Aktien Frankfurt: Dax schwach - Furcht vor hartem Lockdown und 'no deal Brexit'


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FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax (DAX 30) hat am Freitag seine Vortagesverluste ausgeweitet. Forderungen nach einem bundesweiten Lockdown noch vor Weihnachten belasteten ebenso wie das Scheitern eines Brexit-Handelspaktes. Das Börsenbarometer büßte bis zur Mittagszeit 1,58 Prozent auf 13 085,18 Punkte ein. Damit zeichnet sich aktuell ein Wochenverlust von 1,6 Prozent ab.

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Seit einem Monat nun schon pendelt der Dax um die Marke von 13 300 Punkten. Dagegen konnte auch das Wochenhoch am Mittwoch bei 13 454 Punkten nichts ausrichten. Nun schlage das Pendel zur anderen Seite aus, sagte Andreas Büchler von Index-Radar. Dabei gebe es eine erste, wenn auch nur schwache Haltezone an der 13 000-Punkte-Marke.

Zunehmend mehr Bundesländer und Politiker fordern inzwischen einen härteren Lockdown. Bundesinnenminister Horst Seehofer warnte dabei eindringlich davor, mit schärferen Corona-Maßnahmen bis nach Weihnachten zu warten. "Die einzige Chance, wieder Herr der Lage zu werden, ist ein Lockdown, der aber sofort erfolgen muss", sagte der CSU-Politiker dem "Spiegel". Sollte man bis nach den Festtagen warten, werde man noch Monate mit den hohen Infektionszahlen zu kämpfen haben.

Zum Thema Brexit-Pakt erscheint außerdem eine Einigung zwischen Großbritannien und der Europäischen Union zunehmend fraglicher. Beide Seiten rüsten sich mittlerweile für ein Scheitern. Marktexperte Andreas Lipkow erwartet auch daher, dass sich die Anleger weiter mit Käufen zurückhalten. "Die institutionellen Investoren werden wohl erst das Ergebnis des EU-Gipfels zum Brexit-Handelspakt am Sonntag abwarten und dann ihre Investmententscheidungen treffen."

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Der MDAX der 60 mittelgroßen Werte gab am Freitagmittag um 0,63 Prozent auf 29 502,47 Punkte nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) sank um 1,30 Prozent.

Unter den Einzelwerten büßten im Dax die Versicherer Munich Re (Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft) und Allianz als größte Verlierer zwischen 2,6 und 3,2 Prozent ein. Die Anteilsscheine des Versorgers Eon (EON SE) gaben um 2,5 Prozent nach. Die US-Bank Morgan Stanley hat den Daumen gesenkt. Die Aktie wurde von "Equal-weight" auf "Underweight" abgestuft und das Kursziel von 11 auf 9 Euro gekappt. Die Papiere des Essenslieferdienstes Delivery Hero legten indes als Favorit um 1,6 Prozent zu und nähert sich damit auch wieder seinem vor einem Monat erreichten Rekordhoch.

Auch allgemein standen die Corona-Krisengewinner wieder mit Kursaufschlägen im Fokus: Für die Aktien des Kochboxen-Lieferanten HelloFresh ging der Rekordlauf im MDax weiter. Nach einem Plus von 15 Prozent am Vortag stiegen sie um weitere 6,1 Prozent. Die Wochenbilanz ist mittlerweile ein Kurssprung um fast ein Drittel. Neuen Auftrieb gab vor allem eine Kaufempfehlung von Kepler Cheuvreux, die mit einem Kursziel von 96,40 Euro für Aufmerksamkeit sorgte. Shop Apotheke (Shop Apotheke Europe NV) legten um 2,3 Prozent zu und im SDAX gewannen die Titel des Modehändlers Global Fashion Group (Global Fashion Group (GFG)) 4,2 Prozent.

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Die Aktien des Leasing-Spezialisten GRENKE sprangen um 10,5 Prozent hoch. Am Vorabend hatte die US-Ratingagentur S&P die Kreditwürdigkeit des Unternehmens bestätigt und die Prüfung einer Herabstufung aufgehoben, was ein Marktteilnehmer positiv wertete.

Die Papiere des Medizintechnikunternehmens Carl Zeiss Meditec gaben nach endgültigen Zahlenwerk und Aussagen zum neuen Geschäftsjahr um 2,9 Prozent nach. Die Fraport-Aktien (Fraport) büßten 2,6 Prozent ein, nachdem der Flughafenbetreiber für November coronabedingt einen heftigen Rückgang des Passagierverkehrs am Frankfurter Flughafen bekannt gegeben hatte./ck/stk

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

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