Aktien Europa: Anleger treten vor EZB-Zinsentscheidung auf die Bremse
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PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Nach starker erster Wochenhälfte haben am europäischen Aktienmarkt am Donnerstag Gewinnmitnahmen eingesetzt. Bevor die Europäischen Zentralbank am frühen Nachmittag ihre Leitzinsentscheidung verkündet, gab der EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) 0,4 Prozent nach auf 4357 Punkte. Tags zuvor war er bis auf 4385 Punkte geklettert und dem Jahreshoch von 4412 Punkten wieder sehr nahegekommen.
Nach einer Zinspause der US-Notenbank Fed am Vorabend steuert die Europäische Zentralbank (EZB) im Kampf gegen die hohe Inflation auf eine weitere Erhöhung des Leitzinses zu. Volkswirte rechnen überwiegend mit einer moderaten Anhebung der Leitzinsen im Euroraum um 0,25 Prozentpunkte. Aber auch die Fed signalisierte für die Zukunft weitere Schritte.
In Paris verlor der CAC 40 am Mittwochvormittag 0,7 Prozent auf 7279 Punkte, während sich der britische FTSE 100 mit 7604 Punkten kaum veränderte.
Die Experten der Investmentbank HSBC sehen in Europa gerade diese beiden Märkte kritischer als bisher und stuften sie auf "Underweight" ab. Es zögen in Europa ohnehin "Sturmwolken herauf am Konjunkturhorizont", die überdurchschnittliche Entwicklung europäischer Aktien im weltweiten Vergleich sei im zweiten Quartal zum abrupten Ende gekommen. Anders als der Marktkonsens rechnen die HSBC-Experten in der Ergebnisentwicklung der Unternehmen mit einem Rückgang.
Branchenseitig im Fokus stehen am Donnerstag Einzelhandelswerte und hier vor allem Moderhändler nach frischen Signalen von H&M (HennesMauritz AB (HM, H&M)) sowie ASOS. Letztere sprangen in London um bis zu 16,5 Prozent an. Sie blieben bei ihren Jahreszielen, womit sich laut einem Analysten die positive Entwicklung der Profitabilität bestätigt.
H&M kletterten um fast 7 Prozent. Ein vielversprechender Beginn des gerade angelaufenen dritten Geschäftsquartals wurde höher gehängt, als die zuletzt etwas enttäuschenden Umsätze.
Bergab ging es am Donnerstag vor allem für konjuktursenible und zuletzt gut erholte Rohstoffwerte. Tags zuvor war der Branchenindex noch an seine 200-Tage-Linie geklettert. Sie gilt als Gradmesser für den längerfristigen Trend. Ein Anstieg darüber wäre als Signal zu werten, dass das Schlimmste mit dem Jahrestief Ende Mai vorüber ist. Triste Wirtschaftsdaten aus China belasteten nun aber - auch Chemiewerte./ag/mis
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