BASF-Aktie im Aufwind: Erste Zahlen zum Agrar-Börsengang enthüllen Milliarden-Pläne
Aus Finanzkreisen sickern erste Zahlen zum Wert der BASF-Agrarsparte vor dem geplanten Teilbörsengang durch. Das sollten Anleger wissen.
Werte in diesem Artikel
- Finanzkreise beziffern den Wert der Agrarsparte im Milliarden-Bereich
- Nur ein Minderheitsanteil soll 2027 in Frankfurt an die Börse gebracht werden
- BASF-Aktie im Aufschwung
BASF treibt den für 2027 geplanten Teilbörsengang seines weltweit führenden Agrargeschäfts voran, und aus Finanz- und Unternehmenskreisen kursiert nun erstmals eine belastbare Hausnummer für den Wert der Sparte. Für das gesamte Segment strebt der Konzern laut dem Handelsblatt, dem Insiderinformationen vorliegen, eine Bewertung zwischen 20 und 30 Milliarden Euro an. Am Montag reagiert die BASF-Aktie via XETRA zeitweise mit einem Plus von 1,15 Prozent auf 48,10 Euro, der Markt nimmt die Zahlen also zunächst positiv auf.
Bewertung übertrifft den Umsatzanteil deutlich
Die genannte Spanne wirkt üppig, wenn man sie gegen den tatsächlichen Beitrag der Sparte zum Konzern stellt. Auf das Agrargeschäft entfällt nur rund ein Sechstel des BASF-Gesamtumsatzes von knapp 60 Milliarden Euro, bei einer Bewertung am oberen Ende der Spanne käme die Sparte aber auf mehr als die Hälfte der aktuellen Marktkapitalisierung des gesamten Konzerns. Wer diese Rechnung ernst nimmt, unterstellt dem Agrargeschäft einen deutlich höheren Bewertungsaufschlag als dem Rest von BASF, etwa dem margenschwächeren Grundchemiegeschäft. Ein Insider begründet die Erwartungshaltung mit Blick auf den Deal so: "Wir erwarten einen Mega-Deal." Ob sich dieser Anspruch am Kapitalmarkt tatsächlich durchsetzen lässt, dürfte sich erst zeigen, wenn Analysten und institutionelle Investoren die separierten Zahlen der Sparte im Detail vorliegen haben, losgelöst vom Konzernverbund und dessen zyklischerem Grundstoffgeschäft.
Nur ein Minderheitsanteil kommt an die Börse
Der Konzern will das Geschäft mit Pflanzenschutzmitteln und Saatgut nicht komplett von der Hand geben. Vorgesehen ist ein Teilbörsengang in Frankfurt, bei dem lediglich ein Minderheitsanteil platziert wird, dessen genaue Höhe bislang offen bleibt. BASF hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, auch nach dem Listing Mehrheitsaktionär bleiben zu wollen, mit einer Europa-AG als künftigem Dach des börsennotierten Geschäfts. Die operative Führung der Sparte liegt seit Mai 2026 bei einem eigenen Management Board unter Livio Tedeschi, der zuvor bereits das Agrargeschäft leitete.
Der Zeitplan hängt vom Kapitalmarkt ab
Formal ist die Blaupause für den Börsengang bereits gelegt. Auf der Hauptversammlung am 30. April 2026 billigten die Aktionäre die Ausgliederung der Sparte, der zugehörige Ausgliederungsvertrag zwischen der BASF SE und der neuen Agrartochtergesellschaft datiert vom 18. März 2026. Wirksam wird die Ausgliederung erst mit der Eintragung ins Handelsregister, für die BASF eine Rückwirkung zum 1. Januar 2026 vorsieht. Bis 2027 soll die künftige Agrarholding als eigenständige Europäische Gesellschaft börsenreif sein, ob die Erstnotiz noch in der ersten Jahreshälfte gelingt, hängt nach Angaben aus Unternehmenskreisen jedoch maßgeblich vom Kapitalmarktumfeld ab.
Der nächste belastbare Datenpunkt dürfte die Entscheidung über die konkrete Höhe des Streubesitzanteils sein, die BASF nach eigenen Angaben noch nicht getroffen hat. Erst mit dieser Zahl und einem konkreten Zeitfenster wird sich abschätzen lassen, ob die genannte Bewertungsspanne am Markt tatsächlich Bestand hat.
Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net
Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar.
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Bildquellen: BASF SE, BASF SE
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| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
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| 25.06.26 | BASF Hold | Jefferies & Company Inc. | |
| 23.06.26 | BASF Underweight | JP Morgan Chase & Co. |
