Aktien Frankfurt: Dax nähert sich seinem Rekordhoch


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FRANKFURT (dpa-AFX) - Gemäßigte Worte von US-Präsident Donald Trump im Konflikt mit dem Iran haben dem Dax (DAX 30) am Donnerstag weiteren Rückenwind verliehen. Gegen Mittag gewann der deutsche Leitindex 1,16 Prozent auf 13 474,29 Punkte. Damit fehlen ihm aktuell nur noch etwas mehr als 100 Punkte zur bisherigen Bestmarke vom Januar 2018. Damals hatte er sein bisheriges Rekordhoch von 13 596 Zählern erreicht.

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Die unmittelbare Gefahr eines neuen Krieges im Nahen Osten scheint zunächst gebannt. Trump kündigte am Vortag bei einer Ansprache an die Nation zwar neue Wirtschaftssanktionen gegen den Iran an, aber keine weiteren Militärschläge. "Es scheint fraglich, ob Trump im Wahljahr einen Krieg vom Zaun brechen will", schrieb Analyst Martin Utschneider vom Bankhaus Donner & Reuschel. Das amerikanische Volk sei "erwiesenermaßen kriegsmüde".

"Der Dax bleibt ein Stehaufmännchen", kommentierten die Chartexperten der UBS den Fakt, dass sich der Leitindex wieder rasch erholen konnte vom jüngsten Rutsch unter die 13 000 Punkte wegen des Iran-Konfliktes. Damit sei der übergeordnete Aufwärtstrend weiter intakt. Über 13 425 Punkten - eine Marke, die ihm zuletzt Widerstand leistete - sehen sie den Weg nach oben zum bisherigen Rekord frei.

Andere Indizes folgten dem Dax am Donnerstag nach oben. Der MDAX der mittelgroßen deutschen Werte stieg um 0,72 Prozent auf 28 581,10 Punkte, der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx (EURO STOXX 50) legte um 0,63 Prozent auf 3796,38 Zähler zu. In New York hatte der Dow Jones Industrial (Dow Jones 30 Industrial) am Vorabend ein neues Rekordhoch nur knapp verpasst.

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Mit Blick auf die Einzelwerte sorgte am Donnerstag Cancom (CANCOM SE) für Schlagzeilen. Die Aktien des IT-Dienstleisters sackten als MDax-Schlusslicht ab, weil der Vorstandsvorsitzende Thomas Volk wegen unterschiedlicher strategischer Auffassungen seinen Hut nimmt. Mit einem Minus von zuletzt 4,5 Prozent ließ der Kursrutsch aber im Laufe des Morgens deutlich nach. Analyst Tim Wunderlich von Hauck & Aufhäuser hatte sich in einer Studie wenig beunruhigt gezeigt.

Ansonsten überwogen in dem starken Marktumfeld die positiven Kursreaktionen. Im MDax stiegen die Aktien von Evotec (EVOTEC SE) um 3,5 Prozent, weil der Wirkstoffforscher seine strategische Allianz mit dem Pharmariesen Bayer im Bereich der Frauengesundheit erweitert. Ein Händler sprach von einem "anhaltend guten Nachrichtenfluss" bei dem Biotech-Unternehmen.

Die Commerzbank empfiehlt nun die Biotech-Aktie von MorphoSys zum Kauf, sie stieg um 3,9 Prozent auf ein Hoch seit der Jahrtausendwende. Analyst Daniel Wendorff äußerte sich positiv zu Wirkstoffen des MDax-Konzerns.

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Bei Aixtron (AIXTRON SE) war es das Bankhaus Lampe, das in Erwartung von neuen Wachstumstreibern zum Kauf rät. Hier kletterten die Aktien um fast 7 Prozent. In der Spitze näherten sie sich erstmals seit September wieder bis auf wenige Cent der Marke von 10 Euro.

Im Dax waren die Aktien von Infineon mit einem Anstieg um 2,6 Prozent ein Favorit. Chipwerte setzten ihre Rally am Donnerstag europaweit fort. "Der Halbleitermarkt wird angetrieben vom neuen Mobilfunkstandard 5G in der Frühphase und von einer längerfristigen Erholung der Automobilindustrie", sagte Analyst Sandeep Deshpande von JPMorgan.

Zum Spitzenreiter im Leitindex avancierten allerdings Lufthansa mit einer deutlichen Erholung um fast 3 Prozent, nachdem sie im Zuge des Iran-Konflikts unter einem befürchteten Anstieg der Treibstoffkosten gelitten hatten. Mittlerweile hat sich die Lage am Ölmarkt aber entspannt./tih/mis

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

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