Experte wettert auf X

Microsoft-Aktie: Nach Milliarden-KI-Investitionen entfacht der Xbox-Umbau scharfe Kritik


Microsoft-Aktie: Nach Milliarden-KI-Investitionen entfacht der Xbox-Umbau scharfe Kritik

Microsoft stellt seine Xbox-Sparte auf den Prüfstand: Rund 3.200 Stellen sollen wegfallen, vier Studios verlassen den Konzernverbund. Erste Reaktionen fallen harsch aus.

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  • Microsoft streicht konzernweit 4.800 Stellen, rund 1.600 davon bei Xbox.
  • Vier Xbox-Studios werden ausgegliedert oder wechseln den Eigentümer.
  • Die Gaming-Sparte schwächelt deutlich, der Konzernumsatz wächst dennoch kräftig.
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Microsoft hat am Montag den bislang tiefsten Einschnitt in der Geschichte seiner Xbox-Sparte eingeleitet. Xbox-Chefin Asha Sharma kündigte in einem an die Belegschaft gerichteten Memo mit dem Titel "Resetting XBOX" an, im Geschäftsjahr 2027 rund 3.200 Stellen zu streichen, etwa ein Fünftel der Xbox-Belegschaft. Eingebettet ist der Schritt in einen konzernweiten Stellenabbau von 4.800 Positionen, den Microsoft am selben Tag bestätigte. Für die Microsoft-Aktie stellt sich damit vor allem eine Frage: Wie stark schlägt die Gaming-Krise tatsächlich auf Umsatz und Marge des Gesamtkonzerns durch? Eine erste Reaktion zeigt: Anleger machen sich Sorgen, die Microsoft-Aktie verlor am Montag an der NASDAQ rund ein Prozent. Am Dienstag setzte aber wieder eine Erholung ein: Am Ende ging es um 0,54 Prozent auf 388,84 US-Dollar nach oben.

Der Umbau bei Xbox im Überblick

Rund 1.600 der verkündeten Kürzungen wurden bereits zum Wochenstart wirksam, weitere bis zu 1.600 sollen im Verlauf des Geschäftsjahres 2027 folgen. Zusätzlich gliedert der Konzern vier Studios aus: Compulsion Games und Double Fine Productions werden eigenständige Unternehmen, Ninja Theory und Undead Labs gehen an neue Eigentümer über. Sharma kündigte zudem an, die Zahl der Führungsebenen bei Xbox von bisher bis zu 14 auf maximal fünf, in Teilen auf drei, zu reduzieren. Ein genauer Kostenrahmen für die Restrukturierung wurde nicht genannt, ein bereits im April 2026 gestartetes freiwilliges Vorruhestandsprogramm hatte den Umfang der nötigen Kürzungen zuvor schon verringert. "Unser Geschäft ist heute nicht gesund", schrieb Sharma in dem Memo.

Warum die Sparte drastisch schrumpft

Nach Sharmas Angaben liegen die Margen der Xbox-Sparte drei bis zehnmal unter denen vergleichbarer Plattform und Publishing-Anbieter, in einem durchschnittlichen Jahr habe die Sparte 64 US-Cent je investiertem Dollar verloren. Auch die Umsatzzahlen bestätigen den Abwärtstrend: Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 sank der Umsatz der Gaming-Sparte laut Microsofts Quartalsbericht um 380 Millionen US-Dollar beziehungsweise 7 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Erlöse aus Xbox-Inhalten und -diensten wie Game Pass gaben um 5 Prozent nach, die Hardware-Erlöse brachen um 33 Prozent ein, bedingt durch einen Rückgang der verkauften Konsolen. Der aktuelle Umbau reiht sich zudem in ein wiederkehrendes Muster: Bereits 2025 reduzierte Microsoft die Belegschaft in zwei Wellen um insgesamt rund 15.000 Stellen, etwa 6.000 im Mai und rund 9.000 im Juli, jeweils zum Start eines neuen Geschäftsjahres.

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Was das für die Microsoft-Bilanz bedeutet

Für den Gesamtkonzern bleibt die Gaming-Schwäche bislang ein Randthema. Das Segment More Personal Computing, das neben Xbox auch Windows und die Suche bündelt, kam im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 auf einen Umsatz von 13,2 Milliarden US-Dollar, ein Minus von nur 1 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Microsoft insgesamt steigerte den Umsatz im selben Zeitraum um 18 Prozent auf 82,9 Milliarden US-Dollar, der Nettogewinn kletterte um 23 Prozent auf 31,8 Milliarden US-Dollar, getragen vor allem vom Cloud-Geschäft. Der Analyst Gil Luria von D.A. Davidson brachte gegenüber CNBC dennoch die Grundsatzfrage auf den Punkt: "Das ist kein Geschäft, in dem Microsoft sein muss oder sein sollte."

Scharfe Kritik von PR-Berater

Kritischer äußerte sich der PR-Berater und Tech-Podcaster Ed Zitron in einem am Montag veröffentlichten Beitrag auf der Plattform X: Er wertete den Umbau als Beleg für tiefergehende Managementprobleme im Umgang mit den KI-Investitionen des Konzern. "Katastrophales Missmanagement durch ein Unternehmen, das von einem Schwachkopf geleitet wird, der noch unter dem Niveau von McKinsey agiert, und der andere Versager einstellt, um Gelder hin- und herzuschieben und so zu verschleiern, wie schlecht seine KI-Strategien eigentlich sind. Microsoft ist eine Schande für die Softwarebranche", wetterte er in einem X-Post.

Der nächste Prüfstein für den Gesamtkonzern Microsoft ist der Bericht zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026. Er wird zeigen, ob sich die angekündigten Einsparungen bereits in der Marge niederschlagen, während weitere rund 1.600 Xbox-Stellenstreichungen im Verlauf des Geschäftsjahres 2027 erst noch anstehen.

Claudia Stephan, Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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