Aktien Europa: Deutliche Verluste - Jahrestief beim EuroStoxx-50 rückt näher


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PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Europas Börsen haben am Donnerstag erneut deutliche Verluste verzeichnet. Der EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) sank am späten Vormittag um 2,39 Prozent auf 3430,33 Punkte. Damit näherte sich der Index dem Jahrestief von 3387 Punkten. Der französische CAC 40 war mit 2,47 Prozent auf 5882,29 Punkte ebenfalls schwach, während der britische FTSE 100 um 1,81 Prozent auf 7179,71 Zähler fiel. Mit den jüngsten Abgaben steuern die Börsen auf eines der schwächsten ersten Halbjahre seit Jahren zu.

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Sinkende US-Futures sorgten für Zurückhaltung. "Kein Anleger will derzeit in das berühmte fallende Messer greifen und vor dem Sommer noch größere Positionen aufbauen", beschrieb Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Broker RoboMarktes das Marktgeschehen. "Andere wiederum werfen das Handtuch und sichern sich die letzten Gewinne, die aus der Corona-Rally noch übrig sind."

Vor US-Daten am Nachmittag war Vorsicht angesagt. "Wichtigste Veröffentlichung dürfte die PCE-Kernrate für Mai sein", so die Landesbank Baden-Württemberg. "Schließlich schaut die US-Notenbank Fed insbesondere auf jenes Teuerungsmaß und richtet ihre Geldpolitik nicht zuletzt auch nach dieser Zahl aus." Der weitere Kurs der US-Notenbank gilt angesichts der zunehmenden Rezessionsgefahren bei gleichzeitig hoher Inflation derzeit als schwer einschätzbar.

Autowerte verzeichneten erneut deutliche Verluste. Bereits am Vortag war der Sektor unter Druck gekommen. Neben Konjunktursorgen hatte dem Sektor am Vortag die Nachricht zugesetzt, wonach in der Europäischen Union ab 2035 nur noch klimaneutrale Neuwagen verkauft werden sollen. Renault büßten nach den Abgaben am Vortag weitere 4,5 Prozent ein.

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Technologiewerte vermochten sich nach schwachen Vorgaben aus Asien dem Abwärtssog nicht zu entziehen. Beim Schwergewicht ASML (ASML NV) nahmen Anleger Gewinne mit. Die Aktie notiert trotz deutlicher Abgaben in diesem Jahr noch immer mehr als doppelt so hoch wie beim Corona-Tief 2020. Eine skeptische Studie von Exane BNP setzte zudem SAP (SAP SE) zu.

Auch Banken standen unter Druck. Unter den größten Verlierern waren die Aktien der UBS, die um 3,2 Prozent fielen. Die Bank hatte in den USA im Fall der Betrugsvorwürfe im Zusammenhang mit einer komplexen Anlagestrategie einem Vergleich zugestimmt und muss 25 Millionen Dollar zahlen.

Besser hielten sich defensive Sektoren wie Telekommunikation und Pharma. Eine Ausnahme bildeten Sanofi mit über drei Prozent Minus. Die US-Investmentbank Goldman Sachs wertete die Nachricht, dass die US-Arzneimittelbehörde FDA die Studien mit dem Medikament Tolebrutinib wegen Leberschäden teilweise ausgesetzt hat, als negativ. Das Mittel sei weithin als einer der wichtigsten Wirkstoffe in der klinischen Spätphase der Sanofi-Pipeline angesehen worden./mf/jha/

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