungen ein und forderte die Deutsche Post zur Beseitigung der Mängel auf.

Der Bonner Konzern begründete die Entwicklung mit einem coronabedingt hohen Krankenstand und mit dem Fachkräftemangel. "Zudem haben viele unserer Kräfte ab Juli 2022 ihren Sommerurlaub abgewickelt", sagte eine Firmensprecherin. Inzwischen sei die betriebliche Lage "wieder stabil". Die Bundesnetzagentur gab allerdings zu bedenken, dass die Beschwerdezahlen auch im September bisher noch hoch seien.

Es geht um Kritik an Post- und Paketdiensten, also um die ganze Branche und damit auch um Wettbewerber der Post. Der Gelbe Riese ist in Deutschland allerdings mit großem Abstand Marktführer, die meisten Beschwerden richten sich gegen ihn. Normalerweise sind Pakete der thematische Schwerpunkt der kritischen Wortmeldungen, in diesem Sommer ging es aber hauptsächlich um Briefe. Die Kritiker monierten Verzögerungen, Verluste oder Fehlwürfe. Mit letzterem ist gemeint, dass ein Brief zunächst im falschen Briefkasten landet und erst später beim richtigen Adressaten ankommt.

Werbung

Die Bundesnetzagentur leitete 14 anlassbezogene Prüfungen gegen die Post ein. Bei 13 ging es um Briefe und bei einer um Pakete. Besagte Prüfungen sind nur eine Art schriftliche Ermahnung. Ein wirkliches Druckmittel sind sie nicht, da die Regulierungsbehörde hierbei keine Sanktionen - etwa Geldbußen - verhängen kann.

Aus der Politik kam Kritik. Coronabedingte Personalprobleme hätten auch andere Firmen in Deutschland gehabt, ohne dass sich deren Dienstleistungsqualität so stark verschlechtert habe, wie dies bei der Post offenbar der Fall gewesen sei, sagte der FDP-Bundestagsabgeordnete Reinhard Houben.

Er hoffe, dass es sich nur um ein temporäres Problem handele. "Sollte die Qualität der Briefdienste dauerhaft schlecht sein, sollte der Gesetzgeber in Betracht ziehen, der Bundesnetzagentur Sanktionsmöglichkeiten einzuräumen und somit ein schärferes Schwert in die Hand zu geben", so der Liberale. Dadurch entstünde mehr Druck, damit sich die Post verbessert. Houben sagte, dass solche Sanktionen in der bald anstehenden Reform des Postgesetzes verankert werden könnten.

Werbung

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Falko Mohrs zeigte - mit Blick auf den Fachkräftemangel und die coronabedingten Ausfälle - ein gewisses Verständnis für die Schwierigkeiten der Post. "Nichtsdestotrotz ist und bleibt die Post weiter aufgefordert, die Beschwerden ernst zu nehmen, denn ihr Angebot ist ein Baustein in der flächendeckenden Daseinsvorsorge", sagte Mohrs. Er habe den Eindruck, dass der Konzern die Beschwerden "weitestgehend" ernst nehme. Gesetzlich verankerte Sanktionsmöglichkeiten sieht der Sozialdemokrat eher skeptisch.

Der Gewerkschaft Verdi sind die Probleme in der Zustellung bekannt. Die Belastung der Zustellerinnen und Zusteller bei der Deutschen Post und anderen Firmen sei sehr hoch, sagte ein Sprecher der Arbeitnehmerorganisation. Mehr Personal sei nötig, das unbefristet eingestellt werde.

Grob gesagt eine Milliarde Briefsendungen werden jeden Monat in Deutschland verschickt. Im Verhältnis zu dieser Menge ist die Anzahl der Beschwerden im Sommer 2022 sehr gering. Allerdings meldet sich von den Bürgerinnen und Bürgern, die Probleme beim Erhalt von Briefen haben, wohl nur ein kleiner Teil bei der Netzagentur.

Deutsche Post-Aktien fallen im XERA-Handel zeitweise um 0,52 Prozent auf 33,24 Euro zurück.

/wdw/DP/he

BONN (dpa-AFX)

Bildquellen: JPstock / Shutterstock.com, AR Pictures / Shutterstock.com

Aktuelle DHL Group (ex Deutsche Post) Aktie News

Werbung

DHL Group (ex Deutsche Post) Analysen

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für DHL Group (ex Deutsche Post) nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
Datum Rating Analyst
25.09.26 DHL Group (ex Deutsche Post) Overweight JP Morgan Chase & Co.
25.09.26 DHL Group (ex Deutsche Post) Market-Perform Bernstein Research
18.09.26 DHL Group (ex Deutsche Post) Hold Warburg Research
18.09.26 DHL Group (ex Deutsche Post) Hold Jefferies & Company Inc.
18.09.26 DHL Group (ex Deutsche Post) Buy Deutsche Bank AG

Information


Die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit werden für Finanzinstrumente von der Finanzen.net Zero GmbH als vertraglich gebundener Vermittler der DonauCapital Wertpapier GmbH (§ 3 Abs. 2 WpIG) bereitgestellt; bei Kryptowerten werden die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit ausschließlich von der DonauCapital Wertpapier GmbH bereitgestellt. Die Finanzen.net GmbH stellt ausschließlich den technischen Rahmen bereit und ist in die Wertpapier- und Kryptodienstleistung nicht einbezogen.