Anleiheoffensive

Amazon-Aktie im Blick: Bond-Deal über 25 Milliarden US-Dollar für KI-Ausbau treibt Anleihemarkt um


Amazon-Aktie im Blick: Bond-Deal über 25 Milliarden US-Dollar für KI-Ausbau treibt Anleihemarkt um

Amazon holt sich Milliarden am Bondmarkt, und ausgerechnet das lässt KI-Anleihen quer durch die Branche ins Wanken geraten.

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  • Amazon plant eine achtteilige Anleihe über mindestens 25 Milliarden US-Dollar
  • Konzern kündigte an, 2026 keine weiteren Anleihen mehr zu begeben
  • Anleihen der KI-Branche gerieten am Dienstag unter Verkaufsdruck
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Laut CNBC plant Amazon, mindestens 25 Milliarden US-Dollar über eine achtteilige Anleihe aufzunehmen, um den milliardenschweren Ausbau seiner Rechenzentren für künstliche Intelligenz zu finanzieren. Der Markt reagiert darauf nicht sonderlich euphorisch: Bereits ausstehende Anleihen der gesamten Technologiebranche gerieten am Tag der Ankündigung unter Verkaufsdruck, weil Investoren offenbar Kasse machten, um sich am neuen Bond-Deal zu beteiligen.

Ausverkauf bei KI-Anleihen

Wie MarketWatch berichtet, geht es um erhebliche Summen: Sechs große Unternehmen aus dem KI-Bereich haben in den vergangenen Jahren zusammen mehr als 460 Milliarden US-Dollar an ausstehenden Schulden aufgenommen, rund 100 Milliarden US-Dollar davon allein in diesem Jahr, wie eine Auswertung von BondCliQ zeigt.

Am Dienstag weiteten sich die Risikoaufschläge mehrerer dieser Anleihen dann spürbar aus: Die Anleihe von Meta Platforms mit 6,3 Prozent Kupon und Fälligkeit im Mai 2056 verteuerte sich um rund 8 Basispunkte, die Amazon-Anleihe mit 5,95 Prozent Kupon und Fälligkeit im März 2066 um rund 14 Basispunkte - für Investment-Grade-Anleihen ungewöhnlich große Tagesbewegungen.

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John Lloyd, globaler Leiter für Multisector Credit bei Janus Henderson, ordnete die Schwäche vor allem so ein, dass Investoren derzeit "Kasse machen, um an Amazons neuer Emission teilzunehmen", nicht als Zeichen einer sich eintrübenden Kreditgeschichte. Zugleich mehrten sich laut Lloyd die Fragen, wie viel zusätzliche Verschuldung der Sektor für den KI-Ausbau in den kommenden Jahren noch aufnehmen müsse.

Amazon füllt die Kriegskasse für den KI-Ausbau

Ursprünglich als achtteilige US-Anleihe angekündigt, nannte Amazon in seiner SEC-Meldung vom Dienstag selbst keinen konkreten Betrag, die Zielsumme von mindestens 25 Milliarden US-Dollar berichtete zuerst Bloomberg. Laut CNBC teilte der Konzern seinen Konsortialbanken zudem mit, im laufenden Jahr keine weiteren Anleihen mehr begeben zu wollen.

Der Schritt reiht sich in eine Serie von Kapitalaufnahmen ein: Seit Beginn des Jahres sammelte Amazon bereits rund 54 Milliarden US-Dollar in den USA und Europa ein, im Juni folgten weitere 10 Milliarden US-Dollar in Kanada. Im November 2025 waren zudem bereits 15 Milliarden US-Dollar über eine US-Anleihe aufgenommen worden. "Wir überprüfen regelmäßig unseren operativen Plan und treffen entsprechend Finanzierungsentscheidungen", ließ ein Amazon-Sprecher gegenüber CNBC wissen. Das Geld solle allgemeinen Unternehmenszwecken dienen, etwa künftigen Investitionsausgaben oder der Schuldentilgung.

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Amazon plant für das laufende Jahr Investitionsausgaben von rund 200 Milliarden US-Dollar, nach 131 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025, vor allem für Rechenzentren, Chips und weitere Ausrüstung. Konzernchef Andy Jassy hatte skeptische Investoren zuletzt damit zu beruhigen versucht, den KI-Ausbau als einmalige Gelegenheit darzustellen, die große Wetten rechtfertige.

Wachsende Schuldenlast der gesamten Branche

Zu den sechs großen Unternehmen, die laut BondCliQ-Tally den Löwenanteil der über 460 Milliarden US-Dollar an KI-bezogenen Schulden stellen, zählen neben Amazon auch Microsoft, Alphabet, Meta, Oracle und NVIDIA. Laut CNBC haben mehrere von ihnen in den vergangenen Monaten eigene Anleihen platziert oder neue Aktien ausgegeben, um ihre milliardenschweren Investitionspläne zu stemmen. SpaceX stieg im Juni mit einer eigenen Anleihe über 25 Milliarden US-Dollar in die Finanzierungsrunde ein, kurz nach dem eigenen Börsengang - auch diese Papiere waren Teil des branchenweiten Ausverkaufs.

Ein Grund dafür: Portfolios sind bereits stark auf Hyperscaler-Anleihen konzentriert, wodurch neue Emissionen zunehmend spürbare Zugeständnisse bei der Verzinsung machen müssen, um überhaupt genügend Käufer zu finden.

Was das für die Aktie bedeutet

Die Amazon-Aktie selbst reagierte zunächst verhalten auf die Bekanntgabe. Am Dienstag gewann sie an der NASDAQ letztlich 0,75 Prozent auf 245,98 US-Dollar hinzu. Am Mittwoch gab das Papier jedoch 0,96 Prozent auf 243,62 US-Dollar nach.

Dabei bedeutet der Bond-Deal für die Amazon-Aktie zunächst vor allem eins: Der Konzern sichert sich frisches Kapital, ohne danach im laufenden Jahr weitere Schulden aufnehmen zu müssen, was zumindest kurzfristig Planungssicherheit gibt. Ob sich das auszahlt, hängt davon ab, ob die milliardenschweren Investitionen in Rechenzentren und Chips die versprochenen Erträge liefern.

Der nächste Beobachtungspunkt ist das endgültige Pricing der Anleihe: Muss Amazon dort spürbare Zugeständnisse bei der Verzinsung machen, wäre das ein Hinweis darauf, dass die Skepsis gegenüber der Verschuldung der gesamten KI-Branche weiter zunimmt.

Benedict Kurschat, Claudia Stephan, Thomas Zoller, Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: Sundry Photography / Shutterstock.com, Ioan Panaite / Shutterstock.com

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09.07.26 SpaceX Buy UBS AG
07.07.26 SpaceX Buy Deutsche Bank AG
07.07.26 SpaceX Overweight JP Morgan Chase & Co.
07.07.26 SpaceX Outperform Bernstein Research
07.07.26 SpaceX Outperform RBC Capital Markets