Meta-Aktie im Fokus: KI-Agenten-Geständnis von Zuckerberg stellt Strategie auf die Probe
Bei einer internen Veranstaltung zeigt sich Meta-Chef Mark Zuckerberg unzufrieden mit dem Tempo der KI-Agenten, während die Facebook-Mutter zugleich Milliarden in neue Modelle steckt.
Werte in diesem Artikel
- Zuckerberg gesteht laut Reuters Verzögerungen bei Metas KI-Agenten ein
- Meta erhöht die KI-Investitionen für 2026 auf bis zu 145 Milliarden US-Dollar
- Zugleich soll das neue Modell Watermelon mit OpenAIs GPT-5.5 gleichziehen
Mark Zuckerberg hat am 2. Juli 2026 in einer internen Mitarbeiterversammlung eingeräumt, dass die Entwicklung von KI-Agenten bei Meta Platforms langsamer voranschreitet als erwartet. Das geht aus einer Tonaufnahme hervor, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Für Anleger wiegt das Eingeständnis schwer, da der Konzern seine milliardenschweren Investitionen in Rechenzentren und Chips gerade mit dem Versprechen auf autonome, aufgabenerledigende KI-Systeme begründet hatte. Die Aussage rückt die interne Erfolgsmessung des größten Umbaus der Firmengeschichte in ein kritisches Licht, während der Wettbewerb um die stärksten KI-Modelle zwischen Meta, OpenAI und anderen Laboren unvermindert weitergeht.
Eingeständnis nach dem großen Umbau
Auf der Versammlung sagte Zuckerberg laut Reuters, die Entwicklung sogenannter agentischer Systeme habe sich in den vergangenen vier Monaten nicht so beschleunigt wie erhofft. Er räumte zugleich ein, dass der im Frühjahr eingeleitete Konzernumbau nicht so reibungslos verlaufen sei wie geplant. Im Mai 2026 hatte Meta rund 10 Prozent der weltweiten Belegschaft abgebaut und etwa 7.000 Beschäftigte in KI-fokussierte Teams versetzt, um die neu gegründeten Meta Superintelligence Labs zu stärken. Ein Sprecher des Unternehmens lehnte laut Reuters eine Stellungnahme zu den Aussagen ab.
Kapitalfeuer trotz Ernüchterung
Trotz der intern von Mark Zuckerberg geübten Kritik hält Meta an seinem Investitionskurs fest. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026, berichtet am 29. April 2026, meldete der Konzern einen Umsatz von 56,31 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 33 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal mit 42,31 Milliarden US-Dollar, sowie einen Nettogewinn von 26,77 Milliarden US-Dollar nach 16,64 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Zugleich hob das Unternehmen seine Prognose für die Investitionsausgaben 2026 von zuvor 115 bis 135 Milliarden US-Dollar auf 125 bis 145 Milliarden US-Dollar an und begründete den Schritt mit höheren Bauteilpreisen und zusätzlichen Rechenzentrumskosten für künftige Kapazitäten. Die Kombination aus starkem operativem Geschäft und wachsendem Kapitaleinsatz zeigt, dass Zuckerberg trotz der Verzögerung bei den Agenten nicht vom eingeschlagenen Kurs abrücken will.
Wettbewerbsdruck: Watermelon soll zu GPT-5.5 aufschließen
Auf derselben Versammlung berichtete Alexandr Wang, Leiter der Meta Superintelligence Labs, von Fortschritten beim kommenden Modell mit dem Codenamen Watermelon. Laut einem Bericht des Onlinemediums Business Insider sagte Wang, das noch im Training befindliche Modell erreiche auf internen Benchmarks bereits das Niveau von OpenAIs GPT-5.5 und nutze rund zehnmal mehr Rechenleistung als der im April 2026 vorgestellte Vorgänger Muse Spark. Für die Wettbewerbsfähigkeit von Meta dürfte am Ende jedoch weniger der reine Benchmark-Vergleich entscheiden als die Fähigkeit, starke Modelle auch in nutzbare, eigenständig handelnde Agenten zu übersetzen, genau der Punkt, an dem Zuckerberg intern Zweifel geäußert hat.
Ob sich die angekündigten Fortschritte in echte Produktreife übersetzen, dürfte sich spätestens beim nächsten Quartalsbericht zeigen, wenn Meta über die Nutzung seiner KI-Anwendungen und den Stand der Agenten-Entwicklung berichtet. Analysten bewerten die Aktie laut TipRanks derzeit im Durchschnitt mit einem Kursziel von 818,23 US-Dollar, das über dem bisherigen 52-Wochen-Hoch von 796,25 US-Dollar liegt. Zuletzt schloss die Meta-Aktie am Donnerstag bei 582,90 US-Dollar um 4,90 Prozent tiefer, nachbörslich legte sie dann wieder um 0,33 Prozent auf 584,80 US-Dollar zu. Am Freitag wird an den US-Börsen aufgrund des bevorstehenden Independence Day nicht gehandelt.
Carolin Ludwig, Redaktion finanzen.net
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| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 09.07.26 | Meta Platforms (ex Facebook) Buy | Jefferies & Company Inc. | |
| 03.07.26 | Meta Platforms (ex Facebook) Neutral | JP Morgan Chase & Co. | |
| 02.07.26 | Meta Platforms (ex Facebook) Buy | UBS AG | |
| 01.07.26 | Meta Platforms (ex Facebook) Buy | Jefferies & Company Inc. | |
| 01.06.26 | Meta Platforms (ex Facebook) Outperform | RBC Capital Markets |
