Abwärtstrend

Micron unter Druck: Warum die Aktie seit dem Rekordhoch mehr als 20 Prozent korrigiert hat


Micron unter Druck: Warum die Aktie seit dem Rekordhoch mehr als 20 Prozent korrigiert hat

Die Micron-Aktie hat nach ihrem Rekordhoch deutlich korrigiert. Dabei halten sich Gegenwindfaktoren und Chancen die Waage.

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  • Micron korrigiert nach Rekordhoch trotz starker Quartalszahlen
  • Burry setzt auf zyklische Schwäche im Speichermarkt
  • Citi sieht weiteres Potenzial durch DRAM- und HBM-Nachfrage
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Die Micron Technology-Aktie hat seit ihrem Rekordhoch vom 25. Juni 2026 bei 1.255,00 US-Dollar an der NASDAQ rund 22 Prozent an Wert verloren. Auch am Dienstag ging es für den Anteilsschein um weitere 4,71 Prozent auf 938,38 US-Dollar nach unten.

Der Rückschlag wirft die Frage auf, was hinter dem Stimmungsumschwung steckt und wie es für Anleger weitergehen könnte.

Ein Rekordquartal als Ausgangspunkt

Denn die Drittquartalszahlen von Micron hatten am Markt noch für Begeisterung gesorgt, da sie die Erwartungen deutlich übertroffen hatten: Der Umsatz kletterte auf 41,456 Milliarden US-Dollar, mehr als das Vierfache des Vorjahresquartals mit 9,30 Milliarden US-Dollar und ein Plus von rund 74 Prozent gegenüber dem Vorquartal mit 23,86 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 25,11 US-Dollar und damit klar über der Analystenschätzung von 20,76 US-Dollar. Für das laufende Quartal stellte Micron rund 50 Milliarden US-Dollar Umsatz in Aussicht, deutlich mehr als die von Analysten vor der Vorlage erwarteten 43,58 Milliarden US-Dollar.

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Warum die Aktie seither unter Druck steht

Ausgerechnet in dieser Phase meldete sich der als "The Big Short"-Investor bekannte Michael Burry zu Wort. Nachdem er bereits Ende Juni Short-Positionen gegen NVIDIA, Tesla, Applied Materials, Caterpillar und den Halbleiter-ETF SOXX offengelegt hatte, gab er Anfang Juli auf seinem Substack-Kanal bekannt, auch gegen Micron zu wetten. Sein Argument: Speichergeschäfte wie das von Micron seien historisch stark zyklisch und der aktuelle Kursverlauf erinnere ihn an eine von der Angst vor dem Verpassen (FOMO) getriebene Bewegung.

Hinzu kamen am Markt Zweifel am Nachfrageausblick auf. Laut einem Bloomberg-Bericht könnte Meta Platforms künftig überschüssige Rechenkapazitäten an Dritte vermieten, was die Frage aufwirft, ob die Investitionspläne der Hyperscaler tatsächlich so weit reichen wie bisher angenommen. 22V-Research-Stratege Jeff Jacobson verwies in einer Marktnotiz zudem auf Berichte, wonach Apple bei der US-Regierung für den Kauf bislang gesperrter chinesischer Speicherchips wirbt, um steigende Kosten abzufedern, was die Preismacht US-amerikanischer Anbieter wie Micron infrage stellen würde.

Was für eine Erholung spricht

Nicht alle Marktteilnehmer teilen die Skepsis. Citi-Analyst Atif Malik bezeichnete die Schwäche nach den Zahlen am Montag noch als Kaufgelegenheit und setzte Micron auf eine Beobachtungsliste für mögliche Kurstreiber der kommenden 90 Tage. Er verweis darauf, dass die Preise für DRAM-Speicher weiter steigen dürften. Micron zählt zudem zu den wenigen Herstellern, die Speicher mit hoher Bandbreite (HBM) für KI-Beschleuniger in industriellem Maßstab fertigen können, eine Position, die selbst Burry in seiner Analyse als Grund für die aktuelle Nachfrage anerkennt.

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Das Gegenargument bleibt die Zyklizität des Speichermarkts: Burry verweist in seiner Analyse auf 34 Kursrückgänge von mehr als 30 Prozent innerhalb der vergangenen 42 Jahre sowie auf eine im Schnitt schwache Kapitalrendite des Unternehmens. Ob die aktuelle, von der KI-Nachfrage getriebene Sonderkonjunktur diesen historischen Rhythmus tatsächlich durchbricht oder nur verlängert, bleibt abzuwarten.

Claudia Stephan, Benedict Kurschat, Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: Charles Knowles / Shutterstock.com, Bangla press / Shutterstock.com

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