Aktien von Rheinmetall, TKMS & Co: Rüstungswerte nach Thales-Exail-Deal gefragt
Ein Milliardendeal zwischen zwei französischen Rüstungsfirmen sorgt am Montag auch für Rückenwind bei den deutschen Branchenwerten.
Werte in diesem Artikel
- Thales übernimmt die Gorgé-Anteile an Exail für 134 Euro pro Aktie
- Rheinmetall, TKMS, RENK und HENSOLDT legen klar zu
- SAFRAN war zuvor aus dem Bieterrennen um Exail ausgestiegen
Thales hat eine Einigung mit der Gründerfamilie Gorgé über deren Anteil an Exail Technologies gemeldet, und die Antwort der Anleger in Frankfurt fällt eindeutig aus. Die Anteilsscheine von Rheinmetall, TKMS, RENK und HENSOLDT ziehen an, nachdem der Deal die Bewertungsfrage für den europäischen Rüstungssektor neu aufwirft. Der Konzern bietet 134 Euro pro Aktie und damit eine Prämie von 44 Prozent auf den unbeeinflussten Kurs vom 25. Juni 2026, was Exail auf einen Unternehmenswert von 3,9 Milliarden Euro hebt.
Deutsche Rüstungswerte im Sog des Deals
Rheinmetall-Papiere gewannen via XETRA schließlich 3,35 Prozent auf 1.130,00 Euro hinzu. TKMS wiesen einen deutlicheren Gewinn von 11,07 Prozent auf 93,30 Euro aus, während RENK ein Plus von 4,04 Prozent auf 48,69 Euro verbuchte. Für HENSOLDT-Aktien ging es derweil um 6,09 Prozent auf 80,18 Euro nach oben. Der Deal bestätigte eine Bewertungslogik, die der Sektor seit Monaten einpreist: Wachstum in der maritimen Verteidigungstechnologie wird mit deutlichen Aufschlägen honoriert, wie schon die Prämie für Exail zeigt.
Warum Thales und nicht SAFRAN zum Zug kommt
Der Zuschlag fällt an Thales, nachdem sich SAFRAN wenige Tage zuvor aus dem Bieterrennen um Exail zurückgezogen hatte. Für Thales schließt die Übernahme eine strategische Lücke: Das Unternehmen ergänzt sein Portfolio in der Unterwasserkriegsführung und in der Trägheitsnavigation um die Expertise von Exail, das 2025 einen Umsatz von 479 Millionen Euro auswies, ein Plus von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Übernahme der Gorgé-Beteiligung soll bis zum dritten Quartal 2027 abgeschlossen werden, das anschließende Pflichtangebot für die übrigen Exail-Aktien frühestens Anfang 2028.
Analysten-Meinungen
Die Übernahme komme Thales zwar teuer zu stehen, kommentierte Analystin Milene Kerner von Barclays. Strategisch sei sie aber sinnvoll. Denn mit Exail stärke der Konzern sein Rüstungsgeschäft, stärke das Wachstum und beantworte die Fragen der Anleger bezüglich der Barmittelverwendung. Ähnlich argumentiert Kollegin Chloe Lemarie vom Analysehaus Jefferies den Deal: Er sei zwar nicht günstig, aber positiv für Thales, schrieb sie.
Besonders positiv äußerte sich Alessandro Pozzi von der italienischen Mediobanca. Die Transaktion habe eine "starke strategische Begründung", denn sie stärke die Position von Thales in den Bereichen Unterwasserkriegsführung, maritime Robotik, unbemannte Minenabwehr und Trägheitsnavigationssysteme.
Weitere positive Fatoren
Zudem gestalten sich die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine über ein mögliches Friedensabkommen schwierig, und obendrein steht der Nato-Gipfel vor der Tür. In Ankara will die Nato nicht nur Stärke zeigen, sondern der Ukraine wohl auch über ein neues Versprechen milliardenschwere Militärhilfen zukommen lassen.
Zu den Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine schrieb Marktexperte Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets: "Die von den USA angeleiteten Gespräche erweisen sich als schwerfällig und wurden nicht von dem erhofften Erfolg gekrönt. Es deutet sich vielmehr eine verbohrte Situation an, die sich nicht in kurzer Zeit lösen lassen wird." Am Vortag des Nato-Gipfels in der Türkei hatte Russland schwere Angriffe auf ukrainische Städte vorgenommen.
Daher richtet sich der Fokus der Investoren laut Lipkow wieder verstärkt auf Rüstungswerte. Zudem komme durch die Exail-Nachricht neue Fantasie in den Rüstungssektor, in dem sich zunehmend Konsolidierungsdruck bemerkbar mache.
Was die Rally für Anleger bedeutet
Für Anleger in deutschen Rüstungswerten liefert der Deal vor allem eine Bestätigung: Konsolidierung und Bewertungsfantasie bleiben im Sektor ein Treiber, unabhängig von einzelnen Auftragsverlusten oder politischen Rückschlägen der vergangenen Wochen. Gleichzeitig zeigt die 44-prozentige Prämie für Exail, wie groß die Spanne zwischen Buchwert und Übernahmepreis in der Branche mittlerweile ausfallen kann, was auch die Diskussion um die Bewertung von Rheinmetall, TKMS, RENK und HENSOLDT befeuern dürfte.
Alexandra Hesse, Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX
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Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
Bildquellen: HENSOLDT, LCV / Shutterstock.com
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| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
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| 08.07.26 | Rheinmetall Outperform | Bernstein Research | |
| 08.07.26 | Rheinmetall Buy | Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank) | |
| 07.07.26 | Rheinmetall Buy | UBS AG | |
| 03.07.26 | Rheinmetall Buy | Deutsche Bank AG |
