Formt sich eine Blase?

SpaceX-Aktie im Visier der Bären: Darum warnen Analysten vor einer Robotik- und Raumfahrt-Blase


SpaceX-Aktie im Visier der Bären: Darum warnen Analysten vor einer Robotik- und Raumfahrt-Blase

Elon Musks Raumfahrtkonzern SpaceX feierte den größten Börsengang der Geschichte - doch gleich mehrere Analystenhäuser warnen: Der Hype könnte teuer werden.

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Aktien

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• Robotik- und Raumfahrtbranche laut KB Securities anfällig für Marktabschwung
• Aktien, deren Bewertungen auf Zukunftsfantasie basieren, werden von Crashs als erstes erfasst
• SpaceX fällt in genau dieses Muster

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Zweifelsohne war der SpaceX-Börsengang am 11. Juni 2026 eines der, wenn nicht gar das größte Börsenereignis des Jahres. Doch während der Großteil der Anleger und Analysten lautstark jubelt, warnen kritische Stimmen leise vor einer drohenden Robotik- und Raumfahrt-Blase.

Parallelen zur Dotcom-Blase: Ist die Robotik- und Raumfahrtbranche anfällig für einen Marktabschwung?

Schenkt man der Einschätzung von Euntaek Lee, Analyst bei der südkoreanischen Investmentbank KB Securities, Glauben, so scheint ein Marktabschwung nicht so abwegig zu sein.

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In einer nicht öffentlich zugänglichen Mitteilung erklärt der Experte seine Prognose anhand der Dotcom-Blase. Der darauffolgende Crash sei kein simultaner Zusammenbruch gewesen, sondern vielmehr eine zeitlich verschobene Abfolge von Kursstürzen, wie investing.com unter Berufung auf den Analysten berichtet. Dabei fielen Aktien wie QUALCOMM und Yahoo, deren Bewertung "am stärksten von Zukunftserwartungen" abhingen, dem Crash als erstes zum Opfer. Die zweite Welle zog dann Unternehmen herunter, die mit überzogenen Erwartungen bezüglich der Investitionsausgaben verbunden waren.

Eine ähnliche Dynamik sehe der Experte derzeit bei "bestimmten thematischen Sektoren wie Energie, Robotik und Raumfahrt". Einige Aktien dieser Branchen könnten Lee zufolge in die Kategorie mit schwachen Gewinnen und auf Zukunftsfantasie basierenden Bewertungen fallen - und so im Falle einer Blase als erstes von einem plötzlichen Marktabschwung erfasst werden.

Warum die SpaceX-Aktie in das Muster passt

Dass etwa die Hälfte der Bewertung des prominenten Börsenneulings SpaceX reine Zukunftsfantasie ist, hat Morningstar bereits vor dem IPO ausführlich beleuchtet. Die Analysten erechneten einen fairen Unternehmenswert von lediglich 780 Milliarden US-Dollar - rund 48 Prozent unter der angestrebten IPO-Bewertung von 1,75 Billionen US-Dollar. Damit passt SpaceX nahezu perfekt in das Muster, das Lee beschreibt: Das Unternehmen schrieb 2025 einen Nettoverlust von 4,94 Milliarden US-Dollar, im zuletzt gemeldeten Quartal waren es weitere 4,28 Milliarden US-Dollar. Einzig Starlink, die Satelliten-Sparte, wirtschaftet profitabel - und finanziert damit indirekt die hochdefizitäre KI-Einheit sowie die milliardenschwere Starship-Entwicklung. Die restlichen Segmente hängen am Tropf von Zukunftsversprechen.

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Morningstar selbst stuft den wirtschaftlichen Burggraben von SpaceX als "unbestimmbar" ein und sieht in der KI-Sparte eine potenzielle Quelle erheblicher Wertvernichtung - ein Urteil, das kaum besser zur Warnung von KB Securities passen könnte.

CFRA initiiert SpaceX mit Sell: Zu viele Wetten gleichzeitig

Zu einem ähnlichen Schluss, jedoch mit noch klarerer Kante, kommt CFRA-Analyst Keith Snyder. Wie investing.com berichtet, initiierte er die SpaceX-Aktie am Tag des Börsengangs mit einer seltenen Sell-Einstufung und einem Kursziel von 115 US-Dollar - also deutlich unterhalb des Ausgabepreises von 135 US-Dollar und des aktuellen Kursniveaus bei 152,16 US-Dollar (Stand: Schlusskurs 09.07.2026).

Snyder bezweifelt nicht die technologische Klasse des Unternehmens, wohl aber die Anlagelogik dahinter: Wer die aktuelle Bewertung rechtfertige, müsse darauf setzen, dass SpaceX die Kommerzialisierung von Starship, das Margenwachstum bei Starlink, die Monetarisierung des KI-Segments und die Trendwende beim freien Cashflow allesamt gleichzeitig und erfolgreich liefert. Starship gilt dem Analysten dabei als zentraler Engpass: Verzögerungen könnten sich durch nahezu jede Wachstumsinitiative ziehen.

Darauf sollten Anleger jetzt achten

Es ist kein Geheimnis, dass ein Einstieg bei SpaceX in erster Linie eine Wette auf die Zukunft bedeutet - und zwar in jeglicher Hinsicht. Das ist keine Einschätzung, sondern ein rechnerischer Befund: Starlink ist der einzige profitable Konzernbereich, trägt aber allein die Bewertung von über einer Billion US-Dollar nicht. Der Rest des Aufschlags hängt an Starship, orbitaler KI-Infrastruktur und einem Musk-Ökosystem, das noch beweisen muss, was es wert ist.

Für langfristig orientierte Anleger mit hoher Risikotoleranz mag das reizvoll klingen. Wer jedoch einen günstigen Einstieg sucht, dürfte laut Morningstar nach dem IPO noch ausreichend Gelegenheit dazu bekommen - sofern die Kritiker recht behalten.

Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: JHVEPhoto / Shutterstock.com, Juan Alejandro Bernal / Shutterstock.com

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DatumRatingAnalyst
09.07.26 SpaceX Buy UBS AG
07.07.26 SpaceX Buy Deutsche Bank AG
07.07.26 SpaceX Overweight JP Morgan Chase & Co.
07.07.26 SpaceX Outperform Bernstein Research
07.07.26 SpaceX Outperform RBC Capital Markets