KI-Aktien unter Druck: DAX schließt im Minus -- US-Börsen tiefer -- TKMS erhält NATO-Rekordauftrag -- Samsung, Sandisk, Micron, Microsoft, Telekom, Siemens Energy, Vertex, Rivian, AMD, SpaceX im Fokus
Aktien von Rheinmetall und Lockheed Martin im Blick - USA und Europa schließen Rüstungskooperationen. UKA bestellt 100 Windturbinen bei Nordex. RBC sieht Robotaxi-Geschäft bei Tesla als größten Trumpf. Analyst sieht weiteres Potenzial für Knorr Bremse-Aktie und passt Kursziel an. ASML, AIXTRON & Co. - Chipwerte setzen Talfahrt fort.
Marktentwicklung
Der deutsche Aktienmarkt zeigte sich am Dienstag tiefrot.
Der DAX vergrößerte seinen anfänglich noch überschaubaren Verlust im weiteren Handelsverlauf deutlich und ging letztlich 1,37 Prozent schwächer bei 25.465,25 Punkten in den Feierabend.
Der TecDAX drehte nach einer positiven Eröffnung umgehend ins Minus und gab dann kräftig nach. Letztlich beendete er den Handelstag 2,0 Prozent tiefer bei 3.833 Zählern.
Nach dem jüngsten starken Höhenflug verlor der DAX am Dienstag an Boden. Die Schwäche von Aktien mit Bezug zu Künstlicher Intelligenz (KI) hat ihn dabei ausgebremst. Erst am Montag hatte der Leitindex mit 25.900 Punkten ein neues Rekordhoch markiert, nachdem bereits am Donnerstag zuvor der bisherige Sechsmonatshöchststand überboten worden war.
Charttechniker Christoph Geyer hatte schon am Wochenende vor einem überkauften Markt gewarnt und einen Rücksetzer für wahrscheinlich gehalten. Zusätzlichen Gegenwind lieferte die deutliche Schwäche der KI-Werte in Asien: Der südkoreanische KOSPI brach ein, und auch Samsung gaben trotz starker Quartalseckdaten spürbar nach. Laut dpa-AFX seien die Zahlen zwar "auf den ersten Blick hervorragend" gewesen, doch die Samsung-Aktie sei bereits so hoch bewertet gewesen, dass sie "priced for perfection" war und der Markt damit seinen ersten KI-Stresstest nicht bestanden habe.
Insgesamt verschiebe sich laut Marktbeobachter Stephen Innes der Fokus der Anleger: Entscheidend sei nun nicht mehr die aktuell starke KI-Nachfrage, sondern ob das Wachstumstempo hoch genug bleibe, um die bereits ambitionierten Bewertungen weiterhin zu rechtfertigen.
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Die europäischen Aktienmärkte tendierten am Dienstag abwärts.
Der EURO STOXX 50 war mit einem moderaten Abschlag gestartet und gab anschschließend deutlicher nach. Somit schloss er am Abend die Sitzung 1,22 Prozent schwächer bei 6.319,86 Punkten.
Vor allem bei Technologietiteln gab es heftige Gewinnmitnahmen. "Angesichts der schwelenden Nahost-Risiken, geldpolitischer Fragezeichen und zunehmend kritischer Fragen rund um die hohen Erwartungen an die KI-Branche wirken neue Bestmarken für viele Anleger erklärungsbedürftig", beschrieb Timo Emden, Marktanalyst von Emden Research, laut dpa die Marktlage. Entsprechend wachse die Neigung, zunächst Kasse zu machen.
Im Tagesverlauf richtete sich der Blick auf SpaceX, das in den NASDAQ 100 aufgenommen wird - ein Schritt, der zunächst zu Pflichtkäufen passiver Indexfonds führt, wobei sich neu aufgenommene Werte nach Abklingen dieser Käufe erfahrungsgemäß oft schwertun. Wichtige Unternehmenstermine standen ansonsten nicht an.
Der laufende NATO-Gipfel in der Türkei lenkte zudem die Aufmerksamkeit auf Rüstungsaktien, wobei besonders der milliardenschwere U-Boot-Auftrag Kanadas an die Werft TKMS im Blickpunkt blieb. Dieser wird als deutliches politisches Signal Richtung Europa und Nordpolarregion gewertet, zumal auch Norwegen auf denselben U-Boot-Typ setzt.
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Die US-Börsen präsentierten sich im Dienstagshandel mit Verlusten.
Der Dow Jones Industrial ging mit einem Abschlag von 0,25 Prozent bei 52.924,56 Punkten in den Feierabend.
Daneben gab der Techwerteindex NASDAQ Composite kräftig ab und büsste im Handel am Dienstag 1,16 Prozent auf 25.818,69 Zähler ein.
Die starken Abgaben im Technologie-Sektor waren auf die Zahlen von Samsung Electronics zurückzuführen. Der südkoreanische Konzern hat vorläufige Quartalsergebnisse auf Rekordniveau vorgelegt. Das reichte jedoch nicht aus, um die Nervosität der Anleger hinsichtlich der Nachhaltigkeit der KI-Nachfrage zu beruhigen, was die Aktie in Seoul um knapp 7 Prozent einknicken ließ.
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Die Börsen in Fernost zeigten sich am Dienstag mit roten Vorzeichen.
In Tokio fiel der Nikkei 225 letztlich um 2,12 Prozent auf 68.256,96 Punkte.
Auf dem chinesischen Festland ging es daneben für den Shanghai Composite 1,26 Prozent abwärts auf 3.990,24 Zähler.
Der Hang Seng verlor hingegen 0,51 Prozent auf 23.496,89 Einheiten.
Besonders unter Druck geriet der KOSPI: Hier war schließlich ein Minus von 4,91 Prozent auf 7.656,31 Punkte zu sehen.
Die Börsen in Ostasien und Australien standen am Dienstag stark unter Druck, wobei die schweren Verluste in Seoul das Geschehen prägten. Der technologielastige KOSPI, der zuletzt bereits deutliche Schwankungen zeigte, gab massiv nach, da Anleger bei Technologiewerten erneut Gewinne mitnahmen. Besonders auffällig: Samsung verbuchte trotz starker Rekordzahlen deutliche Kursverluste. Der Konzern stellte für das zweite Quartal einen operativen Gewinn in Aussicht, der das Vorquartal um mehr als die Hälfte übertreffen und sich damit dem 19-Fachen des Vorjahreswerts annähern würde - getragen vom KI-Boom und der starken Nachfrage nach entsprechenden Chips. Auch der Umsatz soll sich laut Prognose mehr als verdoppeln. Dennoch überwog im Markt die Skepsis, ob die hohen Bewertungen von KI-nahen Aktien angesichts möglicher Investitionsrückgänge der Hyperscaler und einer damit einhergehenden Abschwächung der Speicherchip-Nachfrage langfristig gerechtfertigt sind.
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