Sektor-Rotation

Aktien von Meta, Amazon & Co. im Fokus: Comeback der Hyperscaler nach Chip-Ausverkauf?


Aktien von Meta, Amazon & Co. im Fokus: Comeback der Hyperscaler nach Chip-Ausverkauf?

Nach Wochen mit kräftigen Kursgewinnen bei Chip-Werten sieht ein Morgan-Stanley-Team um Mike Wilson ausgerechnet bei den Hyperscalern das größere Potenzial.

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  • Morgan Stanley sieht Hyperscaler nach Chip-Rotation vor einem Comeback
  • Spekulationen um Metas Cloud-Pläne befeuern die These zusätzlich
  • Biotech und Konsumgüter gelten als weitere Profiteure der Rotation
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Ein Team von Morgan-Stanley-Strategen um Mike Wilson erwartet nach Wochen mit kräftigen Kursgewinnen bei Halbleiterwerten nun ausgerechnet bei den großen KI-Hyperscalern das größere Potenzial. In einer Mitteilung an Kunden, auf die sich MarketWatch bezieht, schreibt das Team am Montag, die im ersten Halbjahr 2026 schwächelnden Aktien von Amazon, Microsoft, Alphabet und Meta hätten ihre Phase der Underperformance bereits hinter sich, während der Halbleitersektor nach einem monatelangen Lauf an Schwung verliere. Für Anleger bedeutet das eine mögliche Neuausrichtung innerhalb des KI-Handels: weg von den Chipherstellern, hin zu den Plattformbetreibern, die von der Technologie profitieren.

Warum die Chip-Rally ins Stocken gerät

Den Hintergrund bildet eine auffällige Kursdivergenz: Der Halbleiterindex SOX hat sich im Jahr 2026 laut Wilsons Team deutlich besser entwickelt als der auf große Technologiekonzerne fokussierte Roundhill-Magnificent-Seven-ETF (MAGS), der im selben Zeitraum sogar leicht im Minus liegt. Genau diese Kluft, so die Strategen, könnte sich nun schließen. Sie begründen ihre Einschätzung damit, dass die Hyperscaler ihre Schwächephase bereits durchlaufen hätten und zugleich über attraktive Optionalität im KI-Ökosystem verfügten: solide Kerngeschäfte, die Möglichkeit, die Entwicklung von KI-Agenten mitzugestalten, sowie ungenutzte Spielräume beim Kostenmanagement. Zusätzlich verweist das Team via MarketWatch auf mögliche Bremsspuren bei den Investitionsausgaben der großen Plattformkonzerne, nachdem deren Aktien monatelang schwächer abgeschnitten hatten als der breite Markt.

Meta als Bühne für die neue Erzählung

Ein Beispiel für dieses Narrativ liefert ausgerechnet die Meta Platforms-Aktie: Seit Ende Juni kursierten Berichte, wonach der Konzern eine eigene Cloud-Sparte aufbaut, um überschüssige KI-Rechenkapazität an externe Kunden zu verkaufen. Wie aus einem Bloomberg-Bericht vom 1. Juli 2026 hervorgeht, soll Meta damit in direkte Konkurrenz zu Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google Cloud treten und einen Teil der milliardenschweren Investitionen in eigene Rechenzentren refinanzieren. Dabei hatte die Facebook-Mutter sein Investitionsbudget für das laufende Jahr im ersten Quartal 2026 von 115 bis 135 Milliarden auf 125 bis 145 Milliarden US-Dollar angehoben, wie aus der Mitteilung zu den Quartalszahlen vom 29. April 2026 hervorgeht.

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Unbestätigte Pläne und die Grenzen der These

Offiziell bestätigt ist davon bislang wenig: Meta lehnte gegenüber mehreren Medien einen Kommentar zu den Cloud-Plänen ab, die sich laut den Berichten noch in der Entwicklung befinden und sich noch ändern können. Wilsons Rotationsthese steht damit teilweise auf recht weichem Boden, dürfte als Argument für Hyperscaler aber reichen, solange der Markt die Aussicht auf neue Erlösquellen honoriert. Die Strategen selbst warnen zudem vor Nebenwirkungen: Weil der jüngste Ausverkauf ausgerechnet die größten Halbleiterwerte treffe, dürfte der Gesamtmarkt eher unruhiger und schwächer tendieren, statt reibungslos in eine neue Führungsrolle der Hyperscaler zu wechseln.

Ob sich die Wette auf ein Comeback der Hyperscaler bestätigt, könnte sich schon in den kommenden Wochen zeigen: Denn die Berichtssaison läuft in den nächsten Wochen an und auch die Zahlen von Meta zum zweiten Quartal 2026 werden daher in der näheren Zukunft erwartet. Dann wird sich zeigen, ob aus den Cloud-Spekulationen ein konkretes Geschäft wird und ob die hohen Investitionen in Rechenzentren beginnen, sich auszuzahlen.

Zumindest für den Moment sorgt die These von Morgan Stanley für keine großen Kursbewegungen bei den Hyperscalern. So zeigt sich Amazon 0,73 Prozent höher bei 244,42 US-Dollar, während Meta gar 1,37 Prozent auf 590,86 US-Dollar zulegt. Auch bei Alphabet geht es zeitweise 0,34 Prozent aufwärts auf 357,40 US-Dollar, Microsoft hinkt jedoch mit einem Abschlag von 0,94 Prozent auf 386,80 US-Dollar hinterher.

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Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: Gordon Bell / Shutterstock.com, Valeriya Zankovych / Shutterstock.com

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