Nach NVIDIA, Micron & Co: Setzt Burry jetzt auch auf einen Absturz der Palantir-Aktie?
Kaum hat Michael Burry seine Wetten gegen NVIDIA und Micron ausgeweitet, richtet sich der Blick auf eine Aktie, die der Starinvestor schon länger im Visier hat: Palantir.
Werte in diesem Artikel
- Burry hat seine Shortpositionen binnen einer Woche u.a. um NVIDIA und Micron erweitert.
- Gegen Palantir positioniert er sich schon seit Monaten über Verkaufsoptionen, verstärkt durch seine Aussage vom April, Anthropic esse dem Konzern das Geschäft weg.
- Die Palantir-Aktie fällt
Die Palantir-Aktie beendete den NASDAQ-Handel am Mittwoch 1,60 Prozent schwächer bei 132,22 Dollar. Am Donnerstag geht es zeitweise um weitere 4,45 Prozent abwärts auf 126,35 Dollar. Hintergrund sind Sorgen, der Investor könnte eine Short-Position gegen das Unternehmen aufgebaut haben. Bestätigt ist das nicht, jedoch hat sich Burry jüngst gegen mehrere bekannte KI-Werte positioniert.
Michael Burry hat seine Liste der Shortpositionen binnen weniger Tage kräftig ausgeweitet. Am Dienstag, dem 30. Juni 2026, stieg der Starinvestor erstmals mit einer Shortposition gegen Caterpillar ein und positionierte sich zugleich gegen NVIDIA, Applied Materials, Tesla und einen Indexfonds auf Halbleiterwerte. Nur zwei Tage später folgte mit Micron ein weiterer Chipwert: Am 1. Juli 2026 stieg Burry in den Short ein. Zwischen den Zeilen liest sich das wie die Fortsetzung eines Kapitels, das im April begann, als Burry mit einem Seitenhieb gegen Palantir für Aufsehen sorgte.
Anthropic frisst Palantirs Marktanteile
Am 8. April 2026 schrieb Burry laut Business Insider auf der Plattform X, Anthropic esse Palantir buchstäblich das Geschäft weg. Als Beleg führte er an, der jährliche Umsatzlauf von Anthropic sei binnen weniger Monate von 9 auf 30 Milliarden US-Dollar gesprungen, während Palantir zwei Jahrzehnte gebraucht habe, um überhaupt 5 Milliarden US-Dollar zu erreichen. Zusätzlich verwies er auf eine Erhebung des Zahlungsanbieters Ramp, wonach Anthropic rund 73 Prozent der neuen Unternehmensausgaben für KI-Dienste auf sich vereine.
Seine Grundthese: Palantir sei im Kern ein margenschwaches Beratungsgeschäft, das als schnell wachsendes KI-Softwareunternehmen verkauft werde. Als Belege nennt er Forderungen, die deutlich schneller wachsen als der Umsatz, eine hohe aktienbasierte Vergütung und die Abhängigkeit von externen Modellanbietern wie Anthropic statt eigener KI-Technologie.
Der X-Beitrag wurde später gelöscht, seine Wirkung aber bleibt und verunsichert Anleger .
Muster statt Einzelfall: Die größere Wette gegen den KI-Boom
Sowohl der Caterpillar- als auch der Micron-Short folgen derselben Logik wie die Palantir-These. Bei Caterpillar verweist Burry auf ein Verhältnis von Kurs zu Umsatz, das nach seiner Analyse den höchsten Stand seit mindestens 30 Jahren erreicht hat, nachdem die Aktie im ersten Halbjahr 2026 um 86 Prozent zulegte und damit den Anstieg des S&P 500 von rund 9,6 Prozent im gleichen Zeitraum um ein Vielfaches übertraf.
Bei Micron verweist er auf eine mittlere Kapitalrendite, die über die vergangenen 42 Jahre bei lediglich 4 Prozent lag, nach Burrys Einschätzung ein schwacher Wert für einen Branchenriesen dieser Größenordnung, und auf einen freien Cashflow, der über die Jahre in fast der Hälfte der Zeit negativ ausgefallen sei. In allen drei Fällen wertet Burry hohes Wachstum ohne entsprechend hohe Kapitalrenditen als Anzeichen einer Überhitzung, nicht als nachhaltigen Wandel.
Was das für Anleger bedeutet
Für Anleger ergeben sich daraus zwei Lehren. Erstens ist Burrys Palantir-Kritik kein neues Alarmsignal, sondern die x-te Wiederholung einer seit Monaten laufenden Wette, deren Ausgang offen bleibt. Zweitens zeigt die Ausweitung auf Micron, NVIDIA und Caterpillar, dass es Burry nicht um ein einzelnes Unternehmen geht, sondern um eine grundsätzliche Wette auf eine Korrektur bei KI-nahen Bewertungen insgesamt. Wer eine der betroffenen Aktien im Depot hält, kann deshalb weniger auf einzelne Social-Media-Beiträge achten als auf die fundamentalen Kennzahlen, die Burry selbst anführt, und die kommenden Quartalsberichte der jeweiligen Unternehmen als nächsten belastbaren Datenpunkt abwarten.
Thomas Zoller, Redaktion finanzen.netDieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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