Aktien Frankfurt: Anleger gehen vor US-Jobdaten auf Nummer sicher


Werte in diesem Artikel
Indizes

25,408.64 EUR 142.11 EUR 0.56 %

6,302.82 EUR 30.32 EUR 0.48 %

FRANKFURT (dpa-AFX) - Vor den mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktdaten bleiben die Anleger am Freitag in der Defensive. Der Dax (DAX 30) schwankte erst um die Gewinnschwelle, knüpfte dann aber an seine Vortagsverluste an. Gegen Mittag verlor er 0,37 Prozent auf 12 544,49 Punkte. Der Leitindex blieb damit in seiner Kursspanne der vergangenen Tage. Nach einem Auf und Ab um die 12 600 Punkte steuert er dank des starken Montags auf ein Wochenplus von fast zwei Prozent zu.

Werbung

Zu Belastung im Dax wurden vor allem die als zyklisch angesehen Industriebranchen wie etwa der Autosektor. Der breiter gefasste Mittelwerte-Index MDAX schlug sich derweil etwas besser, indem er es mit 26 813,84 Punkten knapp mit 0,04 Prozent ins Plus schaffte. Der EuroStoxx (EURO STOXX 50) dagegen verlor ähnlich wie der Dax um 0,4 Prozent nach.

"Die Investoren sind sich derzeit nicht einig, ob eine bereits begonnene Stabilisierung der globalen Konjunktur nach dem Corona-Schock dem erneut aufkeimenden Handelsstreit zwischen China und den USA die Stirn bieten kann", sagte Marktbeobachter Andreas Lipkow von der Comdirect Bank. US-Präsident Donald Trump hat neuerdings die chinesischen Apps Tiktok und WeChat im Visier, in denen er eine "Bedrohung" der nationalen Sicherheit sieht.

Neben dem Dauerthema Corona-Infektionen blicken die Anleger gespannt in die USA, wo am Nachmittag der offizielle Arbeitsmarktbericht für Juli ansteht. In Corona-Zeiten wird diesem ganz besondere Beachtung geschenkt. Der Bericht des privaten Dienstleisters ADP verschaffte ihm am Mittwoch aber keine gute Grundlage. Laut der Societe Generale ist der Markt eher positioniert für eine Enttäuschung.

Werbung

Im Blick bleibt auch die Hängepartie in Washington beim Schnüren eines weiteren Hilfspakets. Die Verhandlungen um ein weiteres Corona-Konjunkturpaket sind erneut ins Stocken geraten. US-Präsident Trump erneuerte seine Drohung, Teile des angestrebten Konjunkturpakets einfach über Verfügungen durchzusetzen, falls es im Kongress keine Einigung geben sollte.

Vor diesen Hintergründen setzten die Anleger im Dax eher auf Unternehmen, denen ein defensiver Charakter beigemessen wird. Die wenigen Gewinner kamen mit Deutsche Wohnen, Vonovia und RWE zum Beispiel aus dem Immobilien- und Versorgersektor. Die Papiere der Deutschen Börse legten etwa ein Prozent zu.

Der größte Lichtblick im Dax waren aber die Aktien der Deutschen Telekom (Deutsche Telekom), die um 2,5Prozent nach oben getrieben wurden von den Zahlen der US-Tochter T-Mobile US (T-Mobile (ex T-Mobile US)), die am Markt sehr positiv aufgenommen wurden. Die Aktien des US-Ablegers waren in New York nachbörslich auch angezogen.

Werbung

Ansonsten waren die Kursbewegungen viel Stückwerk. Mit 1,2 Prozent mischten sich noch die Aktien von Siemens unter die Dax-Gewinner. Hier sieht die Commerzbank mit einem neuen Ziel von 148 Euro nun soviel Kurspotenzial wie kaum ein anderes Analysehaus. Experte Ingo-Martin Schachel beurteilte den jüngsten Quartalsbericht in seiner Studie als herausragend.

Insgesamt unter Druck blieb die Autobranche nach gutem Lauf zu Beginn der Woche. Vor allem Zulieferer gingen am Freitag auf Talfahrt: Continental waren im Dax (DAX 30) mit 3,7 Prozent Minus unter den größten Verlierern. Im SDAX versammelten sich Norma Group (NORMA Group SE), Schaeffler und LEONI mit Abschlägen von bis zu 5,7 Prozent ganz hinten.

Die Berichtssaison der Unternehmen, die dem Markt tags zuvor nicht positiv ihren Stempel aufdrücken konnte, klang zu Wochenschluss vorerst ab. Aus der Dax-Familie legten nur noch die SDax-Mitglieder SNP (SNP Schneider-NeureitherPartner SE) und Dr. Hönle (Dr Hönle) frische Resultate vor. Verluste von 2,6 Prozent bei SNP wurden mit Gewinnmitnahmen begründet. Die Hönle-Aktien dagegen rückten um 0,6 Prozent vor./tih/fba

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

Information


Die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit werden für Finanzinstrumente von der Finanzen.net Zero GmbH als vertraglich gebundener Vermittler der DonauCapital Wertpapier GmbH (§ 3 Abs. 2 WpIG) bereitgestellt; bei Kryptowerten werden die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit ausschließlich von der DonauCapital Wertpapier GmbH bereitgestellt. Die Finanzen.net GmbH stellt ausschließlich den technischen Rahmen bereit und ist in die Wertpapier- und Kryptodienstleistung nicht einbezogen.