Rüstungsindustrie

Rheinmetall-Aktie: Firmenchef Papperger rechnet mit der deutschen Rüstungspolitik ab


Rheinmetall-Aktie: Firmenchef Papperger rechnet mit der deutschen Rüstungspolitik ab

Rheinmetall-Chef Armin Papperger kritisiert beim WELT-Sicherheitsgipfel die deutsche Rüstungsbeschaffung und fordert mehr Tempo sowie verbindlichere Verträge.

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  • Rheinmetall-Chef Papperger mit Kritik beim WELT-Sicherheitsgipfel
  • Mehr Tempo und feste Verträge statt Rahmenabkommen gefordert
  • Rheinmetall hat die Munitionskapazität deutlich ausgebaut
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Rheinmetall-Chef Armin Papperger hat beim WELT-Sicherheitsgipfel am 2. Juli 2026 in Berlin deutliche Kritik an der früheren Bundesregierung unter Angela Merkel geübt und zugleich mehr Tempo sowie verbindliche Verträge für die Rüstungsindustrie gefordert. Merkel habe der Branche laut Papperger einst erklärt, man "brauche Euch eigentlich nicht" und werde im Ernstfall die Amerikaner um Hilfe bitten. Die Abhängigkeit von den USA sei damals politisch gewollt gewesen.

Ruf nach mehr Tempo in der eigenen Organisation

Mit Blick auf die aktuelle Sicherheitslage fordert Papperger deutlich mehr Tempo von der eigenen Branche. "Geschwindigkeit ist der entscheidende Punkt", sagte er und verwies auf die Ukraine, die neue Waffensysteme binnen kurzer Zeit einsetze, während Deutschland von der Entwicklung bis zur Einsatzreife deutlich länger brauche. Nach eigener Einschätzung hat auch innerhalb von Rheinmetall noch nicht die gesamte Organisation verinnerlicht, wie schnell gehandelt werden müsse, weshalb es aus seiner Sicht klarer Vorgaben von der Unternehmensspitze bedarf.

Kritik an Rahmenverträgen ohne feste Zusagen

Besonders deutlich wird Papperger bei der Vertragsgestaltung mit der öffentlichen Hand. Vertragsabschlüsse mit dem Staat seien häufig unverbindlich gehalten, ohne feste Abnahmegarantie, so seine Kritik, verbunden mit der Forderung nach mehr Planungssicherheit für Investitionsentscheidungen. Als Beispiel nannte er ein neues Artilleriewerk, in das Rheinmetall nach eigenen Angaben rund 500 Millionen Euro investiert hat, für das aus Deutschland bislang aber erst ein Auftrag über 200.000 Schuss Munition vorliegt.

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Kapazitätsausbau bei Munition weit fortgeschritten

Dass Rheinmetall selbst geliefert hat, unterstreicht Papperger mit Zahlen zur Munitionsproduktion. Die jährliche Fertigungskapazität für Artilleriemunition sei von 70.000 auf eine Million Schuss gewachsen, wodurch der Konzern die USA bei konventioneller Munition inzwischen überholt habe. Trotz dieser operativen Fortschritte bleibt aus seiner Sicht die vertragliche Basis der Auftraggeber der limitierende Faktor für weiteres Wachstum.

Ob sich an der von Papperger kritisierten Vertragspraxis etwas ändert, bleibt abzuwarten.

An der Börse hat die Rheinmetall-Aktie zuletzt schwach performt. Seit Jahresstart haben Investoren einen Verlust von rund 30 Prozent in ihren Depots.

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Am Montag durften Anleger jedoch aufatmen: Das Papier gewann via XETRA schlussendlich 3,35 Prozent auf 1.130,00 Euro.

Claudia Stephan, Benedict Kurschat, Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: Tobias Arhelger / Shutterstock.com, Postmodern Studio / Shutterstock.com

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25.09.26 Rheinmetall Buy Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
21.09.26 Rheinmetall Outperform Bernstein Research
10.09.26 Rheinmetall Neutral JP Morgan Chase & Co.
01.09.26 Rheinmetall Buy Deutsche Bank AG
17.08.26 Rheinmetall Neutral JP Morgan Chase & Co.

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