Aufatmen im Software-Sektor: Aktien von SAP, ServiceNow & Co. profitieren abermals von KI-Schwäche
Während Samsungs Rekordgewinn Chip-Aktien kaltlässt, ziehen Software-Titel an: ein Muster, das der Markt schon kennt.
Werte in diesem Artikel
- SAP, ServiceNow, Salesforce und Figma legen zu, während Chipwerte schwächeln
- Auslöser ist Skepsis an der KI-Nachfrage nach Samsungs Rekordzahlen
- Muster ähnelt der Software-Rally nach dem verschobenen OpenAI-Börsengang
Samsung Electronics meldete am Dienstagmorgen einen Rekordgewinn für das zweite Quartal 2026, doch die Reaktion der Anleger fällt verhalten aus: Chip- und KI-nahe Werte geraten unter Druck, weil Zweifel an der Nachhaltigkeit der KI-Nachfrage wachsen. Von dieser Skepsis profitieren ausgerechnet jene Softwarekonzerne, die häufig als KI-Verlierer betitelt werden.
Softwarewerte und IT-Dienstleister nutzen die Verschnaufpause
So zog die SAP-Aktie zuletzt um 2,74 Prozent an auf 143,90 Euro. Im MDAX sprang Nemetschek um 0,86 Prozent auf 58,45 Euro an.
Auch im US-Handel profitierte vor allem der Softwaresektor von der KI-Schwäche nach den Samsung-Zahlen. Hier gewann ServiceNow an der NYSE 2,59 Prozent auf 110,73 US-Dollar. Salesforce-Titel und Figma-Aktien legten vorbörslich teils noch kräftig zu, gewannen im Haupthandel jedoch nur noch 2,34 Prozent auf 169,52 US-Dollar bzw. 5,27 Prozent auf 22,19 US-Dollar.
Des einen Freud, des anderen Leid
Denn das Muster ist dem Markt bereits bekannt. Fallen KI- und Chip-Aktien, so profitieren meistens jene Titel, die von disruptiver KI bedroht sein könnten. So sah die Bewegung am Freitag, 26. Juni 2026, ähnlich aus. Dort sorgte ein Bericht der "New York Times" über potenzielle Verzögerungen beim Börsengang des KI-Pioniers OpenAI für eine regelrechte "Relief-Rally" im Software-Sektor.
Analysten von JPMorgan und Goldman Sachs sprachen infolgedessen davon, dass der übergeordnete KI-Trend deutlich abflachen könnte - auch, wenn er sich weiter fortsetzen würde.
Belastbar ist das Muster damit jedoch noch nicht: Schon nach der Rally Ende Juni ließ die Euphorie binnen Tagen nach, weil Softwarekonzerne weiterhin beweisen müssen, dass KI-Agenten ihre Abonnementgeschäfte eher ergänzen als ersetzen.
Was Anleger aus der Rotation mitnehmen sollten
In den kommenden Wochen wird die Bilanzsaison wieder ihr Unwesen treiben und die Aktienmärkte weltweit unter Strom stellen. Dort wird sich auch entscheiden, wie belastbar diese Rotation und dieses Muster wirklich ist.
Entsprechend sollten Anleger auf die Zahlen der Software-Titel wie ServiceNow achten. Parallel bleibt der Blick auf die Chipbranche relevant, denn sollten sich Samsungs Zahlen und die folgenden Berichte großer Halbleiterkonzerne stabilisieren, könnte sich die Kapitalrotation zurück in Richtung KI- und Chipwerte drehen und die Softwarerally ebenso schnell abklingen.
Für Softwarekonzerne wie SAP, ServiceNow, Salesforce und Figma bleibt zudem die strukturelle Frage im Raum, ob KI-Agenten ihre Abonnementgeschäfte langfristig ergänzen oder in Teilen ersetzen. Erst eine Serie von Quartalsberichten, nicht ein einzelner Kurssprung, kann diese Frage beantworten.
Benedict Kurschat, Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net
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| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 02.07.26 | SAP SE Neutral | JP Morgan Chase & Co. | |
| 29.06.26 | SAP SE Buy | Jefferies & Company Inc. | |
| 25.06.26 | SAP SE Buy | Jefferies & Company Inc. | |
| 19.06.26 | SAP SE Buy | UBS AG | |
| 19.06.26 | SAP SE Buy | Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank) |
